Schweizer Börse verzeichnet leichtes Minus

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Montag zur Mittagszeit leicht im Minus.
29.08.2016 12:55
Wenig News aus den Schweizer Unternehmen am Montag.
Wenig News aus den Schweizer Unternehmen am Montag.
Bild: cash

Nach einem schwachen Start hatten es die Indizes zwar schnell in den positiven Bereich geschafft, fielen dann aber mangels weiterer Anschlusskäufe bald wieder zurück. Händler führen die tendenziell etwas negative Stimmung auf Aussagen von Fed-Vizepräsident Stanley Fischer zurück. Dieser hatte am Freitag anlässlich der Notenbankkonferenz von Jackson Hole die Investoren mit Andeutungen aufgeschreckt, dass die US-Notenbank ihren Leitzins in diesem Jahr sogar noch zwei Mal anheben könnte.

Insgesamt sprechen Händler aber von einem ruhigen Handelstag, dies aufgrund fehlender Firmen-News sowie eines Feiertages bzw. geschlossener Börsen in Grossbritannien (Sommer-Bankholiday). Die Aktienmärkte befänden sich in einer "Verdauungsphase" nach den Kursgewinnen, die nach dem Brexit-Taucher Ende Juni eingesetzt hätten, meint die ZKB in einem Kommentar. Kurzfristig sei jedenfalls mit keinen grösseren Kursfortschritten zu rechnen, Angst vor einer grösseren Korrektur müsse man aber auch nicht haben.

Der SMI büsst zur Mittagszeit 0,2% ein auf 8153 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,4% auf 1233 und der breite SPI 0,3% auf 8866 Stellen. Von den 30 Bluechips notieren 23 im Minus, 6 im Plus und 1 (Credit Suisse) unverändert.

Unternehmensnachrichten sind Mangelware

Wichtige bzw. kursbewegende Unternehmensnachrichten sind am Montag Mangelware, aber auch von Analystenseite gibt es nur wenige kursbewegende Rating-Umstufungen bzw. Kurszielveränderungen.

Relativ gut halten sich die beiden Pharmawerte Roche (+0,2%) und Novartis (-0,1%), die sich in der vergangenen Woche erneut schwach entwickelt hatten. Grund war, dass sich die US-amerikanische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton kritisch über die Preispolitik eines Biotech-Unternehmens geäussert hatte. Die Demokratin hatte aber auch schon früher erklärt, dass sie gegen hohe Medikamentenpreise in den USA vorgehen will. Bei Roche waren Spekulationen dazugekommen, dass Novartis sein grosses Roche-Aktienpaket möglichst schnell loswerden wolle.

Das heute leicht positive Sentiment beim Roche-GS wird in Handelskreisen aber auch auf eine Meldung aus den USA zurückgeführt: Die Gesundheitsbehörde FDA hat nämlich einen Zika-Test von Roche zur Anwendung in Notfallsituationen zugelassen. Dies sei sicher positiv zu werten, heisst es in einem Analystenkommentar. Novartis diskutiert derweil am Nachmittag an einem Anlass über neue Technologien im Gesundheitsbereich.

Taucher für Lafarge-Holcim-Aktie

Die grössten Verlierer bei den Bluechips kommen derweil zumeist aus der Ecke der mehr oder minder konjunktursensitiven Industriewerte, es sind dies etwa Lafarge-Holcim (-1,7%), Richemont (-1,4%), Geberit (-1,0%), Schindler PS (-1,0%), Kühne+Nagel (-0,8%) oder Swatch (-0,8%). Mit Bâloise (-1,3%) ist lediglich ein Finanzwert mit bei den schwächsten Werten. Der Versicherer wird am (morgigen) Dienstag die Halbjahreszahlen zeigen.

Auf der Gegenseite sind Julius Bär (+0,7%), Syngenta (+0,3%) oder Actelion (+0,3%) - ohne fundamentale News dazu - die grössten Gewinner.

Im breiten Markt stehen Bachem (+5,6% auf 88,30 Franken) weit oben. Die Bank Vontobel hat das Kursziel für die Aktien des Peptid-Herstellers nach den am Freitag publizierten, starken Halbjahreszahlen auf 107 von 71 Franken erhöht. Noch stärker nach oben geht es für Alpiq (+7,3%) oder Charles Vögele (+6,9%). Der Energiekonzern hatte am Freitag mit dem Halbjahresbericht erste Stabilisierungstendenzen verzeichnet, bei den Aktien des Bekleidungsunternehmens machen wegen der hohen Kaufvolumen wieder einmal Übernahmespekulationen die Runde. Gut im Schuss sind auch Hiag (+5,0%), Lastminute (+3,0%) oder VAT (+3,0%).

Auf der anderen Seite büssen U-Blox (-3,8%) nach den deutlichen Verlusten am Freitag nach enttäuschenden Zahlen auch heute wieder an Wert ein. Relativ schwach notieren auch Leonteq (-3,4%), Implenia (-3,2%) oder Evolva (-3,0%).

(AWP)