Schweizer Börse tritt an Ort

Nach vier Tagen mit Kursgewinnen schwächelt die Schweizer Börse am Mittwoch leicht. Händler sprechen von einer nicht unerwünschten Konsolidierung.
13.07.2016 10:35
Wenig Bewegung an der Schweizer Börse am Mittwochmorgen.
Wenig Bewegung an der Schweizer Börse am Mittwochmorgen.
Bild: ZVG

"Es ging etwas sehr schnell, bis wir die Brexit-Verluste wieder aufgeholt haben", sagt ein Händler. Daher seien Gewinnmitnahmen nicht unerwünscht. Die Stimmung sei trotzdem gut. Der SMI notiert um 10.30 Uhr mit8146 Punkten fast unverändert. Am Dienstag war der Leitindex um 0,3 Prozent gestiegen.

Händler sagen, vor der Veröffentlichung des "Beige Book" genannten Konjunkturberichts der US-Notenbank Fed am Abend wollten sich die Anleger nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Nach dem Brexit-Votum richteten sie ihren Blick stärker auf die Konjunkturentwicklung. Zudem wollten die Marktteilnehmer abwarten, wie sich die Bilanzsaison entwickelt und ob die zum Teil gesenkten Analystenerwartungen erfüllt werden könnten.

Auch die US-Präsidentenwahlen würden allmählich zu einem kursbewegenden Thema. Wegen des unabsehbaren Ausgangs der US-Wahlen würden viele vermögende US-Investoren Bargeld horten, sagte UBS-Manager Bob McCann. Viele Kunden würden lieber abwarten und keine Verluste riskieren.

DKSH nach Halbjahreszahlen gefragt

Ein besser als erwartetes Ergebnis lässt die Anleger nach den Aktien von DKSH greifen. Der Titel des Marktexpansionsdienstleisters steigt bei guten Umsätzen um 7,9 Prozent. Das Betriebsergebnis (Ebit) schrumpfte im ersten Halbjahr wegen einmaliger Vertragsanpassungen in der Geschäftseinheit Healthcare um knapp 3 Prozent auf 136 Millionen Franken. Der Umsatz stieg um gut 2 Prozent auf 5,1 Milliarden Franken. Für 2016 und die Folgejahre erwartet die Firma ein Umsatz- und Gewinnwachstum.

In den kommenden Tagen werden die Ergebnisse von Bossard, EMS Chemie, Swatch, SGS und Givaudan erwartet.

Die Aktien der Banken, die am Vortag kräftig gestiegen waren, befänden sich auf Konsolidierungskurs, heisst es am Markt. Credit Suisse sinken um 0,3 Prozent und UBS sind gut gehalten. Julius Bär schwächen sich um 0,3 Prozent ab. Die Versicherer zeigen bei insgesamt geringen Kursausschlägen keinen klaren Trend.

Uneinheitliche Defensive

Bei den Anteilen der als krisenresistent geltenden Schwergewichten sind Novartis 0,7 Prozent höher, Roche gehalten und Nestlé geben 0,5 Prozent nach.

Aktien zyklischer Firmen tendieren richtungslos. Swatch ermässigen sich um 0,3 Prozent, Richemont um 0,4 Prozent. Gesucht sind Adecco. Der Titel des Personalvermittlers setzt den jüngst gestarteten Erholungstrend nach einem positiven Branchenkommentar der Credit Suisse fort und legt 1,4 Prozent zu.

Am breiten Markt stehen Leonteq 6,3 Prozent im Plus. Der Titel der Derivatboutique profitiert nach dem Einstieg des als aktivistisch geltenden Fonds Veraison von spekulativen Käufen.

(Reuters)