Schweizer Börse: SMI schwankt um Vortagesschluss

Der Schweizer Aktienmarkt schwankt am Freitag zur Mittagszeit um den Schluss vom Vortag. Nachdem der SMI am Morgen etwas tiefer eröffnet hat, konnten die Verluste danach etwas eingedämmt werden.
22.07.2016 13:00
Nicht vor, nicht zurück: Die Schweizer Börse am Freitag.
Nicht vor, nicht zurück: Die Schweizer Börse am Freitag.
Bild: cash

Kurzzeitig drehte der Leitindex gar ins Plus. Potenzielle Käufer hielten sich zurück und warteten weiterhin auf eine Korrektur nach der Erholung vom Brexit-Schock, heisst es am Markt. Auch Gewinnmitnahmen hielten sich noch in Grenzen. So treten die europäischen Aktienmärkte weiter auf der Stelle und warten auf neue Impulse. Die waren zumindest am Vortag seitens der Geldpolitik ausgeblieben.

Mit zwei grossen Notenbanken (USA und Japan), die in der nächsten Woche tagen, könne man fast sicher sein, dass vor dem Wochenende nicht mehr viel passieren wird, so ein Marktbeobachter. Grosse Bewegungen seien also erst wieder kommende Woche zu erwarten. In der mit zahlreichen Firmenabschlüssen befrachtet gewesenen auslaufenden Woche präsentierten am Freitag noch acht Schweizer Unternehmen Zahlen zum Geschäftsverlauf - darunter meist beachtet Syngenta.

Der SMI notiert gegen Mittag 0,2% tiefer bei 8165 Punkten. Auf Wochenbasis steht der SMI damit bislang ganz leicht im Plus. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,3% auf 1206 Zähler und der breite SPI 0,2% auf 8844 Punkte. Von den 30 Bluechips notieren 21 im Minus, 7 im Plus und 2 unverändert.

Swatch-Aktie wieder auf Talfahrt

Swatch (-3,5%) und Richemont (-1,8%) als schwächste SMI-Werte haben die Verluste noch weiter ausgebaut. Swatch hatten den Vortag nach der Zahlenvorlage noch mit leicht festerem Kurs abgeschlossen. Am Donnerstag war jedoch auch bekannt geworden, dass im Juni die Uhrenexporte weiter eingebrochen sind. Der Abwärtstrend hat sich zuletzt gar wieder beschleunigt.

Natixis senkte nun im Nachgang das Rating für Swatch auf "Neutral" von zuvor "Buy". Die operative Leistung im ersten Semester 2016 sei so enttäuschend wie noch nie ausgefallen, heisst es. Die zuständige Analystin sieht wenig ermutigende Perspektiven für den Uhrenhersteller. Zudem trudeln weitere Kurszielsenkungen aus anderen Häusern ein.

Grössere Verluste verzeichnen im frühen Handel zudem noch Aryzta (-1,3%), Galenica (-1,1%), CS (-0,9%).

Auch Actelion (-0,8%) und Roche (-0,3%) - ebenfalls mit Abschlüssen am Vortag - büssen ein. Der zweite schwergewichtige Pharmawert Novartis (-0,1%) verliert etwas, und Nestlé notieren unverändert.

Syngenta trotz mässiger Zahlen ein Kauf

Syngenta (+0,5%) legen dagegen nach Halbjahreszahlen etwas zu. Der Agrochemiekonzern hat zwar deutlich weniger Umsatz und Gewinn gemacht als im Vorjahr und damit die Erwartungen am Markt verfehlt. Die Rede ist beim Unternehmen von schwierigen Marktbedingungen: niedrige Rohstoffpreise sowie wirtschaftliche und währungsbedingte Herausforderungen. Allerdings bekräftigte das Unternehmen seine Erwartung, die Übernahme durch Chemchina werde bis Ende Jahr abgeschlossen sein.

Zulegen können zudem noch Swisscom (+0,5%) und ABB (+0,4%). ABB hatten bereits am Vortag das grösste Plus von mehr als 2% erreicht. Die Deutsche Bank erhöht im Nachgang auf "Hold" von zuvor "Sell". Hinzu kommen zahlreiche Kurszielerhöhungen. Der Deutsche-Bank-Analyst verweist auf besser als erwartet ausgefallene Fortschritte bei den Massnahmen zur Produktivitätssteigerung im Angestelltenbereich sowie der soliden Margen-Performance im zweiten Quartal. Die Aktie sei aber nach wie vor hoch bewertet, eine Verkaufsempfehlung sei jedoch nicht mehr gerechtfertigt.

Für Sika (+0,4% auf 4276 Franken) bestätigte Bernstein in einer Sektorstudie das "Outperform"-Rating und erhöhte das Kursziel auf 5053 Franken deutlich. Das Wachstum in den USA sei stark und dürfte im zweiten Jahresviertel gar zu einem zweistelligen Wert ansteigen, heisst es mit Blick auf die Zahlenvorlage am nächsten Freitag.

Leonteq legen Rückwärtsgang ein

Am breiten Markt verlieren unter anderem Molecular Partners (-3,6%) oder Leonteq (-3,2%) besonders stark. Letztere hatten am Vortag nach dem Halbjahresergebnis 6,7% zugelegt.

Lindt & Sprüngli (PS -0,6%) tendieren dagegen mittlerweile im Plus. Konzernchef Ernst Tanner gab sich nach dem wachstumsmässig eher unterdurchschnittlichen ersten Halbjahr in einem Interview mit AWP "sehr zuversichtlich" für die zweite Jahreshälfte. Die Wachstumsziele für das laufende Jahr wurden bestätigt, auch wenn das organische Wachstum beim Schokoladehersteller im ersten Semester unter den Schätzungen zu liegen kam.

Noch deutlicher zulegen können ausserdem CPH (+7,8%) nach Halbjahreszahlen.

(AWP)