Schweizer Börse: SMI weiter deutlich im Minus

Der Schweizer Aktienmarkt verbucht am Montag zur Mittagszeit weiterhin Verluste. Die Anleger an den europäischen Börsen bleiben vor den anstehenden Notenbankentscheidungen in der Defensive.
31.10.2016 13:05
Auch zu Wochenbeginn geht bei der Schweizer Börse nichts.
Auch zu Wochenbeginn geht bei der Schweizer Börse nichts.
Bild: cash

In Japan hat die zweitägige Sitzung der Währungshüter bereits am Montag begonnen. Zur Wochenmitte steht der Zinsentscheid des Fed an, wobei Beobachter allerdings nicht mit einer Änderung rechnen. Am Donnerstag entscheidet die Bank of England über ihr weiteres geldpolitisches Vorgehen.

Am Freitag hatte der SMI bereits die fünfte Woche in Folge mit einem Minus beendet. Börsenschreck Donald Trump sei wieder zurück im Rennen um die US-Präsidentschaft, weil seine Herausforderin Hillary Clinton ein weiteres Mal über die E-Mail-Affäre stolpert, heisst es in einem Kommentar. Zudem sei es den führenden Ölförderländern über das Wochenende nicht gelungen, die im letzten Monat vereinbarten Pläne zur Senkung der Rohölförderung abzuschliessen. Hierzulande stehen Sika nach den Ereignissen am Freitagabend im Fokus.

Der SMI notiert gegen Mittag um 0,6% tiefer bei 7865 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,4% auf 1226 und der breite SPI 0,4% auf 8615 Zähler ein. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren jeweils drei im Plus sowie unverändert, der Rest steht im Minus.

Sika-Kursfeuerwerk nach erstem Gerichtsentscheid

Ausreisser sind Sika (+14%) mit einem weiterhin zweistelligen Plus. Der Kurs hatte am Freitag im Vorfeld des nachbörslich angekündigten Gerichtsentscheids im Übernahmekampf mit Saint-Gobain um gut 4% nachgegeben. Die Verantwortlichen des Baustoffherstellers konnten allerdings einen Etappensieg erringen: Das Zuger Kantonsgericht hat die Anfechtungsklage der Schenker-Winkler-Holding (SWH) gegen die Beschlüsse der Generalversammlung 2015 abgewiesen. Die Richter stellten fest, dass die von Sika gegen den grössten Aktionär verhängte Stimmrechtsbeschränkung rechtens war und haben damit dem Sika-Verwaltungsrates im Abwehrkampf gegen Saint-Gobain den Rücken gestärkt.

Der französische Baukonzern hält jedoch an der Übernahme fest, und die in der Familienholding SWH organisierten Gründererben kündigten an, das Zuger Urteil an die nächst höhere Instanz weiterzuziehen. Sika-Verwaltungsratspräsident Paul Hälg will indes nach den zwei Jahren Rechtsstreitigkeiten gemeinsam eine Lösung finden. Sein Ziel ist es, dass Sika das Aktienpaket der Familie übernimmt, wie er in der Sonntagspresse sagte.

Vontobel hält ein Angebot von Sika selbst an die Erbenfamilie bei einer gleichzeitigen Entschädigungszahlung an Saint-Gobain für ein wahrscheinliches Szenario. Neu empfiehlt der zuständige Analyst die Aktien zum Kauf.

Ganz leicht im Plus stehen zudem noch Zurich (+0,4%) und Swiss Life (+0,1%).

Luxusgütertitel stark unter Druck

Grösste Verlierer sind dagegen die Luxusgütertitel Swatch (-2,2%) und Richemont (-1,7%). Zudem stehen die Grossbankenwerte UBS (-1,4%) stärker unter Druck, während sich Credit Suisse (-0,5) im Rahmen des Gesamtmarktes bewegen. UBS haben am Freitag nach der Zahlenvorlage zum dritten Quartal noch 2,4% zugelegt. Insgesamt gehörten unter den SMI-Titeln die Finanztitel zu den grössten Gewinnern. CS und UBS legten mit 3,2% bzw. 5,2% am stärksten zu.

Syngenta (-1,1%) zeigen sich ebenfalls schwächer. Die EU-Kommission will die angestrebte Übernahme durch den chinesischen Chemiekonzern Chem China ausführlich unter die Lupe nehmen und leitet eine vertiefte Prüfung ein, wie am Freitag bekannt wurde. Schon am vergangenen Montag kam heraus, dass sich der Abschluss des Deals verzögert, und Syngenta gaben im Laufe der Woche bereits 5,5% ab.

Grösster Belastungsfaktor sind allerdings die schwergewichtigen Roche (-0,8%) und Nestlé (-0,6%). Auch Novartis (-0,2%) geben leicht ab.

Panalpina lassen nach Verkaufsempfehlung Federn

Am breiten Markt verlieren Panalpina (-3,9%) überdurchschnittlich, nachdem die Deutsche Bank die Aktien neu zum Verkauf empfiehlt.

VAT (+4,6%), Looser (+2,3%) - beide mit überzeugenden Zahlen per Ende des dritten Quartals - und Valartis (+2,2%) können dagegen von Unternehmensnews profitieren. Die Valartis-Gruppe sieht sich nach dem Vollzug der Übernahme ihrer Liechtensteiner Tochtergesellschaft als vollständig saniert und schuldenfrei an.

(AWP)