Schweizer Börse: SMI steigt über 8200 Punkte

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Montag zur Mittagszeit leicht im Plus. Anfangs schwankte der SMI um den Schluss vom vergangenen Freitag, baute im Laufe des Morgens jedoch Gewinne auf.
25.07.2016 13:00
Weiter aufwärts: Die Schweizer Börse am Montagmittag.
Weiter aufwärts: Die Schweizer Börse am Montagmittag.
Bild: cash

Ein überraschend gutes Geschäftsklima in Deutschland hatte auch den DAX auf den höchsten Stand seit dem Brexit-Rückschlag getrieben. Das belege die These, dass das Brexit-Votum wirtschaftlich keine tiefen Bremsspuren hinterlassen werde, lautet ein Kommentar.

Für Bewegung an den europäischen Börsen könnte nun in dieser Woche die Geldpolitik sorgen. Denn mit der japanischen und der US-Notenbank tagen gleich zwei der wichtigsten Zentralbanken. Die Erwartungshaltung für weitere geldpolitische Lockerungen in Japan ist dabei so hoch wie seit Jahren nicht mehr. In den USA haben dagegen besser als erwartete Wirtschaftsdaten die Spekulationen über einen baldigen Zinsschritt nach oben wieder angeheizt. Hierzulande stehen Julius Bär mit dem Halbjahresergebnis im Fokus der Aufmerksamkeit.

Der SMI notiert gegen Mittag 0,4% höher bei 8227 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,6% auf 1219 Zähler und der breite SPI 0,4% auf 8913 Punkten. Von den 30 Bluechips notieren bis auf 4 alle im Plus.

Julius Bär nach Halbjahreszahlen stark gesucht

Grösste Gewinner sind Julius Bär (+4,6%) mit einem starken Plus nach der Zahlenvorlage. Der Vermögensverwalter hat mit dem Gewinn im ersten Halbjahr die Markterwartungen übertroffen. Die verwalteten Vermögen stiegen ebenfalls stärker als prognostiziert, und erfahrene Kundenberater konnten eingestellt werden. Damit gibt sich das Management auch zuversichtlich, die Zielgrösse für Neugelder von 4 bis 6% zu erreichen, obwohl das Wachstum im ersten Semester mit annualisiert +3,7% noch darunter lag.

Dank raschen Fortschritten im Zusammenhang mit dem im Mai angekündigten Kosteneinsparprogramm und der Hilfe von Sonderfaktoren seien die Gewinnprognosen deutlich übertroffen worden, heisst es am Markt. Die deutliche Kurserholung erfolge nun auch vor dem Hintergrund der Verluste nach dem enttäuschenden Zwischenbericht im Mai.

Mit Blick auf die anstehenden Zahlenvorlagen am Donnerstag bzw. am Freitag sind auch die Grossbanken Credit Suisse (+1,9%) und UBS (+1,8%) bereits zu Wochenbeginn Gesprächsthema. Im Laufe des Vormittags schoben sich beide Werte auf der SMI/SLI-Rangliste nach oben. Spekulationen zufolge soll das Ergebnis im zweiten Quartal bei Credit Suisse weniger schlimm ausfallen als im Vorquartal. Auch sollen im Wealth Management entgegen mancher Vermutungen am Markt netto Kundengelder angezogen worden sein.

Für die UBS wird mit einem positiveren Ausblick gerechnet, als das Halbjahresresultat vermuten lasse, schreibt "Finanz und Wirtschaft".

Lafarge-Holcim nach Teilverkauf in Sri Lanka gefragt

Deutlicher zulegen können des weiteren Lafarge-Holcim (+1,5%). Der Zementkonzern verkauft den Anteil an Holcim Lanka an den thailändischen Konzern Siam City Cement für einen Unternehmenswert von 400 Millionen Dollar, wobei der Erlös zur Schuldentilgung eingesetzt werden soll. Damit dürfte der Konzern im dritten Quartal Dreiviertel des Devestitionsziels von 3,5 Milliarden Franken erreichen.

Im oberen Bereich bewegen sich zudem Aryzta (+1,3%) und Clariant (+1,0%). Auch Swatch, Swisscom und Adecco legen jeweils 0,9% zu.

Ein Plus verzeichnen unter den Bluechips zudem Dufry (+0,7%), nachdem die Konzession mit dem Flughafen Zürich (Aktie +1,8%) bis 2028 vorzeitig verlängert wurde. Der neue Zehnjahresvertrag umfasst auch eine Renovation aller Geschäfte innerhalb der kommenden zwei Jahre. Ergebnisse zum ersten Halbjahr legt der Reisedetailhändler am Freitag vor.

Tornos nach Gewinnwarnung unter Druck

Unter den Schwergewichten stützen Nestlé (+0,3%) und Novartis (+0,1%) den SMI, während sich Roche (-0,2%) als Belastung erweisen.

Zu den wenigen Verlierern gehören daneben noch Lonza (-0,5%), Givaudan und SGS (je -0,1%).

Am breiten Markt geraten Tornos (-1,0%) nach einer Gewinnwarnung unter Druck. Für das erste Halbjahr wird mit 15% weniger Umsatz und mehr Verlust gerechnet.

Massiv zulegen können dagegen Wisekey (+11%), nachdem das Technologieunternehmen Openlimit bis spätestens Ende Jahr übernommen werden soll. Seit Anfang der vergangenen Woche haben die Titel damit fast um die Hälfte zugelegt.

(AWP)