Schweizer Börse taucht zum Wochenschluss

Die Schweizer Börse hat zum Wochenschluss nachgegeben. Das Geschäft beschrieben Händler als richtungslos und umsatzschwach. Festeren Finanzwerten standen schwache Pharma- und Industrietitel gegenüber.
09.09.2016 17:50
Am Freitagnachmittag gings an der Schweizer Börse bergab.
Am Freitagnachmittag gings an der Schweizer Börse bergab.
Bild: Pixabay

Der SMI fällt bis Börsenschluss um 0,6 Prozent auf 8264 Punkte. Damit notiert der Leitindex ein knappes halbes Prozent unter dem Niveau vom vergangenen Freitag.

Auch in der nächsten Zeit dürfte die Seitwärtsbewegung des SMI, die sich auf 8000 bis 8350 Punkte eingeengt habe, anhalten, sagen Händler. Ein Auslöser für einen Ausbruch sei nicht in Sicht. "In der laufenden Woche ist zwar viel passiert. Per Saldo hat sich der SMI aber kaum verändert", sagt ein Händler. Die Enttäuschung darüber, dass die Europäische Zentralbank (EZB) zunächst auf weitere geldpolitische Massnahmen verzichten wolle, wirke nach. "Die Erwartungen waren etwas hoch", sagt ein Börsianer. "Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben." Weitere Lockerungsmassnahmen hätten zudem den Eindruck erwecken können, das Anleihekaufsprogramm greife nicht ausreichend.

Der Atomtest Nordkoreas sorgte für eine gewisse Nervosität, belastete den Markt allerdings nicht merklich. "In Asien haben die Märkte kaum auf den Atomtest reagiert, aber ein Kaufargument ist das bestimmt nicht", sagt ein Händler.

«Gefangene der Zentralbanken»

Die Marktteilnehmer vermissen richtungsweisende Impulse. Frischer Wind wird am ehesten von den Notenbanken erwartet. "Wir sind Gefangene der Zentralbanken", sagt ein Händler. Nach der EZB stünden nun die Schweizerische Nationalbank (SNB) und die Bank von England (BoE) im Rampenlicht. Die beiden Zentralbanken entscheiden am kommenden Donnerstag über das weitere Vorgehen. Am 21. September folgt dann mit der US-Notenbank der Höhepunkt. Die Anleger dürften daher weiterhin an den Lippen hochrangiger Notenbankvertreter hängen und deren Aussagen auf Hinweise abklopfen.

Gefragt waren Bankaktien. An die Spitze des SMI setzen sich die Anteile der Credit Suisse mit einem Plus von 2,5 Prozent. Dahinter folgen die Titel der UBS mit 1,6 Prozent Kursanstieg. Mit den Aktien der Versicherungen Swiss Life und Zurich gehören weitere Finanzwerte zu den am meisten gefragten Titeln. Die Aktien des Vermögensverwalters Julius Bär sind gehalten. "Die Anleger suchen Aktien, die kursmässig hinterherhinken", sagte ein Händler. Zudem könnte bei den Zinsen eine Wende bevorstehen. "Das sind Good News für die Banken, weil die Kreditmargen damit wieder besser werden", sagte ein Börsianer.

Auf der anderen Seite führen Aktien zyklischer Firmen wie die des Aromenherstellers Givaudan, der Sanitärtechnikfirma Geberit und des Zementkonzerns Lafarge-Holcim die Verliererliste mit Einbussen von bis zu 3 Prozent an. Händler sprechen von Gewinnmitnahmen nach dem Anstieg der vergangenen Wochen. Die Titel des Elektrotechnikkonzerns ABB, des Personalvermittlers Adecco sowie des Anlagenbauers Sulzer schwächen sich weniger ab.

Auch Schwergewichte tauchen

Schwächer waren auch die als krisenfest geltenden Pharmaschwergewichte Novartis und Roche mit Einbussen von 0,8 und 1,1 Prozent. Mit Nestlé notiert ein weiteres Index-Schwergewicht um 0,3 Prozent tiefer. Die Deutsche Bank hat die Aktien des Lebensmittelkonzerns zum Kauf empfohlen.

Gewinnmitnahmen verzeichnen auch Aktien von Immobilienfirmen: PSP, Allreal, Mobimo und Swiss Prime Site verlieren rund 1 Prozent. "Die Leute nehmen auch bei den Immobilien ein paar Steine vom Spielbrett", sagt ein Händler.

Am breiten Markt rücken DKSH 1,9 Prozent vor. Vorübergehend erreichte DKSH bei 71,40 Franken den höchsten Kurs seit einem Jahr. HSBC hat die Empfehlung für den Dienstleister auf "Hold" von "Reduce" angehoben.

Sunrise sinken um 2,9 Prozent. Kepler Cheuvreux hat die Empfehlung für den Telekomkonzern auf "Hold" von "Buy" gesenkt.

Gewinnmitnahmen lasten auf den Aktien von Aevis, Gurit, Bell und Logitech.

(Reuters/cash)