Schweizer Börse vor Fed-Minutes unter Druck

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Mittwoch erneut unter Abgabedruck. Von Seiten der Unternehmen fehlen wichtige News und so läuft das Geschäft impulslos in ruhigen Bahnen.
20.11.2013 13:00
Mit wenig Umsatz im Minus: Die Schweizer Börse am Mittwochmittag.

Nachdem der Leitindex SMI bereits am Dienstag nachgegeben hatte, startete er am Berichtstag von eher schwachen Vorgaben aus den USA und Asien belastet erneut tiefer in den Handel, wobei sich die Kursverluste in Grenzen halten. Die Anleger warteten auf das nach Europaschluss zur Veröffentlichung anstehende Protokoll zur letzten Sitzung des US-Notenbankausschusses FOMC, heisst es im Handel.

Dabei hoffen die Marktteilnehmer, dass sich in den Fed-Minutes weitere Hinweise zu möglichen geldpolitischen Schritten der US-Notenbank finden lassen. Noch ist unklar, wann und in welchem Umfang die Fed die im Rahmen des QE3-Programms umgesetzten Anleihenkäufe reduzieren wird. Einige Investoren gehen bei einem guten Verlauf am Arbeitsmarkt bereits im Januar mit einer Drosselung der Käufe aus, die meisten rechnen allerdings nicht vor März mit solchen Aktionen. Der abtretende Notenbank-Chef Ben Bernanke hatte am Dienstagabend in einer Rede frühere Aussagen bekräftigt, wonach die Fed "so lange wie nötig" an ihrer ultralockeren Ausrichtung festhalten wird.

Der SMI steht um 12 Uhr 0,4% tiefer bei 8264 Punkten und damit nahe am Tagestiefstpunkt von 8259 Stellen. Der 30 Titel umfassende, gekappte SLI verliert 0,6% auf 1258 Zähler und der breite SPI 0,5% auf 7861 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 27 im Minus, 2 im Plus und Julius Bär notieren unverändert.

Bankaktien unter verstärktem Abgabedruck

Im Handelsverlauf hat sich bei den Bluechips nicht allzu viel verändert, noch immer verlieren die meisten Papiere an Wert. Dabei haben Sonova (-2,0%), die in den beiden vergangenen Sitzungen dank guter Halbjahreszahlen stark avancierten, das Schlusslicht im SMI/SLI übernommen.

Auch bei den Grossbanken-Aktien der UBS (-1,5%) und der CS (-1,0%) hat sich der Abgabedruck spürbar verstärkt, während Titel wie SPS (-1,1%) oder Givaudan (-1,3%) unverändert im hintersten Tabellendrittel zu finden sind.

Grössere Abgaben sind auch bei den Versicherungen wie Swiss Life (-1,0%), Baloise (-0,9%) oder Zurich (-0,8%) zu sehen. Die Zurich hat angekündigt, dass sie die Restbeteiligung von 9,4% an der New China Life an einen Ankerinvestor und über ein Bookbuilding-Verfahren an interessierte Anleger verkaufen wird. Zu welchem Preis ist zu diesem Zeitpunkt noch unklar.

Uneinheitliche Schwergewichte

Actelion verlieren mit 0,9% ebenfalls etwas mehr als der Gesamtmarkt. Die Titel sind zuletzt Woche für Woche, von den Erfolgen des Tracleer-Nachfolgers Opsumit getragen, um jeweils 3% und mehr in die Höhe geklettert. Opsumit wurde in den USA und Kanada zugelassen und in Europa wurde von der vorberatenden Kommission (CHMP) eine Zulassung empfohlen.

Die Index-Schwergewichte Nestlé (+0,1%), Novartis (-0,1%) und Roche (-0,6%) tendieren weiterhin uneinheitlich. Wenig Einfluss auf den Roche-Kurs hat die in Europa erwartete Zulassung für Kadcyla in der Behandlung von Brustkrebs. Weiter bestätigte die Bank Berenberg die "Kauf"-Empfehlung für Roche und erhöhte das Kursziel. Die in der Entwicklungsphase fortgeschrittene Medikamenten-Pipeline werde langfristigen Wert generieren, heisst es.

Schmolz+Bickenbach mit enttäuschenden Zahlen

Im breiten Markt verlieren Schmolz+Bickenbach 3,4%. Der Stahlproduzent litt unter den gesunkenen Rohmaterialpreisen und hat für das dritte Quartal enttäuschende Zahlen vorgelegt. Der Umsatz sank trotz anziehender Absatzmenge und das Reinergebnis blieb klar negativ. Ausserdem hat das Unternehmen die Umsatzprognose für das Gesamtjahr etwas nach unten revidiert und die Gewinnprognose im unteren Bereich der bisherigen Spannweite eingegrenzt.

Die Aktien von SHL Telemedicine geben nach Zahlen mit 2,5% ebenfalls deutlich nach. Der Telemedizin-Spezialist steigerte im dritten Quartal den Umsatz um fast 14%, erzielte aber sowohl mit dem Betriebs- als auch mit dem Reinergebnis einen Fehlbetrag. Immerhin erreichte der EBIT nach neun Monaten die Gewinnschwelle. Die Bank Vontobel bleibt für die langfristige Entwicklung von SHL positiv eingestellt, auch wenn das Unternehmen in Deutschland mit Problemen zu kämpfen hat.

(AWP)