Schweizer Börse von US-Budgetstreit gebremst

Die Schweizer Börse hat am Freitag ihre Konsolidierung fortgesetzt. "Die US-Fiskalklippe überschattet derzeit alles", sagte ein Börsianer.
14.12.2012 17:45
Kommt nicht vom Fleck: Die Schweizer Börse am Freitag.

Solange es im US-Haushaltsstreit keine Fortschritte gebe, dürften sich die Anleger zurückhalten. Mehrheitlich gute Konjunkturdaten aus China, Europa und den USA verpufften vor diesem Hintergrund. Negativ aufgenommen wurde auch, dass der Leitindex SMI die Marke von 7001 Punkten nicht überwinden konnte. "Viele Anleger sind enttäuscht, dass wir uns bei 7000 den Kopf gestossen haben", sagte ein Händler.

Der SMI hatte am Mittwoch mit 7001 Punkten vorübergehend den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren erreicht. Am Freitag notiert das Bluechip-Barometer zum Handelsschluss bei 6903 Zählern - um 0,3 Prozent tiefer als am Vortag. Der breite SPI ermässigt sich um 0,2 Prozent auf 6349 Punkte.

Grundsätzlich schätzen Marktteilnehmer die Aussichten gut ein. Es gebe angesichts der tiefen Zinsen keine Alternativen zu Aktien, hiess es. "Die Stimmung ist eigentlich gut, aber die Anleger fahren mit angezogener Handbremse", sagte ein Händler.

Swatch überstrahlt alle

Den grössten Gewinn unter den Standardwerten verbuchen mit 3,8 Prozent Plus die Aktien von Swatch. Sie erreichten bauten damit den Performance-Rückstand gegenüber Richemont ab. Richemont gewinnen 0,9 Prozent.

Im Fokus stehen aber ABB, auch wenn die Aktien lediglich ein leichtes Plus zeigt. Der Elektrotechnikkonzern stellt die Sparte Energietechnik-Systeme neu auf, um die Ertragskraft zu steigern. Dafür werden im vierten Quartal Kosten von rund 350 Millionen Dollar fällig. Die Konzernziele für 2015 bleiben unverändert. Analysten begrüssen die Massnahmen, kritisieren aber die hohen Kosten.

Schwächer sind die Finanzwerte. Die UBS-Aktien sinken um 0,3 Prozent. Der Grossbank droht wegen der Verwicklung in den Skandal um die Manipulation des Zinssatzes Libor Kreisen zufolge eine Milliarden-Strafe. Die Titel von Konkurrent Credit Suisse verlieren 1 Prozent. Die Versicherungstitel sind ebenfalls meist leichter.

Auch Krisensichere schwächeln

Aber auch Anteile der als krisenresistent geltenden Schwergewichte Nestlé und Novartis schwächen sich um 0,8 beziehungsweise 0,6 Prozent ab. Die Roche-Genussscheine dagegen legen 0,4 Prozent zu. Das Brustkrebsmedikament Perjeta steht nach einer entsprechenden Empfehlung eines Expertenausschusses der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) vor der Zulassung in Europa.

Actelion verlieren 2,9 Prozent. Beim neuen Lungenmedikament Macitentan des Biotechnologieunternehmens haben sich die Hoffnungen auf einen Marktstart bereits im dritten Quartal kommenden Jahres zerschlagen. Das Mittel zur Behandlung von Patienten mit Bluthochdruck im Lungenkreislauf (PAH) muss in den USA das zwölf Monate dauernde Standardprüfverfahren durchlaufen.

(Reuters)