Schweizer Börse: SMI kippt in die Negativzone

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag gegen Mittag ins Minus gekippt, nachdem er noch freundlich eröffnet hatte.
15.11.2016 13:00
Fertig mit Kaufen, am Dienstag stehen Bankaktien wieder auf den Verkaufslisten.
Fertig mit Kaufen, am Dienstag stehen Bankaktien wieder auf den Verkaufslisten.
Bild: cash

Dass die seit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten anhaltende Hausse somit an Fahrt verloren hat, stellt für Händler keine Überraschung dar. Eine Andeutung darauf habe bereits am Montag die Wall Street gegeben, die bereits eine nachlassende Dynamik gezeigt habe, heisst es im Markt. Am Nachmittag könnten noch US-Konjunkturangaben für neue Impulse sorgen.

Die Börsen hätten die Vorschusslorbeeren für den zukünftigen US-Präsidenten Trump verteilt. Nun gehe es um die harten Fakten, schreibt etwa Jochen Stanzel von CMC Marktes in einem Kommentar. Die Investoren möchten nun endlich wissen, wie viel Pragmatiker und wie viel Idealist im Republikaner stecke. Wünschen würden sie sich einen pragmatischen Präsidenten, das schlimmste für die Märkte wäre dagegen ein Idealist Trump. Verschiedene Ökonomen glauben, dass die künftige US-Politik Fakten schaffen werde, die nicht zum Wohle der Märkte sind. Zwar dürften ihrer Meinung nach Steuersenkungen und Investitionsprogramme der US-Konjunktur helfen, die verschärfte Ausländerpolitik, der zunehmende Protektionismus und höhere Schulden könnten das Wachstum aber abwürgen.

Der SMI verliert bis am Mittag 0,1% auf 7891 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,1% auf 1244 ein. Lediglich der SPI vermag sich auf 8614 Zählern noch knapp in der Gewinnzone halten. Von den 30 wichtigsten Titeln befinden sich 20 im Plus und 10 im Minus.

Leerverkäufer setzen Finanzwerte unter Druck

Von den Indexschwergewicht weist nur noch Nestlé (+0,7%) einen Anstieg an, während Roche, die am Morgen den Markt noch unterstützten, mittlerweile Abgaben verzeichnen (-0,5%); Novartis stehen 0,4% tiefer. Ihre morgendlichen Verluste deutlich ausgebaut haben die Finanzwerte, allen voran UBS, die mit -2,2% die Liste der SMI-Kursverlierer anführen. Weniger unter Druck stehen dagegen Credit Suisse (-0,7%). Händler erklären dies damit, dass nach dem jüngsten Kursanstieg wieder Leerverkäufe in Finanzwerten eingesetzt haben.

Ins Plus gedreht haben unter den Finanzwerten dagegen Bâloise (+0,7), die am Morgen noch Abgaben verzeichnet hatten. Der Versicherer legte für die ersten neun Monate insgesamt Zahlen vor, mit denen er die Erwartungen des Marktes übertroffen hat. Das Management blickt mit Zuversicht auf den Abschluss des Geschäftsjahrs 2016 und bestätigt die bisherigen Ziele.

Die deutlichsten Avancen verzeichnen immer noch Actelion mit 1,7% und Givaudan mit +1,4%, wobei insbesondere Actelion einen Grossteil der morgendlichen Avancen abgegeben hat. 1,0% legen Syngenta zu. Das Agrochemieunternehmen hat die Zulassung für ein Fungizid in Argentinien erhalten. Syngenta schätzt das weltweite Umsatzpotenzial auf über 750 Millionen Dollar. Ausserdem hat S&P Global das Anlagerating für Syngenta auf "Strong Buy" von "Buy" angehoben.

Kursfeuerwerk bei Gottex nach guten Zahlen

Im breiten Markt stehen nach der Veröffentlichung von Resultaten Gottex (+12,9%) Schmolz+Bickenbach (gehalten), Flughafen Zürich (+2,7%) sowie Orascom (-4,2%) im Zentrum des Interesses. Gottex vermeldete für das dritte Quartal erstmals seit dem zweiten Quartal 2015 ein Wachstum in den ertragsgenerierenden Vermögen.

Der Stahlhersteller Schmolz+Bickenbach wiederum konnte trotz eines rückläufigen Umsatzes die Profitabilität steigern, und der Flughafen Zürich verzeichnete im Oktober die höchste Zuwachsrate der Passagierzahlen in einem Monat im bisherigen Jahresverlauf.

Der Immobilienentwickler Orascom verzeichnete in den ersten neuen Monaten einen Umsatzrückgang um knapp ein Drittel und unter dem Strich einen Verlust.

KTM auch am Tag zwei an der Schweizer Börse gesucht

Basilea gewinnen +0,4%, nachdem das Pharmaunternehmen die Lancierung seines Anti-Pilz-Medikaments Cresemba in Frankreich angekündigt hat.

Auch an ihrem zweiten Handelstag halten sich die Aktien der österreichischen Fahrzeuggruppe KTM Industries gut. Die Titel, die gestern mit 4,90 Franken ihren ersten Kurs notiert und den Handel mit 5,20 Franken beendet hatten, gewinnen erneut gut 10%.

(AWP)