Schweizer Börse verharrt im Minus

Der Schweizer Aktienmarkt bleibt auch am Mittwochmittag im negativen Terrain. Der Leitindex SMI weitete nach bereits schwachem Start die Verluste nochmals aus, erholte sich dann aber wieder etwas.
08.06.2016 13:05
Die schwergewichteten Pharmatitel von Roche und Novartis ziehen den SMI am Mittwoch stark nach unten.
Die schwergewichteten Pharmatitel von Roche und Novartis ziehen den SMI am Mittwoch stark nach unten.
Bild: ZVG

Die Kauflust der vergangenen Tage, die von der Erwartung einer späteren Zinsanhebung des Fed getragen wurde, scheint sich damit zunächst einmal verflüchtigt zu haben. Ein stärkerer Einbruch wird von Händlern aber nicht erwartet. Insgesamt sei das Konjunkturbild derzeit eher positiv geprägt und auch der weiterhin festere Ölpreis stütze das Sentiment, heisst es.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihr Anleiherückkaufprogramm wie angekündigt auf Unternehmensanleihen ausgeweitet. Laut Meldungen standen dabei Bonds von Unternehmen wie der französischen Engie, Telefonica oder Generali auf dem Einkaufszettel. Die Massnahme ist bei Experten umstritten, die dadurch Marktverzerrungen erwarten. In Grossbritannien hat die Industrieproduktion überraschend stark zugelegt, getrieben vom Pharmasektor. In den USA findet sich am Nachmittag einzig der wöchentliche Energiebericht auf der Agenda. Am Morgen hatte Japan ein stärkeres Wachstum seiner Wirtschaft ausgewiesen und China höhere Importe.

Der SMI verliert bis kurz vor Mittag 0,7% auf 8157 Punkte (Tagestief 8149). Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 0,5% auf 1236 Zähler nach und der breite SPI um 0,7% auf 8830 Punkte. Von den 30 Bluechips liegen aktuell 26 im Minus, 3 im Plus und Givaudan als einzige unverändert.

Schwergewichte ziehen den SMI nach unten

Die Schwergewichte Novartis (-1,1%) und Roche (-1,2%) belasten den SMI, obwohl beide Unternehmen mit leicht positiven News aufwarten. Novartis hat für Cosentyx neue Daten an einem Rheumatologiekongress vorgelegt. Roche hat in der EU die Zulassung für Avastin in einer weiteren Kombination für eine spezielle Art von Lungenkrebs erhalten. In der Nachschau auf die Asco-Konferenz verweisen Analysten jedoch darauf, dass positive Überraschungen ausgeblieben seien. Auch Nestlé bewegen sich mit -0,5% im negativen Bereich.

Die grösste Abgaben im SMI/SLI verbuchen Aryzta (-1,6%), und auch ABB (-1,2%), Galenica (-1,1%) oder Clariant (-0,9%) geben stärker ab. Die Grossbanken Credit Suisse (-1,1%) und UBS (-0,6%) bleiben auf den Verkaufszetteln, während Julius Bär (-0,5%) die Abgaben verringert hat.

Unter den Bluechips können einzig die Luxusgüteraktien Swatch (+1,6%) und Richemont (+1,5%) deutlicher zulegen. Hier sorgen die Konjunkturdaten aus China offenbar für etwas Rückenwind.

Lafarge-Holcim-Aktie hält sich im Plus

Auch die bereits am Vortag festeren Lafarge-Holcim (+0,3%) notieren noch im Plus, Givaudan hält sich unverändert und nur geringe Abgaben verbuchen Actelion (-0,2%). Für Geberit (-0,2% auf 382,50 Franken) hat Goldman Sachs das Kursziel um fünf auf 420 Franken angehoben und die Bewertung lautet weiter "Buy". Bei dem Sanitärkonzern wird eine nachhaltige Erholung erwartet.

Auch für Schindler (PS -0,3%, 184,40 Franken) hat Goldman Sachs das Kursziel um fünf auf 165 Franken erhöht und bewertet den Titel weiter mit "Neutral". Der Investitionsgütersektor habe weiter ein durchschnittliches Abwärtspotenzial, so die Experten.

Im breiten Markt hat CS für Kudelski (unv., 19,70 Franken) das Kursziel deutlich auf 19 Franken angehoben, dies bei einer "Neutral"-Bewertung. Nach der Akquisition von Milestone Systems und einer Lizenzvereinbarung mit Yahoo hat der Analyst seine EBIT-Schätzung erhöht. Zudem hat der Anbieter für Pay-TV-Sicherheitssoftware am Vorabend einen Auftrag vom portugiesischen Kabelanbieter NOS gemeldet. Dies sei zwar nur ein kleinerer Auftrag, belege aber die gute Marktposition des Unternehmens auch im etablierten europäischen Markt, heisst es bei Baader Helvea.

Addex Therapeutics ziehen um 3,9% auf 2,41 Franken an, nachdem das Unternehmen eine positive Studie des Research-Hauses Van Leeuwenhoeck publiziert hat, die einen NPV von 6,50 Franken errechnet. Burckhardt Compression (-3,3%) setzen den gestrigen Kursrutsch nach Zahlen in unverändertem Tempo fort.

(AWP)