Schweizer Börse: SMI kann sich knapp behaupten

Am Schweizer Aktienmarkt dominiert zur Wochenmitte eine abwartende Haltung unter den Investoren. Nach einem freundlichen Auftakt schmelzen die Gewinne des Leitindex SMI schnell zusammen.
16.11.2016 13:00
Nicht zügig, aber es geht leicht vorwärts an der Scchweizer Börse am Mittwochmittag.
Nicht zügig, aber es geht leicht vorwärts an der Scchweizer Börse am Mittwochmittag.
Bild: cash

Bis zum Mittag bewegt er sich in einer engen Spanne um den Vortagesschluss. Insgesamt sei nach den zuletzt deutlichen Kursgewinnen eine gewisse Zurückhaltung zu beobachten, erklären Händler. Das treffe auch auf die Märkte in Europa zu.

Dies liege nicht zuletzt daran, dass vom neu gewählten US-Präsidenten Donald Trump zwar eine investitionsfreundliche Politik erwartet werde. Allerdings sei zu diesem Zeitpunkt nach wie vor unklar, in welche Richtung genau diese gehen werde und auch mit welcher Mannschaft er seine Regierungszeit im Januar dann am Ende antreten werde. Dass die Märkte nach wie vor sehr nervös sind, zeigt sich erneut am Bondmarkt, wo nach der kurzen Pause am Dienstag zur Wochenmitte der Ausverkauf weitergeht.

Der SMI notiert um 12.15 Uhr mit +0,1% knapp im Plus bei 7916 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,2% auf 1249 Zähler hinzu und der breite SPI 0,1% auf 8641 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln liegen 21 im Plus, 7 im Minus und die Aktien von Sika und Schindler sind unverändert.

Finanzwerte wieder bei den Gewinnern

Die Gewinnerliste wird angeführt von den Aktien konjunktursensibler Unternehmen wie Syngenta und SGS und Geberit, die zwischen 1,5 und 1,0% zulegen.

Ganz oben spielen auch Aktien aus der Finanzbranche mit, allen voran die Anteilsscheine von Julius Bär, der Swiss Re (beide +0,8%) und der Zurich Insurance (+0,7%). Aber auch die Papiere der Swiss Life, Bâloise, der UBS und Credit Suisse verbuchen Gewinne von bis zu 0,7%. Händler verweisen hier auf die Vorgaben aus Asien. Dort hatten Finanztitel zuletzt deutlich zugelegt. Investoren zählen darauf, dass die Branche von den höheren Bond-Renditen profitieren kann.

Einen eher bewegten Vormittag haben Actelion-Aktien hinter sich. Nachdem sie zunächst zwischen Plus und Minus gependelt sind, gehören sie am Mittwochmittag mit einem Aufschlag von 1,0% zu den Favoriten unter den Bluechips. Das Analysehaus S&P Global hatte am Morgen eine "Strong Buy"-Empfehlung für die Titel ausgesprochen nach zuvor "Hold".

Schwergewichte bremsen den Markt

Neben Actelion zeigen sich aus der Gesundheitsbranche noch Novartis (+0,3%) fester. Der Pharmakonzern hat am Morgen mit einer Vielzahl von Studiendaten und angekündigten Präsentationen auf wichtigen Fachkongressen Anfang Dezember von sich reden gemacht.

Die anderen beiden Schwergewichte Roche (-0,4%) und Nestlé (-0,2%) erweisen sich dagegen als Hemmschuh für den Gesamtmarkt.

Noch deutlicher fallen nur die Anteilsscheine von Lafarge-Holcim (-1,1%) und den beiden Uhrenherstellern Richemont (-0,6%) und Swatch (-0,5%). Die Nachricht, dass der Baustoffhersteller eine Beteiligung in Indien erhöhe, bezeichnet man bei der ZKB als strategisch sinnvoll. Die Tatsache, dass diese Aufstockung Auswirkungen auf die Nettofinanzschulden in einem Umfang von 325 Millionen Franken haben werde, könnte dagegen auf weniger Wohlwollen stossen. Immerhin ist diese Ausgabe nicht im früher kommunizierten Ziel enthalten, die Verschuldung bis Ende 2016 auf 13 Milliarden Franken zu senken.

Züblin-Aktie ist nach Erreichen der Gewinnzone ein Kauf

Besonders ausgeprägt bewegen sich zur Wochenmitte im breiten Markt die Züblin-Aktien (+7,7%). Die Immobiliengesellschaft hat im Ende September abgeschlossenen Halbjahr erstmals seit vielen Jahren den Sprung in die Gewinnzone geschafft. Noch deutlicher steigen nur die Aktien der Valartis Gruppe (+8,6%).

Klar aufwärts geht es auch für Ascom (+4,3%). Bei dem Technologieunternehmen wird es zu einer Veränderung im Verwaltungsrat kommen: Juhani Anttila wird sich an der Generalversammlung im kommenden Jahr nicht mehr als Präsident des Gremiums zur Verfügung stellen. Andreas Umbach werde als sein Nachfolger vorgeschlagen.

Das Gegenstück hierzu bilden die Aktien von Leonteq mit einem Minus von 7,9%. Der auf strukturierte Produkte spezialisierte Finanzdienstleister will Kosten einsparen und gibt sich eine neue Struktur.

(AWP)