Schweizer Börse tritt an Ort

Die Schweizer Börse hat sich am Montag in enger Spanne seitwärts bewegt. Händler beschrieben das Geschäft als richtungslos und die Umsätze als unterdurchschnittlich.
15.08.2016 17:30
Schatten auf der Schweizer Börse: Die Anleger halten sich zurück.
Schatten auf der Schweizer Börse: Die Anleger halten sich zurück.
Bild: cash

"Der Handel mutete ein wenig zufällig an. In allen Sektoren gab es Gewinner und Verlierer", sagte ein Händler. Der Markt stehe vor einem Ausbruch, doch dafür brauche es noch den entscheidenden Impuls. Die Anleger wollen möglicherweise noch die Veröffentlichung der Protokolle der jüngsten Sitzung der US-Notenbank am Mittwoch oder die Halbjahresbilanz von Nestle am Donnerstag abwarten.

Der SMI notierte mit 8303 Punkten (+0,1%) praktisch unverändert gegenüber Freitag. Bereits zum Wochenschluss hatte der Leitindex stabil geschlossen.

Enttäuschende US-Konkunkturzahlen

Enttäuschende Konjunkturzahlen aus den USA wurden Händlern zufolge von den festeren Ölpreisen wettgemacht. Im Grossraum New York hat die Industrie im August unerwartet an Dynamik verloren. Das Barometer für das Geschäftsklima der Unternehmen fiel auf minus 4,21 Punkte von 0,55 Zählern im Vormonat. Von Reuters befragte Ökonomen hatten hingegen einen Anstieg auf 2,50 Punkte vorausgesagt. Am Dienstag stehen die US-Inflationszahlen und Daten zur Industrieproduktion der weltgrössten Volkswirtschaft auf dem Programm. Zudem legen die Sanitärtechnik-Firma Geberit und der Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler ihre Zwischenberichte vor. Die Geberit-Aktien rückten 0,5 Prozent vor, während Schindler ein halbes Prozent nachgaben.

Am Donnerstag berichtet der Lebensmittelkonzern Nestle über das erste Halbjahr. "Sollte Nestle positiv überraschen, dürfte der Markt nach oben ausbrechen", sagte ein Händler. Die Nestle-Aktien waren stabil.

Die ebenfalls schwergewichtigen Pharmawerte Novartis wurden um 0,3 Prozent höher bewertet. Die Genussscheine von Rivale Roche sanken um 0,1 Prozent.

Basilea gefragt

Die Aktien von Basilea notierten um 1,3 Prozent höher, nachdem sie vorübergehend dank Deckungskäufen gut vier Prozent angezogen hatten. Die Pharmafirma will ihre Mittel vor allem in den Vertrieb ihrer Antipilzarznei und ihres Antibiotikums sowie die Entwicklung von Krebsmedikamenten stecken. Zukäufe haben für Basilea-Chef Ronald Scott keine Priorität und eine Expansion der Firma wäre wohl nur durch einen Zusammenschluss mit einem anderen Unternehmen machbar. Basilea verringerte den Verlust im ersten Halbjahr um sieben Prozent auf 27,9 Franken.. "Das Ergebnis zeigt klare Verbesserungen im Jahresvergleich", sagte ein Händler.

Lonza gaben anfängliche Kursgewinne wieder preis. Die Pharmazulieferfirma übernimmt in den USA die Firma InterHealth Nutraceuticals und bezahlt für den Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln bis zu 300 Millionen Dollar.

Die Anteile der Anlagenbauer ABB, Sulzer und Oerlikon bröckelten leicht ab. Auch der Titel des Personalvermittlers Adecco und des Zementkonzerns LafargeHolcim rutschten ins Minus.

Nicht gefragt waren Finanzwerte. UBS schwächten sich 0,4 Prozent ab und Credit Suisse notieren  unverändert. Die Versicherungstitel Swiss Re und Helvetia pendelten um den Nullpunkt, Zurich waren leicht fester. Swiss Life stiegen um 1,3 Prozent auf 236,70 Franken. Kepler Cheuvreux hat das Kursziel für die Aktien des Lebensversicherers auf 290 von 272 Franken erhöht und empfiehlt sie zum Kauf.

Am breiten Markt schossen Meyer Burger 9,1 Prozent nach oben. Händler sagten, die Käufer wetten auf eine Überraschung beim Ergebnis und stellten Baissepositionen glatt. Der Solarzulieferer legt am Mittwoch seinen Halbjahresbericht vor. Anfang Juli hatte die Firma einen Betriebsgewinn in Aussicht gestellt.

Die Aktien von Orascom verloren 0,3 Prozent. Der Bau- und Hotelkonzern rutschte im ersten Halbjahr in die roten Zahlen und weist einen Verlust vor Minderheitsanteilen von 41,3 Millionen Franken aus.

(Reuters)