Schweizer Börse: SMI fällt auf ein Vier-Monate-Tief

Die Kurse an der Schweizer Börse sind am Dienstag nach einem festeren Start abgerutscht. Trotz guter Industriedaten aus China und der Schweiz verebbten anfängliche Käufe rasch und die Kursgewinne bröckelten ab.
01.11.2016 17:45
Ein weiterer Tag mit negativen Vorzeichen: die Schweizer Börse am Dienstag.
Ein weiterer Tag mit negativen Vorzeichen: die Schweizer Börse am Dienstag.
Bild: cash

Der SMI liegt zum Börsenschluss 0,9 Prozent im Minus bei 7761 Punkten. Damit rutschte der Leitindex auf den tiefsten Stand seit Ende Juni ab. Der Markt bewegt sich seit zwei Wochen nach unten.

Wegen des Feiertags Allerheiligen in Teilen der Schweiz, in Österreich und in vielen deutschen Bundesländern verlief das Geschäft Händlern zufolge relativ ruhig. "Zürich war voll, aber nicht von Anlegern sondern von Einkaufstouristen", sagt ein Händler. Im protestantischen Zürich ist der 1. November ein normaler Arbeitstag.

Händler rechnen nicht mit einer nachhaltigen Erholung der Kurse, bis in feststehe, wer neuer US-Präsident wird. Zudem veröffentliche am Mittwoch die amerikanische Notenbank ihre geldpolitischen Entscheidungen und am Freitag stehe der stark beachtete Arbeitsmarktbericht der US-Regierung auf dem Programm. Von der Fed wird keine Zinsänderung erwartet. "Die erste Zinserhöhung seit einem Jahr wird im Dezember erwartet", sagt ein Händler.

Bis auf Swiss Re rutschten die Bluechips in die Minuszone. Die Aktien von Nestlé, die lange Zeit noch eine Stütze des Marktes waren, fallen im Schlusshandel auch noch 0,3 Prozent ins Minus. Die beiden ebenfalls schwergewichtigen Pharmatitel Novartis und Roche notieren nach dem Vortagesminus erneut um 0,8 und 1,3 Prozent schwächer. Das beschleunigte US-Zulassungsverfahren für den Novartis-Wirkstoff LEE011 zur Behandlung von Brustkrebs konnte Händlern zufolge den Akteinkurs nicht stützen.

EFG stürzen nach Abschluss der BSI-Übernahme ab

Die Anteile der Banken Credit Suisse und UBS schwächen sich um 1,2 und 1,8 Prozent ab. Die Anteile von EFG International brechen um 5,6 Prozent ein. Die Privatbank hat die Übernahme des Wettbewerbers BSI abgeschlossen und bezahlt 1,06 Milliarden Franken. Den Rabatt im Vergleich zu den ursprünglich vereinbarten rund 1,3 Milliarden Franken begründete die Privatbank mit den Geldabflüssen bei BSI. Weitere Preisanpassungen seien möglich. Händler sprechen von Gewinnmitnahmen nach der jüngsten Kurserholung.

Auch die Versicherungstitel rutschen über 1 Prozent ab. Swiss Re trotzen dem Trend und steigen um 0,1 Prozent. Der Rückversicherer veröffentlicht am Donnerstag seinen Zwischenbericht.

Schwächer sind die Anteile zyklischer Firmen. Die Aktien von ABB, Lafarge-Holcim und Geberit wurden über 1 Prozent tiefer gehandelt. Auch Clariant, Oerlikon und Lonza geben nach.

Die Anteile von Syngenta ermässigen sich um 0,4 Prozent. Chem China verlängert das 43 Milliarden Dollar schwere Übernahmeangebot für den Agrarchemiekonzern zum vierten Mal. Die Kaufofferte gilt nun bis 5. Januar 2017, könne aber erneut verlängert werden. Alle anderen Bedingungen des Angebots bleiben unverändert.

Calida nach Veraison-Einstieg nach wie vor gefragt

Die Calida-Aktien setzen ihren jüngst begonnenen Anstieg mit einem Plus von 5,7 Prozent fort und erreichten zwischenzeitlich bei 36,80 Franken ein Jahreshoch. Der Titel erfreut sich steigender Nachfrage, seit der als aktivistisch geltende Investor Veraison mit gut 16 Prozent an dem Wäschehersteller eingestiegen ist, heisst es am Markt.

Evolva sind bei 0,42 Franken gehalten. Berenberg stutzte das Kursziel auf 0,25 von 0,45 Franken und bekräftigte die Empfehlung "Sell".

Die Anteile Leclanché ziehen 2,8 Prozent an. Der Batteriehersteller wird Generalunternehmer und Lieferant beim Marengo Energiespeicherkraftwerk in der Region Chicago.

(Reuters/cash)