Schweizer Börse wagt sich nur zaghaft vor

Die Schweizer Börse tendiert am Mittwochmorgen unterstützt von positiven Vorgaben aus den USA fester. Die Erholung verläuft laut Händlern aber verhalten.
23.11.2016 10:25
Nur ein wages Lüftchen am Mittwochmorgen an der Schweizer Börse.
Nur ein wages Lüftchen am Mittwochmorgen an der Schweizer Börse.
Bild: cash

Die Anleger wollten sich vor den zahlreichen am Nachmittag erwarteten US-Konjunkturzahlen und dem US-Feiertag Thanksgiving am Donnerstag wohl nicht exponieren. Morgen bleiben die US-Märkte geschlossen und am Freitag findet nur ein verkürzter Handel statt. Viele US-Marktteilnehmer dürften wohl eine Brücke in ein verlängertes Wochenende schlagen und sich am "Black Friday" den Weihnachtseinkäufen widmen, heisst es. "Viel wird daher an den Märkten nicht zu erwarten sein", sagt ein Händler.

Der Anstieg der Wall Street auf ein neues Rekordhoch, der festere Dollar und die Hoffnung auf konjunkturstimulierende Massnahmen der neuen US-Regierung sollten laut Händlern auch bei den hiesigen Dividendenpapieren für Kursgewinne sorgen. "Aber solange Pharma so stark bremst, kommen wir einfach nicht vom Fleck", sagt ein Händler. Der SMI notiert um 10.25 Uhr mit 7750 Punkten um 0,1 Prozent höher. Am Dienstag war der Leitindex um 1,4 Prozent gefallen, vor allem weil die Anteile der Pharmariesen Novartis und Roche um mehr als 3 Prozent abgestürzt waren.

Novartis legen um 0,6 Prozent zu, Roche dagegen verlieren weitere 0,2 Prozent. Händler äussern sich denn auch sehr enttäuscht über die Kursreaktion.

Bei den Aktien von Nestlé fällt die Kurserholung mit einem Plus von 0,5 Prozent auch bescheiden aus, hat der Kurs doch am Dienstag mehr als 1 Prozent verloren.

Viele Verkäufer aus Grossbritannien?

"Die Anleger versprechen sich mehr Kursgewinne bei risikoreicheren Anlagen", sagt ein Händler. Möglicherweise trennten sich auch noch immer Marktteilnehmer aus dem Vereinigten Königreich von ihren Anlagen in der Schweiz, da sie wegen des schwachen Pfunds nach dem Brexit-Votum noch über schöne Währungsgewinne verfügen dürften, sagt ein Händler.

"Inzwischen haben wir bei den grossen Drei aber ein Kursniveau erreicht, das wirklich sehr günstig ist", sagt ein Händler.

Schwächer sind die Aktien der Banken. Credit Suisse ermässigen sich um 0,9 Prozent und UBS schwächen sich1,3 Prozent ab. Die Anteile von Cembra Money Bank steigen um 0,5 Prozent. Die Aktien der Kreditbank werden bei der Revision im Dezember neu in den StoxxEurope600-Index aufgenommen. Dagegen fallen die Aktien des Vermögensverwalters GAM aus dem Index heraus.

Swissquote brechen nach Gewinnwarnung ein

Die Aktien von Swissquote brechen um 7,0 Prozent ein. Die Onlinebank erwartet 2016 statt eines Ertragswachstums von 10 Prozent nur ein Plus von 2,5 Prozent auf rund 150 Millionen Franken. Die Vorsteuergewinn-Marge dürfte bei rund 15 Prozent liegen. Die Verunsicherung durch den Brexit, die US-Wahlen und die politische Situation in der Türkei habe nach der Sommerpause zu einer Handelsunlust der Kunden geführt, erklärt das Institut.

Die Aktien zyklischer Firmen tendieren meist fester. Der Elektrotechnikkonzern ABB und die Sanitärtechnikfirma Geberit gewinnen leicht. Der Zementriese Lafarge-Holcim gibt dagegen um 0,6 Prozent nach.

Eine leicht nach oben revidierte Prognose hebt die Aktien von Comet um 2,9 Prozent. Die Technologiefirma rechnet für das laufende Jahr mit einem Umsatz und einer Ebitda-Marge am oberen Rand der in Aussicht gestellten Bandbreite von 300 bis 320 Millionen Franken und 11 bis 13 Prozent. Für 2020 bekräftigte der Zulieferer für die Halbleiterindustrie das Ziel, den Umsatz auf rund 500 Millionen Franken und die Ebitda-Marge auf 16 bis 18 Prozent zu steigern.

(Reuters/cash)