Schweizer Börse schwächelt weiter

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Dienstagmittag weiter im Minus. Bereits zu Handelsbeginn hatte er einen Grossteil seiner Vortagesgewinne abgegeben.
23.02.2016 13:10
Am Dienstagmittag stehen die meisten Titel an der Schweizer Börse im Minus.
Am Dienstagmittag stehen die meisten Titel an der Schweizer Börse im Minus.
Bild: cash

Als Grund nennen Händler unisono die wieder etwas tieferen Ölpreise. Die Börsen liefen seit einiger Zeit quasi parallel dazu, heisst es aus dem Handel. Die Ölpreise sind am Dienstag nach starken Vortagesgewinnen wieder gesunken. Händler sprechen von einer Gegenbewegung nach einem starken Anstieg zum Wochenauftakt. Derzeit werde das Öl in seiner Rolle als Konjunkturindikator besonders stark beachtet.

Zudem dürfe man nicht vergessen, dass der Schweizer Aktienmarkt in der Vorwoche eine sehr starke Performance gehabt habe und Anleger in einem solchen Umfeld eher bereit für Gewinnmitnahmen seien. Hierzulande steht die Swiss Re mit ihrer Zahlenvorlage und einem neuen CEO im Fokus.

Der SMI verliert kurz nach Mittag 0,7% auf 7905 Punkte, sein bisheriges Tagestief hatte er im frühen Handel bei 7851 Zählern markiert. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt um 0,7% auf 1194 Punkte nach und der breite SPI um 0,6% auf 8233 Punkte. Von den 30 SMI/SLI-Titel stehen 27 im Minus, 1 ist unverändert und 2 gewinnen leicht.

Keine klaren Branchentrends

Wie ein Händler betont, könnte man keinen klaren Trend ausmachen, welche Branchen besonders stark verkauft würden. Dass die Aktien der Swiss Re (-1,7%) nach den Zahlen mit zu den grössten Verlierern gehören, liege einerseits an dem insgesamt schwächeren Markt. Denn die Zahlen seien im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Andererseits habe die Aktie seit Jahresbeginn weniger stark verloren als der Markt, was die Gewinnmitnahmen an einem solchen Tag etwas verstärken dürfte.

Die Aktien der Zurich Insurance Group (-1,9%) werden von Investoren gleich mit abgestossen. Hier kommt zudem noch eine Rating-Senkung durch Berenberg als Belastung hinzu. Weitere Finanztitel wie die Aktien der drei Banken Julius Bär (-0,6%), Credit Suisse (-0,4%) und UBS (-0,1%) dämmen dagegen ihre Verluste bis zum Mittag ein. Sie hatten am Montag im Rahmen der allgemein guten Marktstimmung zu den grössten Gewinnern gezählt.

Von den drei Schwergewichten verlieren Novartis und Nestlé (beide -0,5%) am Mittag etwas wengier als der Durchschnitt. Beim Pharmakonzern Novartis schieben Anleger die Nachricht über eine Untersuchung wegen unzulässiger Preisnachlässe und Korruption in Südkorea beiseite. Am Morgen teilte Novartis noch mit, von der Gesundheitsbehörde Swissmedic für Tafinlar und Mekinist in der Kombinationstherapie gegen Hautkrebs die Zulassung erhalten zu haben. Zudem hält der Konzern zur Stunde seine Generalversammlung ab.

Bei Nestlé verweisen Marktakteure auf die Zahlen des Konkurrenten Danone, die stützen würden. Das dritte Schwergewicht Roche (-1,0%) gibt dagegen stärker als der Gesamtmarkt nach. In den letzten Tagen hatten die Pharmawerte hingegen zu den gefragten Papieren gehört.

Luxusgüteraktien stark unter Druck

Mit die grössten Abschläge verbuchen noch die Aktien der ohnehin volatilen Transocean (-2,3%). Hier machen sich die tieferen Ölpreise bemerkbar. Lafarge-Holcim (-1,3%) und die beiden Uhrenhersteller Swatch (-1,8%) und Richemont (-1,0%) fallen ebenfalls überdurchschnittlich.

Besser als der Markt halten sich die Anteilsscheine von Galenica (+0,3%), Bâloise (+0,1%) und Schindler (unverändert). Kursrelevante Nachrichten gibt es hier aber nicht.

Im breiten Markt gewinnen die Aktien vom Baukonzern Implenia nach Zahlen 2,3% hinzu. In Marktkreisen heisst es, Implenia habe "in line" abgeschnitten. Ein leicht besserer Gewinn schiebt auch die Papiere der Cembra Money Bank (+0,7%) an. Bossard (+1,6%) profitieren von der am Vorabend kommunizierten Luftfahrtzertifizierung, wonach das Unternehmen sich als Zulieferer in der Luft- und Raumfahrtindustrie betätigen darf.

Bachem (+3,4%) steigen nach einer Rating-Erhöhung durch Vontobel. Das Biochemie-Unternehmen sei führend im wachsenden Peptidsynthese-Mark mit einem Marktanteil von 21%, heisst es in der Studie.

(AWP)