Schweizer Börse: SMI baut Gewinne aus

Der Schweizer Aktienmarkt hat bis zum Freitagmittag die Gewinne weiter ausgebaut. Nachdem der SMI bereits klar über der Marke von 7800 Punkten startete, bewegt er sich inzwischen Richtung 7900 Punkte.
25.11.2016 12:50
Weiter auf Erholungskurs: die Schweizer Börse am Freitagmittag.
Weiter auf Erholungskurs: die Schweizer Börse am Freitagmittag.
Bild: cash

Damit setzt sich die am Mittwoch eingeleitete Erholungsbewegung verstärkt fort, wobei insbesondere die Schwergewichte Schub geben. Actelion steigen nach Übernahmegerüchten zweistellig.

Aus Europa kamen am Morgen positive Daten vom Konsumentenvertrauen aus Frankreich, dass wie erwartet auf hohem Niveau stagnierte. Auch die BIP-Zahlen aus Grossbritannien wiesen einen Anstieg im erwarteten Bereich aus. In den USA blieben die Aktienmärkte am Donnerstag aufgrund des Thanksgiving-Feiertags geschlossen. Am heutigen "Black Friday" öffnet die Wall Street nur für einen verkürzten Handel. Am Nachmittag wird noch der Einkaufsmanagerindex Markit-PMI-Dienste veröffentlicht.

Der SMI gewinnt gegen Mittag 1,0% auf 7878 Punkte (Tageshoch 7891). Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,6% auf 1247 Zähler zu, und der breite SPI 0,9% auf 8620 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 11 im Plus und 19 im Minus.

Kursfeuerwerk bei Actelion nach Verkaufsgerüchten

Der Actelion-Kurs legt inzwischen bereits mit +13,7% zweistellig zu. Die Aktien werden durch Meldungen zu Gesprächen mit dem US-Pharma- und Konsumgüterriesen Johnson & Johnson in die Höhe getrieben. Bereits am Vortag waren die Titel nach Übernahmegerüchten Tagesgewinner. Laut einer Bloomberg-Meldung interessiert sich Johnson & Johnson für die Basler und es gebe bereits Kontakte zwischen den Firmen. Ist an der Geschichte etwas daran, könnte dies andere Interessenten anlocken und einen Bieterwettbewerb lostreten, meinen Experten.

Stärker im Plus rangieren erneut Galenica (+2,9%), die sich damit weiter vom Anfang November markierten bisherigen Jahrestief erholen können. Schub geben dem SMI vor allem die Schwergewichte Nestlé (+1,9%), Roche (+1,7%) und Novartis (+1,4%), die im Verlauf des Morgens die Aufschläge ausgebaut haben. Auch eine Reihe anderer Pharma-Werte aus der zweiten Reihe wie Newron (+5,7%) oder Basilea (+2,8%), die in den vergangenen Tagen deutlicher abgegeben hatten, zeigen sich fester.

Etwas stärker können bei den Bluechips noch Sika (+1,0%), Bâloise (+0,8%) oder Lonza (+0,7%) zulegen.

Zykliker und Finanztitel im Verkauf

Auf der Verliererliste finden sich vor allem Zykliker und Finanztitel. So geben Lafarge-Holcim (-1,7%), Dufry (-0,9%), ABB (-0,4%) und Schindler (-0,6%) ab. Bei den Versicherungen und Banken notieren CS (-1,6%) Julius Bär (-1,3%), Zurich (-0,5%) und Swiss Life (-0,4%) tiefer. UBS (-0,2%) können sich etwas besser halten.

Aryzta (-0,1%) notieren im Vorfeld der Zahlen am Montag geringfügig leichter. Adecco (-0,2%, 62,15 Franken) können trotz eines höheren Kursziels von 70 Franken bei Barclays nicht mithalten.

Am breiten Markt stehen Meyer Burger im Fokus, nachdem die Gläubigerversammlung den Änderungen der Wandelanleihe zugestimmt hat. Nach einer zeitweisen Aussetzung des Handels liegen die Titel aktuell mit 13,3% im Plus. Für Auftrieb sorgt auch der Abgang des langjährigen Chefs Peter Pauli. Neuer CEO wird Hans Brändle, der frühere Chef der Oerlikon-Beschichtungssparte Coating. Der VRP Peter Wagner wird durch seinen Stellvertreter Alexander Vogel abgelöst.

Helvetia und Sulzer nach Kurzielanpassungen gesucht

Helvetia (+2,1%, 534 Franken) werden von Goldman Sachs auf "Buy" von "Neutral" hochgestuft und das Kursziel auf 630 von 607 Franken deutlich angehoben. Die Aktien seien unterbewertet, heisst es in einer Branchenstudie.

Bei Sulzer (+3,3%, 106,70 Franken) sorgt eine Bewertungsanhebung durch Baader Helvea vom Vorabend für Unterstützung. Die Titel wurden auf "Buy" von "Hold" heraufgestuft und das Kursziel deutlich auf 120 von 85 Franken angehoben. Der Transformationsprozess des Unternehmens habe sich beschleunigt und das Geschäftsportfolio würde sich zu einer höheren Gewinnqualität verschieben, heisst es.

Dottikon (+4,4%) legen nach einer Umsatz- und Gewinnsteigerung im ersten Semester des Geschäftsjahres zu. Der Pharmazulieferer rechnet mit weiteren Steigerungen.

Bei den Verlierern fällt u.a. der Börsenneuling KTM mit -3,7% etwas deutlicher zurück, Swissquote (-3,0%) weiten die an den Vortagen erlittenen Verluste aus.

(AWP)