Schweizer Börse: SMI am 7000er gescheitert

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch im späten Geschäft leicht Terrain eingebüsst. Gewinnmitnahmen auf hohem Niveau bremsten laut Händlern den Aufwärtstrend.
12.12.2012 17:45
Zum Schluss auf Rot: Die Schweizer Börse am Mittwoch.

Auch schwindende Hoffnungen auf eine baldige Einigung im US-Haushaltsstreit waren wenig förderlich. Es gebe noch immer ernsthafte Meinungsverschiedenheiten, wie die Fiskalklippe umschifft werden könne, sagte John Boehner, Sprecher des Repräsentantenhauses auf einer Pressekonferenz am Mittwoch.

 
Vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank verhielten sich die Anleger laut Händlern vorsichtig. Zahlreiche Ökonomen gehen davon aus, dass der Offenmarktausschuss (FOMC) der Fed neue Geldspritzen zur Belebung der Wirtschaft beschliesst.
 
Der SMI der Standardwerte notiert zum Handelsschluss um 0,2 Prozent leichter bei 6959 Punkten. Am Vormittag hatte der Leitindex erstmals seit September 2008 die Marke von 7000 Punkten wieder geknackt. Dank erfreulicher Konjunkturdaten und positiver Auslandsvorgaben erreichte der SMI bei 7001 ein neues Mehrjahreshoch. Der breite SPI sinkt ebenfalls um 0,2 Prozent auf 6398 Punkte.
 
Investoren im Zugzwang
 
Die Stimmung sei freundlich und die Aussichten würden als günstig beurteilt, hiess es. Immer mehr Marktteilnehmer kämen unter Zugzwang, noch auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Davon profitierten in erster Linie Index-Produkte, mit denen die Kursentwicklung gut nachgebildet werden könne.
 
Die grössten Gewinne unter den Standardwerten erzielen Givaudan mit 1,7 Prozent Plus. Die Aktien seien sowohl im Vergleich zum Markt als auch zum europäischen Sektor unterbewertet, hiess es bei einem Broker.
 
Gefragt waren auch Bankaktien. Credit Suisse ziehen 0,6 Prozent an und UBS legen 1,6 Prozent zu. Die sinkenden Anleiherenditen der verschuldeten südeuropäischen Länder zeigten, dass sich die Euro-Krise weiter entspannt, sagte ein Händler.
 
Die meisten Versicherungstitel gaben im Verlauf die Gewinne preis. Einzig Swiss Life verteidigen ein Plus von 0,8 Prozent.
 
Nestlé fallen ins Minus zurück
 
Die defensiven Schwergewichte, die auch den Markt über weite Strecken in der Gewinnzone gehalten hatten, rutschten in die Verlustzone ab. Die Roche-Genussscheine sinken um 0,7 Prozent, Novartis um 0,2 Prozent. Nestlé fallen um 0,3 Prozent zurück. Dabei notieren die drei Titel weiterhin praktisch auf Jahreshoch.
 
Die Barry-Callebaut-Aktien verlieren 2,3 Prozent. Das Zürcher Unternehmen steigt mit einem Milliardenzukauf in Asien zum weltgrössten Kakaoverarbeiter auf. Mit der grössten Akquisition in der Firmengeschichte baut der Marktführer bei Schokoladeprodukten seine Stellung in den Schwellenländern deutlich aus und verbreitert seine Rohstoffbasis. Der von Analysten als hoch eingestufte Kaufpreis für das Kakaogeschäft der in Singapur ansässigen Petra Foods und eine drohende Kapitalerhöhung schreckten die Anleger allerdings.
 
Die Aktien von Richemont und Swatch geben 1,6 respektive 0,6 Prozent nach. Am Vortag hatten die Anteile der beiden Luxusgüterhersteller noch neue Rekordkurse erreicht. Die Aktien anderer zyklischer Firmen wie ABB, ClariantFischer oder  Holcim rücken leicht vor.
 
Gewinnmitnahmen nach der jüngsten kräftigen Erholung lassen die Anteile von Meyer Burger und Schmolz + Bickenbach um 10,3 respektive um 3,4 Prozent fallen.
 
(Reuters)