Schweizer Börse weiter im Plus

Der Schweizer Aktienmarkt profitiert am Dienstagmittag weiter von der Stimmungsaufhellung durch die steigenden Ölpreise.
17.05.2016 12:59
Schweizer Börse in Zürich.
Schweizer Börse in Zürich.
Bild: ©hachri/fotolia.com

Der Leitindex SMI hat sich gegenüber dem Tageshoch aus dem frühen Handel jedoch wieder etwas abgeschwächt. Die jetzige Aufwärtsbewegung zeige, dass Aktien von den Anlegern wieder als vergleichsweise günstig bewertet angesehen würden, sagte ein Händler. Bei positiven Nachrichten steige auch die Kaufbereitschaft.

Grund für die Aufhellung der Anlegerstimmung war die Bewegung beim Ölpreis Richtung 50-USD-Marke. Aktuell wird das Barrel WTI jedoch wieder unter 48 USD gehandelt. Aus Europa meldete Grossbritannien überraschend eine sich abschwächende Inflation und in der Eurozone ist der Handelsbilanzüberschuss etwas stärker gestiegen als erwartet. Am Nachmittag erwarten die Börsianer verschiedene vielbeachtete US-Daten, etwa zu Verbraucherpreisen, Realeinkommen, Baubeginnen und Industrieproduktion.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt um 12.00 Uhr 0,37% auf 7'955,20 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt derweil um 0,35% auf 1'214,36 Zähler zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,42% auf 8'607,48 Punkte. Von den 30 Blue Chips notieren 23 im Plus, fünf im Minus und zwei (Dufry, Roche) unverändert.

Aryzta im Plus

Die SMI-Gewinnerliste wird nachrichtenlos von Aryzta (+3,0%) angeführt. Bei Julius Bär (+2,0%) hat Morgan Stanley in einer Studie auf die Steigerungen beim Neugeldzufluss verwiesen und rechnet in Asien, Lateinamerika und den Emerging Markets mit Zuwächsen im zweistelligen Prozentbereich. Die Grossbanken UBS (-2,2%) und CS (-1,0%) notieren hingegen klar im Minus und geben damit einen Teil der Vorwochengewinne wieder ab.

Auffällig ist der Anstieg bei den Assekuranz-Titeln Zurich (+2,1%), Swiss Re (+1,8%), Swiss Life (+1,6%) und Baloise (1,3%). Anders als UBS und CS können sie von der positiveren Stimmung bei den europäischen Finanzwerten profitieren und legen durchweg zu.

Der Pharmakonzern Novartis (+1,1%) hat positive Daten zum Ultibro Breezhaler zur Therapie der Lungenerkrankung COPD gemeldet. Das Medikament sei dem stärksten Konkurrenzprodukt in mehreren Faktoren überlegen, heisst es. Die beiden anderen Schwergewichte Roche (unv.) und Nestlé (+0,3%) zeigen sich derweil unauffällig.

Actelion (+0,6%) hat für Uptravi - nach den USA - nun auch in der Europäischen Union die Marktzulassung erhalten. Alles andere wäre eine bittere Enttäuschung gewesen, heisst es von Analystenseite. Geberit (+0,8%) prüft derweil Optionen für zwei Standorte in Frankreich und schliesst dabei auch eine Schliessung nicht aus.

LafargeHolcim (+0,1% auf 42,38 CHF) haben sich trotz des Dividendenabschlags von 1,50 CHF in den positiven Bereich vorgearbeitet. Goldman Sachs hat das Kursziel leicht um 30 Rappen auf 54,50 CHF angehoben, ohne die Neutral-Bewertung zu ändern. Die Titel des Baustoffkonzerns waren in der Vorwoche nach Quartalszahlen abgerutscht.

Bei Syngenta (-0,8%) hat ChemChina die erste Verlängerung der Angebotsfrist bekanntgegeben. Die Frist startet am 24. Mai und endet am 18. Juli. Weitere Verlängerungen sind möglich. Als Grund werden noch nicht vorliegende Genehmigungen genannt. Zudem hat laut Agenturmeldungen der US-Ausschuss für ausländische Investitionen (CIFIUS) bei der Prüfung der Übernahme das Landwirtschaftsministerium herangezogen. Dufry (unv.) können von Konzessionsverlängerungen an zwei Flughäfen in Brasilien nicht profitieren.

Orascom brechen ein

Am breiten Markt brechen die Aktien des Hotel- und Tourismusunternehmens Orascom nach einer Verlustwarnung um 5,5% ein. Das Unternehmen hat im Vorfeld der Zahlenvorlage am Donnerstag vor einem Umsatzrückgang und tiefroten Zahlen gewarnt. Der Fehlbetrag soll sich auf 26 bis 28 Mio CHF belaufen und damit höher ausfallen als im gesamten Vorjahr.

Emmi (-2,2%) sind unter Druck, nachdem das Unternehmen in den USA die Cowgirl Creamery Corporation übernimmt, ohne Angaben zum Preis zu machen. GAM (+3,5%) profitieren dagegen von einem Kauf in Grossbritannien: Der Asset Manager übernimmt die Investmentfirma Taube Hodson Stonex (THS) mit einem verwalteten Vermögen (AuM) von umgerechnet rund 2,5 Mrd CHF.

Meyer Burger (+2,2%) erhält zudem wie andere Unternehmen der Solar-Branche Stütze vom Ölpreis. Die CS hat ihre Beteiligung indes von rund 9,2% auf unter 3% reduziert.(

(AWP)