Schweizer Börse weiter im Aufwärtstrend

Der Schweizer Aktienmarkt kann sich am Dienstagmittag weiter im Plus halten.
30.08.2016 13:00
Im SMI am Dienstag der «Morgensieger»: Aktie von Lafarge-Holcim.
Im SMI am Dienstag der «Morgensieger»: Aktie von Lafarge-Holcim.
Bild: ZVG

Der SMI ist nach der Erholung im frühen Handel in eine Seitwärtsbewegung oberhalb der Marke von 8210 Punkten eingeschwenkt und schliesst damit an den leichten Aufwärtstrend der beiden vorhergehenden Handelstage an. Stütze kommt insbesondere von Versicherungs- und Bank-Titeln, während Bâloise nach Zahlen etwas abgeben.

Eine freundliche Wall Street und auch aktuell gehaltene Futures auf US-Aktien stützen den Handel, heisst es am Markt. Die Investoren würden nun bereits auf den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag schauen, insbesondere mit Blick auf die Zinspolitik. In der Euro-Zone hat sich die Wirtschaftsstimmung nach dem Brexit eingetrübt und auch hierzulande sind die Aussichten für die Wirtschaft derweil etwas weniger positiv als noch vor einem Monat: Das KOF-Konjunkturbarometer, ein Frühindikator für die Entwicklung der Schweizer Konjunktur, hat im August deutlich nachgegeben. Das Beschäftigungsbarometer blieb hingegen stabil. Am Nachmittag folgen aus den USA noch Daten zum Konsumentenvertrauen.

Der SMI gewinnt bis zum Mittag 0,5% auf 8226 Punkte hinzu. Der 30 Titel umfassende Swiss SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,6% auf 1245 Zähler, während der breite SPI um 0,5% auf 8942 Stellen zulegt. Von den 30 Bluechips notieren 24 im Plus, nur 5 im Minus und Sika unverändert.

Bâloise enttäuscht die Anleger

Nach einem leicht enttäuschenden Semesterausweis geben die Titel der Bâloise mit -0,1% nur noch leicht nach. Die Assekuranz hat einen Gewinnrückgang gemeldet und die Analystenschätzungen unterschritten. Die Stärkung der Reserven in Deutschland und das Niedrigzinsumfeld haben dabei Tribut gefordert. Operativ sei der Konzern aber ansonsten aber auf einem guten Weg, heisst es in Kommentaren.

Klar im Aufwind sind die übrigen Assekuranzen und Bankentitel. Hier würden festere US-Bankaktien stützen sowie unbestätigte Meldungen, dass die krisengeschüttelte italienische Unicredit vor dem Verkauf eines milliardenschweren Pakets mit ausfallbedrohten Krediten steht. So gewinnen Zurich, Swiss Re (je +1,4%) sowie Swiss Life (+0,9%) deutlich hinzu und auch UBS, Julius Bär (je +1,1%) und CS (+1,6%) sind gefragt. Bei der Credit Suisse hat die amerikanische Capital Group ihre Beteiligung auf über 5% von zuvor rund 3% aufgestockt.

Grösste Gewinner sind weiterhin unangefochten Lafarge-Holcim (+3,2%, 52,90 Franken). Hier beflügelt die Rating-Anhebung durch HSBC auf "Buy" von "Hold". Das Kursziel steigt deutlich auf 58 von 40 Franken. Der Analyst verweist auf die Erholung in den Emerging Markets und die Massnahmen des Unternehmens zur Profitabilitätssteigerung als Gründe für die positivere Bewertung. Zudem rechnet er mit einer Sonderausschüttung an die Aktionäre. Auch Kepler Cheuvreux hat das Ziel auf 55 von 50 Franken erhöht und bleibt bei der "Buy"-Bewertung. Auch andere eher zyklische Werte wie Aryzta (+2,2%) oder Adecco (+1,0%) tendieren freundlich.

Taucher für Richemont-Aktie

Grösste Verlierer sind Richemont (-0,8%), während Swatch (+0,2%) leicht hinzugewinnen. Für den Luxusgütermarkt bleiben die Analysten von Bernstein zurückhaltend. Sie halten auch nach einem drei Jahre anhaltendem Abschwung eine Bodenbildung im Zyklus derzeit noch nicht für angezeigt. Während die vorangehenden Zyklen jeweils auf konjunkturbedingte Abschwünge mit einer entsprechend folgenden Erholung zurückzuführen seien, wäre die Ausgangslage derzeit anders, so Bernstein.

Leichte Stütze erhält der SMI von den Pharmawerten Roche (+0,5%) und Novartis (+0,3%). Beim Lebensmittelkonzern Nestlé (+0,4%) sorgt das abgeblasene Gebot von Mondelez für Hershey kaum für grosse Ausschläge, während Barry Callebaut (+1,0%) etwas deutlicher zulegen.

Im breiten Markt haben gleich sechs Unternehmen ihre Halbjahresausweise vorgelegt. Positiv hat dabei etwa Huber+Suhner (+3,7%) überrascht, die die Erwartungen der Analysten auf allen Ebenen übertreffen konnten. Auch Vetropack (+6,5%) und Allreal (+1,0%) legen nach Zahlen zu.

Santhera (+0,4%) hat für eine Phase-I-Studie mit Omigapil einen Förderzuschuss von einer Viertelmillion Dollar von der FDA erhalten. Sulzer (+0,4%) konnte die Übernahme der deutschen Geka früher als geplant abschliessen.

(AWP)