Schweizer Börse setzt zu Erholung an - ABB gefragt

Die Schweizer Börse ist mit Gewinnen in das vierte Quartal gestartet. Der SMI stieg am Montag um 0,3 Prozent auf 8166 Zähler.
03.10.2016 17:30
Die Aktien von Swatch standen am Montag unter Druck.
Die Aktien von Swatch standen am Montag unter Druck.
Bild: cash

Positive Vorgaben aus dem Ausland ermutigten die Anleger zum Kauf von Bankaktien und zyklischen Werten. Als Marktstütze erwiesen sich zudem die leicht höheren Kurse der Index-Schwergewichte.

Gewinner und Verlierer hielten sich bei den Standardwerten die Waage. An die Spitze der Gewinner setzten sich die Aktien von ABB mit einem Kursplus von 0,8 Prozent. Der Elektrotechnikkonzern informiert die Marktteilnehmer am Dienstag auf einem Kapitalmarkttag über seine weiteren Pläne. Dabei könnte ABB auf eine Konfrontation mit den Grossaktionären zusteuern.

Die Aktien der Sanitärtechnikfirma Geberit legten 0,7 Prozent zu, die Titel des Agrarchemiekonzerns Syngenta sowie des Aromen- und Riechstoffproduzenten Givaudan rückten 0,6 und 0,7 Prozent vor.

Swatch unter Abgabedruck

Unter Abgabedruck standen die Swatch-Aktien mit einem Minus von 1 Prozent auf 272 Franken. Credit Suisse hat das Kursziel auf 220 Franken gesenkt, die Empfehlung für die Titel des Uhrenkonzerns lautet "Underperform". Die Anteile von Rivale Richemont legte dagegen leicht zu. Die Aktien des Zementkonzerns LafargeHolcim schlossen unverändert.

Die Bankaktien büssten einen Teil ihrer anfänglich markanten Gewinne im Handelsverlauf ein. Die Titel der Credit Suisse notierten um 0,8 Prozent höher und UBS konnten ein Plus von knapp 0,2 Prozent verteidigen. Auch die Aktien der Vermögensverwalter GAM Holding, Vontobel und EFG Internatinal rutschten unter die Tageshochs. Händler sagten, anfangs habe die Hoffnung auf eine Einigung der Deutschen Bank mit den US-Behörden dem Sektor kräftig Auftrieb gegeben. Einem Bericht des "Wall Street Journal" vom Montag zufolge kommen das Geldhaus und die US-Behörden bei ihren Verhandlungen über die Strafe zwar voran. Allerdings sei noch kein Vorschlag ausgereift genug, um ihn den Entscheidungsträgern vorzulegen. Damit sitzt der Deutschen Bank die Zeit im Nacken. "Es gibt noch viele Unsicherheiten. Da scheint es ratsam, kurzfristig erzielte Gewinne rasch einzustreichen", sagte ein Händler. An der US-Börse sanken die Titel des grössten deutschen Instituts um ein Prozent. In Frankfurt wurden sie nicht gehandelt, weil die deutschen Börsen wegen des Nationalfeiertags geschlossen blieben.

Die Versicherungswerte gewannen mehrheitlich Terrain. Swiss Re schwächten sich um 0,9 Prozent ab.

Die schwergewichtigen Pharmatitel Novartis und Roche stimmten mit Unterstützung durch positive Produktmeldungen in den freundlichen Trend mit ein. Mit Nestle gewann ein weiteres Index-Schwergewicht 0,3 Prozent an Wert. Der Lebensmittelkonzern hat wie im Frühling angekündigt mit R&R das Eiscreme-Gemeinschaftsunternehmen Froneri auf den Weg gebracht. Froneri soll einen Umsatz von 2,6 Milliarden Euro erzielen und in 22 Ländern tätig sein.

Am breiten Markt sorgte der Anstieg des Ölpreises auf 50 Dollar bei den Anteilen der Pumpenfirma Sulzer und des Kompressorenherstellers Burckhard für anziehende Kurse.

Temenos mit Kurssprung

Einen Kurssprung von gut zehn Prozent gab es bei Temenos. Die Banksoftware-Firma hat von einer grösseren europäischen Bank einen Auftrags erhalten.

Die Aktie der Accu Holding stürzten 37 Prozent ab. Die auf industrielle Beteiligungen spezialisierte Firma ist nach dem Verkauf der Cieffe-Gruppe wegen Wertberichtigungen tief in die roten Zahlen gerutscht. Im ersten Halbjahr stand unter dem Strich ein Verlust von 21,1 Millionen Franken.

(Reuters)