Schweizer Börse verharrt im Minus

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag nach seiner letztwöchigen Hausse eine Verschnaufpause eingelegt. Bis gegen Mittag notieren die Indizes weiter leicht im Minus.
12.12.2016 13:10
Zwischenhalt an der Schweizer Börse am Montagmittag.

Händlern zufolge haben die schwächer aus dem Handel gegangenen Märkte in China und Hongkong die Marktteilnehmer dazu veranlasst, Gewinne zu realisieren. Insgesamt sei das Sentiment aber immer noch positiv eingestellt.

Abgesehen von der Nachricht, dass sich das Ölkartell Opec und andere Förderländer am Wochenende auf eine Förderkürzung geeinigt haben, bietet der Newsflow den Investoren am Berichtstag kaum Entscheidungshilfen. Impulsgebende Termine stehen auch im weiteren Tagesverlauf keine an. In Anbetracht auf die am Mittwoch terminierte Sitzung des US-Offenmarktausschusses hätten viele Anleger eine abwartende Haltung eingenommen, heisst es im Markt. Eine Erhöhung der Leitzinsen durch die US-Währungshüter gilt als ausgemacht.

Bis Mittag verliert der SMI 0,2% auf 8082 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,4% auf 1289 Zähler ein und der breite SPI fällt ebenfalls um 0,4% auf 8797. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen lediglich 3 im Plus und 27 im Minus.

Actelion wieder mal gesucht

Avancen verzeichnen Actelion (+1,5%), bei denen die anhaltenden Übernahmegerüchte in den vergangenen Wochen immer wieder Thema waren. Gemäss einem aktuellen Bericht in der Sonntagspresse sollen die beiden Unternehmensgründer von Actelion schon seit längerem mit Johnson & Johnson über eine Übernahme durch die Amerikaner verhandeln. Gerungen werde noch über Zugeständnisse, um das Lebenswerk der beiden Schweizer zu sichern.

ABB (+0,9%), die im frühen Geschäft noch die Liste der Kursgewinner angeführt hatten, legen immer noch klar zu. Die Titel wurden von Morgan Stanley auf Overweight hochgestuft. Die Experten gehen davon aus, dass sich organische Wachstum 2017 dank der verbesserten Trends bei der industriellen Nachfrage aus den USA und China wieder erholen wird. Zudem können einzig noch Adecco (+0,4%) Gewinne verzeichnen.

Auf der Gegenseite verzeichnen mit -7,4% Lonza noch immer die höchsten Abgaben. Die Titel haben ihre Abgaben gegenüber dem Morgengeschäft nochmals deutlich ausgebaut. Der Basler Chemiekonzern steht in finalen Verhandlungen zum Kauf des amerikanischen Arzneikapselhersteller Capsugel. Marktbeobachter erklären die Kursschwäche damit, dass Lonza für den Kauf möglicherweise eine Kapitalerhöhung durchführen müsse. Denn laut der Nachrichtenagentur Reuters soll der Zukauf Lonza mehr als 5 Milliarden Dollar kosten. Damit wäre Capsugel der grösste Zukauf in der Firmengeschichte.

Ins Minus gerutscht sind am Mittag ausserdem Julius Bär (-0,4%) und UBS (-0,1%), die sich am Morgen noch in der Pluszone aufgehalten hatten.

Keine Hilfe von den Schwergewichten

Die Indexschwergewichte sind indes weiterhin keine Hilfe für den Markt. Nestlé verlieren unverändert 0,3%, Novartis und Roche je 0,4%. Novartis veröffentlichte vorbörslich Daten über seine Phase-III-Studien mit Pegpleranib und Lucentis zur Behandlung der neovaskulären altersbedingten Makuladegeneration. Die Studien ergaben, dass die Behandlung nicht zu einer zusätzlich verbesserten Sehschärfe gegenüber der derzeitigen Standardtherapie führten. Der Wochenendpresse zufolge soll Novartis auch Interesse am deutschen Generikahersteller Stada haben.

Mit Nachrichten warteten zudem verschiedene Unternehmen aus dem Versicherungssektor auf. So hat die Zurich Insurance (-0,1%) ein Kaufangebot für den australischen Reiseversicherer Cover-More unterbreitet. Der Verwaltungsrat von Cover-More empfiehlt die Annahme des Gebots. Für Analysten machte der Zukauf durchaus Sinn, würde Zurich damit doch die weltweite Präsenz im Reiseversicherungsgeschäft stärken.

Am breiten Markt stockt Bâloise (-0,5%) das im Oktober angekündigte Aktienrückkaufprogramm auf. Damit wirkt der Versicherer einer Verwässerung der Erträge pro Aktie entgegen, die aufgrund einer im November 2016 fällig gewordenen Wandelanleihe entsteht. Analysten begrüssen die Massnahme. Helvetia (-0,8%) wiederum erweitert die Geschäftsleitung.

Die Tage von Charles Vögele (-1,6%) als kotiertes Unternehmen könnten demnächst gezählt sein: Sempione hält als definitives Endergebnis des Übernahmeangebots 95,24% am Kleiderkonzern. Der Vollzug des Angebots ist auf den 16. Dezember angesetzt. Und eine Dekotierung der Vögele-Aktien wird ins Auge gefasst.

(AWP)