Schweizer Börse tritt auf der Stelle - Actelion fällt

Die Schweizer Börse hat sich am Montag in engen Spannen bewegt. Die Anleger hielten sich wenige Tage vor Weihnachten bedeckt.
19.12.2016 17:30
Der Hauptsitz von Actelion in Allschwil. Die Aktien gerieten am Montag unter Druck.
Der Hauptsitz von Actelion in Allschwil. Die Aktien gerieten am Montag unter Druck.
Bild: ZVG

Nach den Kursgewinnen in den beiden Vorwochen sei der Markt auf Konsolidierungskurs eingeschwenkt, sagten Händler. "Wir sind bei einzelnen Werten etwas heissgelaufen," sagte ein Börsianer. Das Jahr sei noch nicht zu Ende. Der SMI notierte mit 8233 Punkten nahezu unverändert gegenüber Freitag. In der Vorwoche hatte der Leitindex 1,6 Prozent zugelegt.

Über die weitere Entwicklung bis zum Jahresende gingen die Meinungen auseinander. "Der Markt dürfte wohl bald zu seinem Aufwärtstrend zurückkehren", sagte ein Händler. Die Schwergewichte aus dem Pharma- und Lebensmittelsektor hätten durchaus noch etwas Aufholpotenzial.

Die Jahresendrally laufe, hiess es im Markt. Unterstützung komme auch von der Charttechnik. "Die kurzfristigen Momentum-Indikatoren zeigen weiteren Aufwärtsdruck und noch keine überkaufte Situation an", hiess es in einem Marktkommentar der Zürcher Kantonalbank (ZKB). "Wir erwarten kurzfristig einen Re-Test des Widerstands bei 8300 Punkten". Indizes wie der SLI oder europäische Indizes wie der deutsche Dax oder der französische CAC40 zeigten ein besseres Chartbild und hätten die Widerstandszonen bereits überschritten.

"Wir sind wohl bereits nahe an den Jahresendkursen und dürften 2016 wie bereits 2015 mit einem kleinen Minus beenden", sagte ein anderer Händler.

Bei den Standardwerten fielen die Actelion-Aktien mit einem Kursabschlag von 1,9 Prozent auf. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem die Biotech-Firma in der Vorwoche im Sog aufgefrischter Übernahmespekulationen kräftig an Wert gewonnen hatte. "Es gab keine neuen Gerüchte über das Wochenende. Jetzt schleichen viele Spekulanten wieder ab", sagte ein Händler.

Leonteq bricht ein

Am breiten Markt stürzten die Aktien von Leonteq um 29 Prozent ab. Nach der Ankündigung eines Gewinneinbruchs warfen die Anleger den Titel der Derivate-Boutique aus ihren Depots. Die Gewinnwarnung mache die erst vor vier Wochen bei einer Investorenveranstaltung ausgegebenen Ziele schon wieder zur Makulatur, erklärte ZKB-Analyst Michael Kunz und nahm die Empfehlung auf "Untergewichten" zurück. "Die Aktie hat ihren Wachstumsnimbus definitiv verloren und die Firma steckt derzeit in stürmischer See", erklärte Kunz.

Die Aktien der Grossbanken rutschten im Verlauf ab: Credit Suisse sanken um 1,8 Prozent, während UBS 0,6 Prozent tiefer notierten. Die Vermögensverwalter Julius Bär, GAM Holding und EFG verloren gegen ein Prozent. Gegen den negativen Trend legten die Anteile der Bank Vontobel fast ein Prozent zu.

Mehrheitlich leichter waren die Versicherungstitel. Swiss Re ermässigten sich um 0,4 Prozent. Helvetia aber gewannen 0,7 Prozent.

Bei den Anteilen zyklischer Firmen setzte sich kein einheitlicher Trend durch. ABB, Adecco und LafargeHolcim schwächten sich ab, Geberit, SGS und Oerlikon gewannen an Wert.

Novartis leicht tiefer

Bei den Pharma-Schwergewichten waren Novartis um 0,1 Prozent tiefer. Roche glichen anfängliche Einbussen aus.

Die Anteile von Nestle rückten 1 Prozent vor. Eine verhaltene Wachstumsprognose von Danone perlte am Lebensmittelweltmarktführer ab. Der französische Konkurrent rechnet dieses Jahr mit einem Umsatzplus unter den eigenen Erwartungen. Die Danone-Aktien fielen um zwei Prozent.

Nach anfänglichen Kursgewinnen gerieten die Aktien von Meyer Burger wieder unter Abgabedruck und rutschten 4,3 Prozent ins Minus. Der Solarindustrie-Ausrüster hat eine umfangreiche Kapitalerhöhung abgeschlossen.

Die Anteile von Evolva schossen 17,1 Prozent nach oben. Das US-Patentamt erteilt dem Nahrungsmittelhersteller ein Patent für den Süssstoff Stevia.

Gefragt waren auch die Aktien von Kuros mit einem Kursplus von 17,6 Prozent. Die Pharmafirma übernimmt die auf orthobiologische Produkte spezialisierte, niederländische Firma Xpand. Die Xpand-Aktionäre sollen bis zu 2,1 Millionen Kuros-Aktien aus einer Kapitalerhöhung erhalten.

(Reuters)