Schweizer Börse steigt über 8800 Punkte

Der Schweizer Aktienmarkt setzt seine seit Weihnachten anhaltende Erholung fort und tendiert auch am Dienstag im frühen Geschäft auf breiter Front fester.
29.12.2015 10:24
Nestlé gehört am zweitletzten Handelstag des Jahres zu den Gewinnern.
Nestlé gehört am zweitletzten Handelstag des Jahres zu den Gewinnern.
Bild: Bloomberg

Gute Vorlagen aus Asien und die relative Stabilität an der Wall Street sorgten für die steigenden Kurse, heisst es im Handel. Der Dow Jones hat sich am Montag in der zweiten Handelshälfte von den Tagestiefstwerten etwas abgesetzt, und an den Börsen Asiens ging es nach oben.

Börsianer rechnen am zweitletzten Handelstag des Jahres und der feiertagsbedingt verkürzten Handelswoche mit einem weiterhin ruhigen Handel. Die meisten grossen Investoren hätten ihre Bücher bereits geschlossen und würden die Zeit gegen Jahresende für einen Urlaub nutzen. Börsenrelevante Unternehmensnachrichten sind nicht vorhanden. Gesprächsthema seien indes die zuletzt deutlich gesunkenen Ölpreise. Am Nachmittag stehen dann noch Konjunkturdaten aus den USA auf der Agenda: Der Case-Shiller-Index sowie das Verbrauchervertrauen.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 09.30 Uhr 0,75% fester bei 8'804,73 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,70% auf 1'330,28 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,76% auf 9'081,33 Punkte. Von den 30 SMI/SLI-Titeln notieren 27 im Plus und nur drei im Minus.

Will der SMI nicht mit einer negativen Jahresperformance abschliessen, muss der Index in zwei Tagen noch um weitere knapp 90 Punkte zulegen.

"Window-Dressing"

Aus dem Portfolio "ausgeladen" werden Blue Chips, die im bisherigen Jahresverlauf die schwächste Performance aufweisen - Window-Dressing nennt sich das. So büssen Aryzta 0,4%, Transocean 0,9% und LafargeHolcim 0,1% ein. Für die drei Valoren stehen in diesem Jahr zwischen -34% und -26% zu Buche. Auch Swatch und Richemont (je +0,4%) liegen im Jahresvergleich weit im Hintertreffen.

Die Aktien des Ölplattform-Betreibers Transocean hatten bereits zum Wochenauftakt deutlich nachgegeben als Reaktion auf die Meldung, mit Shell habe ein weiterer Kunde einen Mietvertrag für eine Plattform frühzeitig aufgelöst. Die neuerlich sinkenden Ölpreise drehen die Negativspirale weiter.

In anderen, in diesem Jahr gut gelaufenen Aktien wie Galenica (+2,1%), Lonza (+1,0%), Sika (+0,4%), Syngenta (+0,9%) oder Actelion (+1,0%) werden hingegen "Last-Minute-Käufe" getätigt. So haben etwa die Papiere des Logistik- und Apothekenkonzerns Galenica in 2015 um satte 90% zugelegt.

Weit vorne notieren auch verschiedene Zykliker wie SGS (+1,4%), Sonova (+1,2%) und Schindler (+1,1%). Die vor allem am Vortag starken Kühne+Nagel (+0,5%) profitieren Händlern zufolge von der Hoffnung auf eine starke Dividendenrendite. Es werde stark damit gerechnet, dass auch im kommenden Jahr eine Sonderausschüttung erfolgen könnte.

Julius Bär legen zu

Bei den Banken stechen erneut Julius Bär mit +1,1% positiv hervor. Die Hoffnung auf einen Abschluss des Steuerstreits mit den USA vor dem Jahresende ist noch nicht aufgegeben, meinen Marktbeobachter. Credit Suisse (+0,9%) und UBS (+0,5%) liegen knapp dahinter, wie auch die Aktien der grossen Versicherer Swiss Re (+0,5%) und Zurich Insurance (+0,4%).

Die defensiven Schwergewichte stützten den positiven Trend. So ziehen etwa Novartis um 0,8% an. Die Papiere notieren Analysten zufolge "nur" um die 200-Tageslinie, was für einen defensiven Wert aussergewöhnlich sei. Zudem stehe gerüchteweise eine Ausgliederung der Sparte Alcon bevor, was einem Befreiungsschlag für Novartis gleichkäme. Roche steigen um 0,7% und Nestlé um 0,9%.

Im breiten Markt lohnt sich ein Blick auf die Aktien von Rieter (unv.), hat doch Norwegens Staatsfonds seine Beteiligung am Industriekonzern leicht erhöht. Gewinne verzeichnen derweil Charles Vögele (+3,2%), EFG International (+2,0%) und Ypsomed (+1,8%). Grössere Abgaben gehen auf die Liechtensteinische Landesbank (-2,2%), IVF Hartmann (-2,1%) und Orascom DH (-2,0%).

(AWP)