Schweizer Börse vor Fed-Zinsentscheid auf dem Rückzug

Die Schweizer Börse tendiert am Mittwoch wenige Stunden vor der Veröffentlichung der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed schwächer. Händler sagen, vor dem Zinsbeschluss fehle den Anlegern der Mut für Neuengagements.
14.12.2016 11:00
Wie so oft in den vergangen Wochen steht Actelion auch am Mittwoch wieder im Zentrum des Anlegerinteresses (im Bild der Hauptsitz von Actelion in Allschwil).
Wie so oft in den vergangen Wochen steht Actelion auch am Mittwoch wieder im Zentrum des Anlegerinteresses (im Bild der Hauptsitz von Actelion in Allschwil).
Bild: ZVG

Zudem laste der Abbruch der Übernahmegespräche der Biotechnologiefirma Actelion mit dem US-Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson auf der Stimmung. Der SMI notiert um 11 Uhr mit 8132 Punkten um 0,4 Prozent tiefer. Am Dienstag war der Leitindex um 1,5 Prozent gestiegen.

Nach Ansicht der meisten Analysten wird die Fed den Leitzins am Abend (20 Uhr MEZ) um 25 Basispunkte erhöhen. Die grosse Frage sei aber, wie rasch sie 2017 die geldpolitischen Zügel anziehen werde. Bislang rechnen Anleger für das kommende Jahr meist mit zwei Schritten. "Ein Viertelpunkt ist mehr als eingepreist und dürfte keine Auswirkungen mehr haben", sagt ein Händler.

Johnson-&-Johnson-Rückzug lässt Actelion-Aktie fallen

"Die Marktteilnehmer richten den Fokus auf die Aktien von Actelion", sagt ein Börsianer. Der Biotechnologiekonzern hat die Übernahmegespräche mit dem Konsumgüter- und Pharmahersteller Johnson & Johnson (J&J) abgebrochen. Die Actelion-Aktie sackt um 9,3 Prozent auf 189,20 Franken ab.

J&J teilte seinen Rückzug am Dienstagabend mit. Kurz darauf gaben die Schweizer bekannt, mit einem anderen Unternehmen in Gesprächen über eine "strategische Transaktion" zu sein. Den Namen des neuen Interessenten nannte Europas grösstes Biotech-Unternehmen aber nicht. Dem "Wall Street Journal" zufolge handelt es sich um dem französischen Pharmakonzern Sanofi.

"Das Spekulieren geht weiter. Früher oder später muss und wird etwas geschehen. Es kann nicht sein, dass die Firma ein Angebot zurückweist, das eine so hohe Prämie beinhaltet", sagt ein Händler. "Ich kann mir gut vorstellen, dass einige Aktionäre inzwischen etwas stinkig geworden sind", sagt ein anderer Börsianer.

Konzernchef Clozel habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass er wolle, dass Actelion selbstständig bleibe, schreibt ZKB-Analystin Sibylle Bischofberger. Es bestehe ein beträchtliches Rückschlagsrisiko, wenn es nicht zu einer Transaktion komme. Die Titel blieben wegen der vielen Gerüchte spekulativ.

Zykliker meist leichter

Bei den Anteilen der schwergewichtigen Pharmahersteller kann Novartis den Vortagesgewinn leicht ausbauen. Roche sind gut gehalten. Nestlé, ein weiteres Schwergewicht, ist unverändert.

Die Anteile zyklischer Firmen tendieren meist leichter. ABB, die am Dienstag zu den Verlierern zählten, legen 0,1 Prozent zu.

Bei den Grossbanken stechen UBS mit einem Minus von 1,3 Prozent auf. Credit Suisse geben nach anfänglichen Gewinnen inzwischen wieder 0,3 Prozent nach. Die Versicherer neigen ebenfalls zur Schwäche.

Weiter unter Druck stehen die Aktien von Meyer Burger. Der Solarindustriezulieferer führt derzeit eine Kapitalerhöhung durch. Bis am Dienstagabend war das Anrecht, dass die Aktionäre erhalten haben, handelbar. Bis am Donnerstagabend müssen sie über die Ausübung der Rechte entscheiden.

Gefragt sind die Aktien von Temenos mit plus 4,2 Prozent. Die Banksoftwarefirma hat eine Tochter der US-Bank Commerce Bancshares als Kunden gewonnen. Es gebe Potential, in den USA einen beträchtlichen Marktanteil aufzubauen, sagt Temenos-Chef David Arnott. Die ZKB spricht von einem Auftrag mit Signalwirkung.

(Reuters/cash)