Schweizer Börse: SMI fällt unter 8100 Punkte

Der Schweizer Aktienmarkt weist am Dienstagmittag weiterhin Abgaben aus. Insbesondere tiefere Schwergewichte sorgen beim Leitindex SMI für ein Minus und drücken ihn unter die Marke von 8100 Punkten.
19.07.2016 13:00
Eines der drei Schwergewichte, die am Dienstag dem SMI stark zusetzen: Novartis-Aktie.
Eines der drei Schwergewichte, die am Dienstag dem SMI stark zusetzen: Novartis-Aktie.
Bild: Bloomberg

Die zuletzt gute Performance habe ohne positive Bestätigung nicht fortgesetzt werden können, heisst es im Handel. Nach dem Stillstand der vergangenen beiden Handelstage könne der Rücksetzer nun charttechnische Gründe haben, und die Anleger würden Gewinne mitnehmen.

In Deutschland weist der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen nach dem Brexit einen deutlichen Einbruch auf. Angesichts der ausgebliebenen Verwerfungen an den Finanzmärkten und der unklaren Auswirkungen auf die Konjunktur könne dies aber eine Überreaktion sein, heisst es. Am Nachmittag stehen Zahlen von US-Schwergewichten wie Goldman Sachs oder Johnson & Johnson auf der Agenda.

Der SMI notiert gegen Mittag 0,9% tiefer auf 8085 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 1,0% auf 1197 Zähler ab und der breite SPI 0,8% auf 8765 Punkte. Von den 30 Bluechips notieren 27 im Minus und nur 3 im Plus.

Novartis nach Senkung der Gewinnprognose im Verkauf

Novartis (-1,0%) geben nach einer vorsichtiger formulierten Guidance klar ab. Der Pharmakonzern hat im ersten Semester einen leicht geringeren Umsatz und EBIT erzielt, jedoch die Analystenschätzungen übertroffen. Wachstum wurde bei der Generika-Sparte Sandoz verbucht, während Innovative Medicines und die Augensparte Alcon schrumpften. Der Gewinnausblick für das Gesamtjahr wurde beim Konzernergebnis leicht vorsichtiger formuliert. Das Unternehmen will die Investitionen in den Hoffnungsträger Entresto ausweiten.

Die beiden anderen Schwergewichte Roche (-1,2%) und Nestlé (-0,5%) kosten den Leitindex ebenfalls einige Punkte.

Unter den grössten Verlierern finden sich Lafarge-Holcim (-2,5%), Adecco (-1,6%) und Aryzta (-1,3%). Die Uhrenwerte Swatch (-1,9%, 262 Franken) und Richemont (-2,1%) haben die Abgaben im Morgenhandel ausgebaut. Bei Swatch sind die Anpassungen nach der Gewinnwarnung vom vergangenen Freitag noch nicht durch und die Royal Bank of Canada hat das Kursziel auf 320 (365) Franken gesenkt. Die Bewertung bleibt jedoch "Outperform".

SGS nach Kurszielsenkungen unter Druck

Grössere Abgaben weisen auch SGS (-1,4%) auf. Hier wurden von Analystenseite im Nachgang der Zahlen die Kursziele nach unten angepasst, etwa von Jefferies oder der CS. Bei Givaudan (-1,5%) werden nach dem deutlichem Plus am Vortag Gewinnmitnahmen als Grund für die Abgaben genannt. Die Analysten der Deutschen Bank und Barclays haben das Kursziel angehoben. Exane BNP senkt jedoch die Bewertung auf "Neutral" von "Outperform".

Zahlen hat auch der Logistikkonzern Kühne+Nagel (-0,4%) vorgelegt. Bei rückläufigem Umsatz wurde im Semester die Profitabilität gesteigert, und der Bruttogewinn legte fast 8% zu. Im zweiten Semester rechnet das Unternehmen mit anhaltender Dynamik bei Volumen und Ertrag.

Die Grossbanken CS (-0,7%) und UBS (-1,3%) geben unterschiedlich stark ab. Bei Julius Bär (-1,7%) wurden Veränderungen in der Organisation und beim Personal angekündigt. Philipp Rickenbacher rückt als Leiter Advisory Solutions und Nic Dreckmann als COO in die Geschäftsleitung auf. Barend Fruithof verlässt das Unternehmen.

Im Plus halten sich Lonza, Geberit (je +0,3%) und Sika (+0,1%).

Meyer Burger nach neuerlichem Grossauftrag gesucht

Im breiten Markt hat Meyer Burger (+1,1%) einen Anschlussauftrag von einem chinesischen Solarzellenhersteller über 18 Millionen Franken gemeldet. Lieferung sowie Inbetriebnahme der Anlagen sollen im vierten Quartal erfolgen.

DKSH (-0,9%) hat den deutschen Manager Stefan Butz als neuen CEO nominiert. Er kommt von der britischen Intertek Group und soll den langjährigen Chef Jörg Wolle ablösen, der im März kommenden Jahres auf den VRP-Posten wechselt.

Die Bellevue Group (-3,0%) rechnet mit einem Konzerngewinn nach Steuern von knapp 3 Millionen Franken für das erste Halbjahr. Im Vorjahr wurde noch ein Verlust von 15,5 Millionen ausgewiesen.

(AWP)