Schweizer Börse: SMI grenzt Kursverluste ein

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Freitag auf die Verliererstrasse zurückgekehrt, nachdem sich der Leitindex SMI tags zuvor von den Kursverlusten der laufenden Woche etwas erholen konnte.
28.10.2016 13:00
Für einmal im positiven Licht: Die UBS am Freitag nach guten Quartalszahlen.
Für einmal im positiven Licht: Die UBS am Freitag nach guten Quartalszahlen.
Bild: cash

Die Abgaben halten sich am Berichtstag mit dem nachlassenden Druck von Seiten der Pharma-Schwergewichte allerdings in Grenzen und so rückte der SMI bis auf die Marke von 7900 Punkten vor. Unterstützung erhält der Markt dabei von Lonza und UBS, die mit Angaben zur Geschäftsentwicklung positiv überraschten.

Im weiteren Handelsverlauf richteten die Börsianer die Aufmerksamkeit auf "frische" Konjunkturdaten aus den USA, meinen Händler. Insbesondere die erste Schätzung zur BIP-Entwicklung im dritten Quartal wird mit Spannung erwartet. Ökonomen gehen von einer deutlichen Belebung aus. Zudem steht auch noch das von der Uni Michigan ermittelte Konsumentenvertrauen auf der Agenda.

Der SMI verliert gegen Mittag um 0,3% auf 7901 Punkte und liegt damit im Vergleich zur Vorwoche mit 1,7% im Minus. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,2% auf 1228 und der breite SPI 0,2% auf 8641 Zähler ein. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 22 im Minus und 8 im Plus.

UBS verdient mehr als erwartet - Aktie gesucht

UBS erfreuen sich nach dem Ausweis der Drittquartalszahlen entgegen dem Markttrend einer guten Nachfrage und gewinnen aktuell 0,9% dazu. Die Grossbank hat etwas mehr verdient als von Analysten geschätzt. Die tiefen Zinsen und die Zurückhaltung der Kunden in der Vermögensverwaltung stellen die UBS zwar weiterhin vor grosse Herausforderungen, doch begrüssen Analysten die Fortschritte auf der Kostenseite. Die Aktien der Branchennachbarin Credit Suisse verlieren 0,4%. Händler empfehlen aber, die Papiere im Vorfeld der Zahlenvorlage von nächster Woche ebenfalls zuzukaufen.

Am Vorabend hatte Lonza (+4,8%) im Rahmen eines Business Updates über die Geschäftsentwicklung berichtet und lässt damit die Anlegerherzen höher schlagen. Der Basler Pharmazulieferer hat im dritten Quartal eine starke Dynamik gesehen, insbesondere im Bereich Pharma&Biotech. Und auch für den Rest des Jahres versprühte das Management um CEO Richard Ridinger Optimismus. Lonza erwartet nun, die für das Geschäftsjahr 2018 ausgegebenen Ziele bereits 2017 zu erreichen.

Dagegen verlieren Geberit nach Vorlage von Geschäftszahlen 1,6%. Der Sanitärtechniker habe zwar im dritten Quartal eine organische Wachstumsbelebung gemeldet, doch falle diese schwächer als erhofft aus, meinen Händler. Gewinnmitnahmen seien die Folge davon, nachdem die Titel zuvor seit Jahresbeginn um beinahe 25% zugelegt hatten.

Zykliker unter Druck

Grössere Kursabgaben sind nach wie vor bei weiteren Zyklikern wie Lafarge-Holcim (-1,6%), Kühne+Nagel (-1,1%) oder Dufry (-0,8%) zu sehen. Demgegenüber haben die Index-Schwergewichte Nestlé (-0,4%), Roche (-0,2%) und Novartis (-0,1%) die frühen Abgaben deutlich eingegrenzt. Am Vortag hatten sie den SMI mit ihren Avancen in die Gewinnzone geführt.

ABB (-0,7%) bleiben unter Abgabedruck. Am Donnerstag hatten die Titel im Anschluss an die Quartalsberichterstattung um 6,6% nachgeben und eine Reihe von Analysten senken nun ihre Schätzungen. Zuletzt reduzierten J.P. Morgan und Société Générale die Kursziele. Die Schwäche beim Auftragseingang sowie die angespannten Endmärkte dürften auch im ersten Quartal 2017 hindurch weiter auf dem Umsatzwachstum lasten, heisst es im Kommentar der französischen Bank.

Auch SGS (-0,8%) bleiben unter Druck. Am zweitägigen Investorentreffen führte der Warenprüfkonzern die Erwartungen an das organische Wachstum ans untere Ende der Bandbreite von 2,5 bis 3,5% heran, was den Kurs bereits am Donnerstag belastet hatte.

Rieter-Aktie trotz verfehlter Erwartungen im Plus

Im breiten Markt hat der Spinnereimaschinenhersteller Rieter zuletzt die Investitionszurückhaltung in der Türkei zu spüren bekommen und mit den Angaben zum Auftragseingang der ersten neun Monaten der Erwartungen leicht verfehlt. Dennoch rücken die Aktien nach anfänglichen Verlusten um 0,5% vor.

Ebenfalls Zahlen ausgewiesen haben HBM Healthcare Investments (+0,4%), die Glarner Kantonalbank (-0,6%) und Gottex (-4,4%). Der Schraubenspezialist Bossard hat den Vertrag mit Tesla bis 2020 verlängert und klettert an der Börse um 3,3% in die Höhe. Bucher weiten die gestrigen deutlichen Abgaben dagegen um 4,0% aus. Analysten senkten die Kursziel nach der schwachen Zahlenvorlage.

(AWP)