Schweizer Börse weiter auf Tauchgang

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch den fünften Handelstag in Folge tiefer geschlossen. Vor allem die Pharma-Schwergewichte sorgten für Druck.
26.10.2016 18:15
Die Schweizer Börse hat seit fünf Tagen keine Luft mehr geholt.
Die Schweizer Börse hat seit fünf Tagen keine Luft mehr geholt.

Der SMI sinkt um 0,5 Prozent auf 7893 Punkte. Seit der Leitindex seine Abwärtsbewegung aufgenommen hatte, summiert sich das Minus auf fast 3 Prozent. Die Handelsvolumen fielen unterdurchschnittlich aus.

"Die Anleger sind verunsichert", erklärt ein Händler. Die durchzogenen Quartalsabschlüsse der Unternehmen in Europa und den USA bremsten die Kauflust. Dazu kämen Fragezeichen zum Ausgang der US-Wahlen im kommenden Monat und zu den Auswirkungen der nächsten US-Zinserhöhung auf die Finanzmärkte.

Bei den Standardwerten halten sich die Gewinner und die Verlierer in etwa die Waage. Die Novartis-Aktien fallen nach den starken Einbussen vom Vortag um weitere 1,9 Prozent. Das Index-Schwergewicht zeichnete damit für den Grossteil des SMI-Minus' verantwortlich. Der Pharmakonzern hatte am Dienstag mit seinem Quartalsergebnis enttäuscht. Zahlreiche Analysten senkten das Kursziel für den Titel, darunter die Experten von Credit Suisse, Morgan Stanley und Kepler Cheuvreux. Novartis braucht für die Sanierung seines Augenheilgeschäfts Alcon länger als ursprünglich angenommen. "Die Anleger haben das Vertrauen verloren, dass das Management bei Alcon kurzfristig die Wende schafft", sagt ein Händler. Bei Novartis und auch beim Rivalen Roche sei zudem ungewiss, wie weit die Konzerne es schafften, die wachsende Konkurrenz durch Nachahmermedikamente auszugleichen. Die Roche-Anteile büssen 0,7 Prozent ein. Die Titel der Biotech-Firma Actelion verabschieden sich mit einem Plus von 0,1 Prozent aus dem Handel.

Bankenaktien ohne Richtung

Teilweise gemieden wurden die Finanzwerte. Um 1,2 Prozent schwächer notieren die Anteile des Vermögensverwalters Julius Bär. Die Aktien der UBS schliessen nach einem Schlussspurt marginal fester. Die Grossbank will am Freitag über den Geschäftsgang informieren. Credit Suisse gehen gar 1 Prozent fester aus dem Handel. Vontobel ermässigen sich am Tag vor dem Zwischenbericht um 0,9 Prozent.

Bei Versicherungswerten fallen Bâloise mit 1,1 Prozent Wertzuwachs auf. Der Konzern aus Basel will dank verbesserter Ertragskraft in fünf Jahren zwei Milliarden Franken Barmittel generieren und für Dividenden und den Rückkauf eigener Aktien verwenden. Die Rivalen Zurich und Swiss Life gewinnen an Boden und entwickeln sich damit besser als der europäische Sektordurchschnitt. Die Schweizer Versicherer müssen einem Regierungsentschluss zufolge für die Guthaben aus der beruflichen Vorsorge künftig weniger Garantiezins zahlen.

Zu den Kursgewinnern gehören die Luxusgüterwerte. Swatch steigen um 0,5 Prozent und Richemont ziehen 0,8 Prozent an. Die Anleger gingen davon aus, dass die Nachfrage aus dem Schlüsselmarkt China den Tiefpunkt erreicht habe. Zudem deckten die Anleger leer verkaufte Positionen wieder ein.

Die Aktien des Personalvermittlers Adecco sind mit einem Plus von 0,4 Prozent ebenfalls gesucht. Die Investoren setzen auf eine Erholung der europäischen Arbeitsmärkte im kommenden Jahr, erklärt ein Händler.

Kursfeuerwerk für Logitech-Aktie

Am breiten Markt schiessen die Logitech-Anteile 16,8 Prozent hoch. Die Computerzubehör-Firma steigerte im zweiten Geschäftsquartal Umsatz und operativen Ertrag deutlich und bekräftigte ihre Jahresprognose. Gurit gewinnen mit Rückenwind einer Kurszielerhöhung des Brokers Baader Helvea 4,4 Prozent.

Die Aktien von Phoenix Mecano fallen dagegen um 3,8 Prozent. Der Komponentenhersteller steigerte in den ersten neun Monaten Umsatz und Betriebsgewinn, rechnet im Gesamtjahr aber mit einem operativen Ergebnis am unteren Ende der in Aussicht gestellten Bandbreite.

Die Titel von Dottikon ermässigen sich um 0,3 Prozent, obwohl die Spezialchemiefirma nach einem 56-prozentigen Umsatzplus im ersten Geschäftshalbjahr einen erhebliche Gewinnsprung für diesen Zeitraum in Aussicht stellte. Im Geschäftsjahr 2016/17 erwartet Dottikon weiterhin eine Zunahme von Umsatz und Gewinn.

(Reuters/cash)