Schweizer Börse: Weiter ein kleines Plus

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Donnerstag zur Mittagszeit weiterhin leicht im Plus.
24.11.2016 13:05
Nach dem Rückschlag von gestern heute Donnerstag wieder eine Stütze des SMI: der Roche-Genussschein.
Nach dem Rückschlag von gestern heute Donnerstag wieder eine Stütze des SMI: der Roche-Genussschein.
Bild: Bloomberg

Zwar hatte der Dow Jones, wenn auch mit Mühe, am Vorabend in New York einmal mehr ein Rekordhoch erreicht. An den asiatischen Aktienmärkten war das Bild am Berichtstag jedoch uneinheitlich. Und in Europa blieben die Investoren in der Folge verunsichert, heisst es am Markt. Nachdem es mit dem SMI am Montag und Dienstag deutlich abwärtsgegangen war, hatte sich der Schweizer Leitindex bereits zur Wochenmitte stabilisiert.

Die deutsche Wirtschaft scheine von der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten vorerst unbeeindruckt, kommentiert ein Ökonom derweil das Ifo-Geschäftsklima im Nachbarland. In den USA wird derweil Thanksgiving gefeiert und die Börsen bleiben am Donnerstag geschlossen. Auch hierzulande ist es sehr ruhig. SNB-Präsident Thomas Jordan betonte in einem Zeitungsinterview, dass trotz - etwa in den USA - gestiegener Zinsen die Schweizer Geldpolitik darauf ausgerichtet bleibe, den Druck auf den Franken zu reduzieren. Der Negativzins bleibe "zentrales Element". Der Euro notiert aktuell bei 1,0735 Franken.

Der SMI gewinnt gegen Mittag 0,2% auf 7765 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,2% auf 1234 Zähler zu, und der breite SPI steht 0,2% höher bei 8511 Punkten. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 22 im Plus, 7 im Minus und die schwergewichtigen Nestlé unverändert.

Luxusgütertitel auf Erholungskurs

Aktuell stehen die Titel des Gesundheitskonzerns Galenica (+1,4%) an der Spitze der Bluechips - nach einem klaren Minus am Vortag. Seit Jahresbeginn ist die Aktie mit -35% grösster Verlierer unter den SLI-Titeln.

Auch die Luxusgüterwerte Richemont (+0,8%) und Swatch (+0,5%) gehören zu den Gewinnern, hatten die Woche aber gut abgegeben, nachdem die jüngsten Uhrenexportdaten vom Dienstag keine Anzeichen für eine Markterholung gaben. Die Exporte brachen im Oktober so stark ein wie im ganzen Jahr nicht.

Fester notieren ausserdem noch Givaudan (+0,9%), Sonova (+0,8%) und Schindler PS (+0,6%).

Die schwergewichtigen Novartis und Roche (je +0,3%) stützen den SMI besonders. Bereits am Vortag hatten Novartis ein Plus von knapp 1% verbucht, nachdem beide Pharmawerte am Dienstag noch um gut 3% im Minus geschlossen und sich wieder ihren kurz vor der US-Präsidentschaftswahl erreichten Jahrestiefstwerten angenähert hatten.

Rückschlag bei Alzheimer-Medikamentenforschung nicht überraschend

Roche gaben dann am Mittwoch weiter leicht ab nach einem Rückschlag bei Eli Lilly in der Alzheimer-Forschung: Der US-Pharmakonzern ist mit einem experimentellen Medikament in der Phase III gescheitert und wird keine Zulassung mehr anstreben. Eli Lilly sowie Aktien von Wettbewerbern mit ähnlichen Kandidaten gaben stark ab. Die Forschung nach einem Heilmittel von Alzheimer gilt als riskant. Auch Roche forscht in diesem Bereich.

Das Resultat bei Eli Lilly sei nicht überraschend, da schon die früheren Alzheimer-Versuchsreihen uneinheitliche Erfolge gezeigt hätten, heisst es allerdings in einem Kommentar der Credit Suisse am Donnerstag.

Der dritte Pharma-Blue-Chip Actelion (+0,1%) legt mittlerweile lediglich ganz leicht zu. Am Vortag ging der Titel mit festen +1,8% aus dem Handel. Der Pharmakonzern stehe vermehrt wieder im Zentrum von Übernahmespekulationen, heisst es am Markt.

Swisscom-Aktie gibt nach Kurzielsenkung nach

Grösste Verlierer sind mittlerweile Aryzta (-1,4%). Und auch Kühne+Nagel (-0,8%), die grössten Gewinner vom Vortag, büssen klar ein. Leichte Verluste verbuchen zudem noch Lafarge-Holcim (-0,5%) und Swisscom (-0,4%). Für die Aktie des Telekomkonzerns senkte die UBS das Kursziel bei bestätigtem "Neutral"-Rating. Zwar sollte es Swisscom gelingen, seinen Marktanteil in der Schweiz zu verteidigen, allerdings werde der Druck durch Roaming im Mobilfunk, subventionierte Geschäftsmodelle und einen Rückgang im Festnetzgeschäft immer grösser, heisst es.

Am breiten Markt können Comet (+1,5%) am Tag nach dem Investorentag weiter zulegen. Vontobel bestätigt im Nachgang die Kaufempfehlung und erhöhte das Kursziel kräftig. Auch andere Analystenhäuser warten mit positiven Kommentaren auf.

Meyer Burger (-4,1%) geben dagegen weiter deutlich ab. Am (morgigen) Freitag steht eine wichtige Gläubigerversammlung an: Die Anleihensgläubiger müssen einen ersten von drei grossen Schritten zur Refinanzierung des hoch verschuldeten Unternehmens gutheissen.

(AWP)