Schweizer Börse: SMI verharrt im Minus

Der Schweizer Aktienmarkt verharrt am Donnerstagmittag im negativen Terrain. Nach einer schwächeren Eröffnung folgte beim Leitindex SMI zunächst eine leichte Erholung, ehe es dann wieder bergab ging.
03.11.2016 13:00
Seit zwei Wochen in der Negativspirale gefangen: Schweizer Börse.
Seit zwei Wochen in der Negativspirale gefangen: Schweizer Börse.
Bild: Pixabay

Am Markt werfe die bevorstehende US-Präsidentschaftswahl weiterhin ihre Schatten voraus und sorge für erhöhte Nervosität, heisst es von Händlerseite. Hierzulande drücken zudem die deutlichen Verluste der Credit-Suisse-Aktien nach Zahlen auf die Stimmung. Daneben stehen am Schweizer Markt noch die Bluechips Swisscom, Swiss Re und Dufry nach Zahlen im Fokus.

Das Stillhalten der US-Notenbank Fed bei seiner Zinsentscheidung war so erwartet worden. Dabei wurde die Finanzgemeinde auf eine Anhebung im Dezember eingestimmt, was an den Märkten nur für einen kurzen Taucher sorgte. Für erhöhte Unsicherheit dürfte auch eine richterliche Entscheidung in Grossbritannien sorgen, die dem Parlament Mitspracherecht beim Brexit-Prozess einräumt. Am frühen Nachmittag folgen noch wichtige US-Daten wie etwa Angeben zur Produktivität, der Markit PMI Dienste und der Auftragseingang Industrie.

Der SMI notiert gegen Mittag um 0,5% im Minus bei 7666 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 0,4% auf 1192 Punkte ab und der breite SPI 0,4% auf 8409 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 17 im Minus, 11 im Plus und 2 (Richemont, SGS) unverändert.

Credit Suisse nach Quartalszahlen abgestraft

Klar grösster Verlierer bei den Bluechips sind CS (-5,1%) nach Quartalszahlen. Die Grossbank hat zwar in einem schwierigem Umfeld einen kleinen Gewinn erzielt. Auf Analystenseite fallen die Urteile dennoch zum Teil sehr verhalten aus. Bei Bernstein monieren die Experten die Qualität dieses Gewinns, den sie in erster Linie Einmaleffekten zuschreiben. Die Aktien der UBS (+0,1%) und Julius Bär (+0,9%) können sich einer Sippenhaft entziehen.

Auch Swisscom (-0,9%) büssen deutlicher an Terrain ein. Vom Quartalsergebnis des Telekomkonzerns zeigen sich weder Investoren noch Analysten überzeugt. Der Umsatz hat wie von Analysten prognostiziert stagniert, während der Gewinn stärker als erwartet stieg. Bei Morgan Stanley heisst es in einem ersten Kommentar, der Konzern habe beim EBITDA schwächer als erwartet abgeschnitten und man sehe eine grundsätzliche Verschlechterung. S&P hat das Rating auf "Sell" von "Hold" gesenkt.

Bei den Schwergewichten liegt Roche mit -1,1% im Hintertreffen. Nachrichten von einer Phase-III-Studie mit dem Hämophilie-Produktkandidaten ACE910 belasten. Hier hatten vier von insgesamt 118 Patienten schwere Nebenwirkungen erlitten. Novartis (-0,1%) und Nestlé (-0,4%) sind dem SMI ebenfalls keine Stütze.

Kleines Kursfeuerwerk bei Dufry

Lafarge-Holcim (-0,7%) zeigen sich am Tag vor der Zahlenpublikation zum dritten Quartal ebenfalls schwächer. Auch die Zykliker Schindler (-1,1%) und Geberit (-0,7%) notieren tiefer.

Richemont (unv.) erholen sich von frühen Abgaben, ebenfalls im Vorfeld der Zahlenpublikation vom Freitag. Die Erwartungen für den Uhrenhersteller sind allerdings alles andere als zuversichtlich. Auch Branchennachbar Swatch zeigt sich kaum verändert.

Ganz anders sieht die Kursreaktion bei Dufry aus: Mit einem Kursplus von 5,6% sind die Papiere der mit Abstand grösste Gewinner unter den Bluechips. Zeitweise betrug das Plus bis zu 9%. Der Reisedetailhändler hat in den ersten neun Monaten dank der vollen Konsolidierung von World Duty Free (WDF) den Umsatz deutlich gesteigert. Unterm Strich blieb aufgrund der Integrationskosten aber wie erwartet nur ein minimaler Gewinn. Bei Baader Helvea nennt man die Entwicklung positiv. Vor allem beim Freien Cashflow habe Dufry sehr gut abgeschnitten.

Swiss Re nach Zahlen gesucht

Der Rückversicherer Swiss Re (+1,0%) notiert nach Zahlen ebenfalls klar im Plus. Der Konzern hat im dritten Quartal 2016 wie erwartet einen tieferen Gewinn erzielt, die Marktvorgaben hat die Gruppe jedoch übertroffen. "Exzellent" lautet der erste Kommentar des Analysten von Kepler Cheuvreux. Der Nettogewinn habe die Erwartungen des Marktes klar übertroffen. Die Versicherer Zurich, Swiss Life (je +0,9%) und Bâloise (+0,5%) finden sich ebenfalls auf der Gewinnerseite.

Im breiten Markt legen die Aktien des Medizinaltechnikunternehmen Ypsomed nach Zahlen 2,6% zu. Dagegen gehören Gesundheitstitel wie Santhera, Addex oder Evolva mit Kursabschlägen zwischen 7,0 und 2,5% zu den deutlichsten Verlierern.

Das Gegenstück bilden die Anteilsscheine von Gottex, die von sehr tiefem Niveau um 20% anspringen. Der Vermögensverwalter hat Zusagen über 6,2 Millionen von Investoren erhalten.

(AWP)