Schweizer Börse tritt an Ort - Nestle und Roche stützen

Die Schweizer Börse hat am Dienstag wenig verändert geschlossen. Kursgewinne der Index-Schwergewichte Nestle und Roche verhinderten ein stärkeres Absacken des SMI.
27.09.2016 17:30
Ampel auf Orange: Die Schweizer Börse hat am Dienstag von Rot in Richtung Grün umgeschaltet.
Ampel auf Orange: Die Schweizer Börse hat am Dienstag von Rot in Richtung Grün umgeschaltet.
Bild: cash

Dagegen belastete die Schwäche der Bankaktien den Markt. Auch der nachgebende Ölpreis dämpfte die Stimmung. "Die Anleger sind weiterhin sehr nervös und unsicher. Das hält die Märkte volatil", sagte ein Händler. Der SMI legte 0,1 Prozent auf 8175 Punkte zu. Am Vortag war der Leitindex um 1,3 Prozent gefallen.

Händler sagten, das etwas bessere Abschneiden von US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton im ersten TV-Duell sorgte für einen Lichtblick. Die Demokratin steht bei den Investoren für eine stabile Wirtschaftspolitik, während die Pläne ihres republikanischen Gegenspielers Donald Trump für Verunsicherung sorgen. Der US-Präsidentschaftswahlkampfs sei aber noch lang, sagte ein Händler. "Dies war erst das erste von drei TV-Duellen."

Die Aktien der Grossbanken Credit Suisse und UBS verloren kräftig, auch wenn sie einen Teil der anfänglichen Einbussen aufholten. CS lagen 3,3 Prozent im Minus. Auf einer Investorenkonferenz in London äusserte sich CS-Konzernchef Tidjane Thiam zurückhaltend und stimmte die Anleger auf Geldabflüsse im dritten Quartal ein. "Eigentlich hat Thiam nichts gesagt, dass uns nicht klar sein müsste: Die Kunden machen deutlich weniger Umsatz und damit verdienen die Banken auch weniger Geld", sagte ein Händler.

Bankensektor angeschlagen

Händler sagten, der Banksektor leide seit längerem neben dem Niedrigzinsumfeld und hohen Kosten vor allem unter zahlreichen ungelösten Rechtsfällen. Wegen umstrittener Immobiliengeschäfte in den USA droht der Deutschen Bank eine Rekordstrafe von 14 Milliarden Dollar. Einem Bericht der Nachrichtenagentur von Bloomberg zufolge, der einen hochrangigen Mitarbeiter des US-Justizministeriums zitierte, könnten Banken ihre Strafzahlungen durch Kooperation mit den Behörden reduzieren.

Die UBS-Aktien sanken um 1 Prozent. Die Anteile von Julius Bär ermässigten sich um 0,5 Prozent. Der Vermögensverwalter hat einen Rechtsstreit in Singapur gewonnen. Ein Gericht hat eine Klage gegen die Bank abgewiesen. Die Aktien von Vontobel verloren 0,2 Prozent zu. Der Vermögensverwalter trennt sich von einem Teil des jüngst von der Raiffeisen-Bankengruppe erworbenen Asset Managers Vescor. Anteile einzelner vor allem im Inland tätiger Instituten wie Kantonal- und Regionalbanken zogen sogar an.

Die Aktien der Versicherungen büssten meist Terrain ein. Swiss Re und Zurich fielen um rund ein Prozent.

Die Aktien als krisenfest geltenden Anteile von Nestle und Roche rückten 1,1 und 0,6 Prozent vor. Die Novartis-Aktien legten 0,1 Prozent zu.

Auch Nahrungsmittelwerte aus dem breiten Markt zogen an. Hochdorf erreichte ein Rekordhoch. Bell, Lindt & Sprüngli und Hügli waren ebenfalls höher.

Die Aktien der Luxusgüterhersteller Swatch und Richemont ermässigten sich je um rund 0,6 Prozent. Nach einer Studie des Beratungsunternehmens Deloitte hat sich seit 2015 die Zahl der Führungskräfte, die vor allem wegen der sinkenden Nachfrage aus dem Ausland die Aussichten der Uhrenindustrie schlechter beurteilen, verdoppelt.

(Reuters)