Schweizer Börse verliert an Schwung

Die Schweizer Börse hat am Dienstag nach den Kursverlusten zu Wochenanfang zu einer leichten technischen Erholung angesetzt. Mangels Anschlusskäufen verliert der Markt laut Händlern aber wieder an Schwung.
27.09.2016 10:20
Nur ein laues Lüftchen: Die Schweizer Börse am Dienstagmorgen.
Nur ein laues Lüftchen: Die Schweizer Börse am Dienstagmorgen.
Bild: cash

Getragen werden die Kursgewinne überwiegend von den als defensiv beurteilten Schwergewichten. Es sei enttäuschend, dass vor allem die Aktien der Banken nach dem Kursrutsch vom Montag nicht zu einer stärkeren Gegenbewegung ansetzen könnten, heisst es. Der SMI notiert um 10.15 Uhr mit 8172 Punkten nur noch um 0,1 Prozent höher. Am Montag war der Leitindex unter Führung der Finanzwerte um 1,3 Prozent gefallen.

Händler sagen, nach dem besseren Abschneiden von US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton im ersten TV-Duell sei die Stimmung zwar etwas besser als am Vortag, als Unsicherheit und Nervosität der Anleger die Kurse gedrückt hatten. Der Weg bis zum Abschluss des US-Präsidentschaftswahlkampfs sei aber noch lang, sagt ein Händler. Die Online-Wettanbieter PredictIt und Paddy Power stuften nach der Debatte die Wahrscheinlichkeit eines Sieges von Clinton bei der Wahl im November höher ein. Die Demokratin steht bei den Investoren für eine stabile Wirtschaftspolitik, während die Pläne ihres republikanischen Gegenspielers Donald Trump für Verunsicherung sorgen.

Die Anteile der Grossbank Credit Suisse rutschen um 0,6 Prozent ab. Die Titel von Rivalin UBS verlieren 0,8 Prozent an Wert. Sie hatten am Montag 2,5 und 2,8 Prozent eingebüsst.

Julius Bär trotz gewonnenem Rechtsfall im Verkauf

Die Papiere von Julius Bär geben um 1,2 Prozent nach. Ein Gericht in Singapur hat einen Rechtsfall gegen die Privatbank abgewiesen. Die Kläger forderten Bär-Angaben zufolge in Zusammenhang mit Verlusten auf Wertpapier-Transaktionen in den Jahren 2007 und 2008 umgerechnet rund 83 Millionen Euro sowie die Erstattung von Zins- und Verfahrenskosten. Damit habe die Bank einen Rechtsfall vom Tisch, schreibt die Zürcher Kantonalbank (ZKB).

Die Aktien von Vontobel sind eine Spur niedriger. Die Privatbank trennt sich von einem Teil des jüngst von der Raiffeisen-Bankengruppe erworbenen Asset Managers Vescor.

Die Aktien der Versicherungen neigen zur Schwäche. Swiss Re sinken um 1 Prozent und Bâloise schwächen sich um 0,3 Prozent ab.

Etwas höher stehen die als krisenresistent geltenden Pharmatitel Novartis und Roche mit einem Kursplus von 0,2 respektive von 0,5 Prozent. Der Lebensmitteltitel Nestlé gewinnt 0,7 Prozent und ist damit die stärkste Stütze für den Markt.

Gefragte Lebensmittelaktien

Die Aktien zyklischer Firmen wie ABB, Swatch und Adecco bröckeln leicht ab. Einzig SGS sind gehalten.

Am breiten Markt fallen Lebensmitteltitel wie Bell, Hochdorf und Lindt & Sprüngli mit grösseren Kursgewinnen auf. Dagegen verlieren die Aktien der Einzelhandelsgruppe Valora, des Stahlkochers Schmolz+Bickenbach und des Bauzulieferers Arbonia Forster an Wert.

(Reuters/cash)