Schweizer Börse: SMI legt vierten Tag in Folge zu

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag unter Führung von Finanz- und zyklischen Werten ihren Anstieg fortgesetzt.
17.11.2016 18:00
Es geht weiter aufwärts an der Schweizer Börse am Donnerstag.
Es geht weiter aufwärts an der Schweizer Börse am Donnerstag.
Bild: cash

Der SMI legt den vierten Tag in Folge zu und steigt bis Börsenschluss um 0,6 Prozent auf 7965 Zähler. Gefragt waren Anteile von Firmen, die mit Nachrichten aufwarteten oder die zuletzt unter Druck standen, sagt ein Händler.

Händler sagen, der Trump-Effekt sei Ernüchterung gewichen. Nach der jüngsten Euphorie wollen die Anleger konkrete Plänen des gewählten US-Präsidenten Donald Trump sehen. Nervös mache die Anleger zudem das Ende November erwartete Treffen der erdölexportierenden Länder (Opec) und das Verfassungsreferendum in Italien Anfang Dezember.

Die jüngsten US-Konjunkturzahlen stützen die Annnahme, dass die US-Notenbank die Zinsen anheben dürfte, sagen Händler. In die gleiche Richtung deuteten Aussagen von Fed-Chefin Janet Yellen vor dem einem Kongressausschuss. Yellen deutete an, die Zinsen "relativ bald" zu erhöhen.

Investorentag von Zurich kommt gut an

Eine Investorenveranstaltung des Versicherungskonzerns Zurich kam am Markt gut an. Die Zurich-Aktien legen 1,8 Prozent auf 267,30 Franken zu. Bei 270 Franken erreichten die Titel vorübergehend gar ein Jahreshoch. Der neue Zurich-Chef Mario Greco zerstreute die Angst der Anleger vor niedrigeren Ausschüttungen. Der seit März an der Spitze von Europas fünftgrösstem Versicherungskonzern stehende Italiener gab zwar etwas vorsichtigere Finanzziele aus, versüsste den laufenden Konzernumbau aber mit einem Dividendenversprechen: Die Aktionäre sollen weiterhin mindestens 17 Franken je Aktie erhalten. Über die Zeit soll die Ausschüttung steigen. Künftig sollen rund 75 Prozent des Überschusses an die Eigentümer ausgezahlt werden. "Zum aktuellen Kurs und mit einer Dividende von 17 Franken rentiert die Aktie deutlich mehr als 6 Prozent", sagt ein Händler. Damit sei Zurich unter den Standardwerten ungeschlagen.

Auch andere Versicherungswerte ziehen an, hinken Zurich aber hinterher. Swiss Re legen 1,1 Prozent zu und Swiss Life sind um 0,4 Prozent höher.

Bankaktien sind insgesamt etwas fester. Die Titel der Credit Suisse allerdings schwächen sich um 0,4 Prozent ab. "Nach dem starken Anstieg seit den US-Wahlen fehlt es an Gründen für weitere Zukäufe", sagt ein Händler. Zudem seien Aktien der US-Rivalinnen am Vortag gesunken.

Julius Bär ziehen 1,9 Prozent an. Die Privatbank sammelte in den ersten zehn Monaten Neugelder von knapp 4 Prozent des Bestands ein. Die Bank will ihr Wachstumsziel von 4 bis 6 Prozent bis 2017 erreichen.

Pharmawerte auf Erholungskurs

Die schwergewichtigen Pharmatitel setzen nach Tagen mit fallenden Kursen zu einer Erholung an. Die Genussscheine von Roche steigen um 0,8 Prozent. Novartis legen 0,7 Prozent zu. Die Behandlung mit dem Medikament-Kandidaten AMG334/Erenumab habe in einem klinischen Phase-III-Test Migräne-Anfälle signifikant verringert. Novartis entwickelt die Arznei zusammen mit dem US-Biotechkonzern Amgen. Die Anteile von Actelion legen nach dem Kurssprung vom Vortag nochmals 2 Prozent zu.

Die Anteile zyklischer Firmen sind mehrheitlich fester. Die Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch gewinnen im Sog eines Kurssprungs der Aktien des US-Konkurrenten Fossil 1,8 und 1 Prozent an Wert.

Die Aktien von Syngenta steigen um 0,6 Prozent. Die Fusion mit Chem China verzögert sich. Die EU-Kommission hat den Zeitpunkt für eine Entscheidung um zehn Tage auf den 29. März verschoben. US-Senator Chuck Grassley äusserte sich besorgt, dass sich der chinesische Chemieriese möglichen US-Gerichtsverfahren entziehen könnte. In der Vergangenheit führten chinesische Staatskonzerne wiederholt staatliche Immunität ins Feld, um US-Gerichtsverfahren zu vereiteln.

Die Anteile von Leonteq verlieren 2,2 Prozent. Die Derivatboutique hatte mit ihrem Zwischenberichten die Anleger enttäuscht. Meyer Burger markieren mit 1,81 Franken ein neues Tief. Immobilienwerte legen kräftig zu.

(Reuters/cash)