Schweizer Börse weiter im Plus

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Montagmittag nach wie vor im Plus und setzt damit den Aufwärtstrend von Ende letzter Woche fort.
11.07.2016 13:05
Positiver Wochenstart für die Schweizer Börse.
Positiver Wochenstart für die Schweizer Börse.
Bild: cash

Der Leitindex SMI bewegt sich seit Handelsbeginn zumeist ohne klare Richtung über dem Freitagsschlusskurs zwischen 8050 und knapp 8100 Punkten. Händler erklären sich die Avancen mit der besseren Stimmung nach den US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag und positiven Vorgaben aus Nordamerika und Asien.

"Angesichts der Vorgaben halten sich die Gewinne hierzulande aber in Grenzen", kommentiert ein Händler. Sollten die US-Börsen am Nachmittag ihren Höhenflug fortsetzen, seien auch an der Schweizer Börse noch deutlichere Kursgewinne denkbar. Und dieses Szenario sei allein schon aus charttechnischen Gründen nicht unrealistisch. Wichtige Konjunkturdaten stehen am Berichtstag nicht mehr auf der Agenda.

Der SMI steht am Mittag 0,6% höher bei 8085 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,7% auf 1183 und der breite SPI um 0,8% auf 8740 Stellen. Von den 30 Bluechips liegen 27 im Plus, 2 (ABB, Givaudan) im Minus und Richemont unverändert.

Gute Stimmung für Midcaps

Angeführt wird das Gewinnerfeld bei den Bluechips von drei Titeln: Dufry (+2,8%), Galenica (+2,5%) und Lonza (+2,4%). Nachrichten liegen zu diesen zwar nicht vor. Laut Analysten profitierten alle drei aber von einer generell besseren Stimmung am Markt für Midcaps, insbesondere für solche mit eher defensiven Eigenschaften.

Deutlich im Plus sind ausserdem Lafarge-Holcim (+1,9%). Der Zementkonzern kommt mit der Bereinigung seines Portfolios voran. Er hat mit dem indischen Mischkonzern Nirma Limited eine Vereinbarung zum Verkauf der Lafarge-India-Werke geschlossen. Die Unternehmensteile, die der französisch-schweizerische Konzern wegen der regulatorischen Bedingungen der Fusion verkaufen muss, werden mit 1,4 Milliarden Dollar bewertet - und damit eher höher als erwartet.

Markante Avancen verzeichnen ausserdem Actelion (+1,9%) und Schindler (+1,8%). Letztere dürften von der Aufnahmen in den SMIM-Index profitieren.

Uneinheitliche Finanzwerte

Uneinheitlich ist das Bild bei den Finanztiteln. Julius Bär (+1,4%) und Swiss Life (+1,1%) machen einen Teil der Vorwochenverluste wett, als die gesamte Branche wegen neuer Brexit-Turbulenzen markante Einbussen erlitten hatte.

UBS (+0,4%) und Credit Suisse (+0,2%) hingegen haben im Handelsverlauf anfängliche Gewinne wieder fast vollständig abgegeben. CS-Chef Tidjane Thiam sprach in einem Interview mit der Sonntagspresse von Fortschritten beim Umbau seines Instituts. Angesichts des abgesackten Aktienkurses mahnte er die Investoren jedoch zur Geduld. Offen liess er zudem die Frage, ob Kunden in jüngster Zeit bei der CS Geld abgezogen haben.

Wenig beeindruckt zeigen sich die Syngenta-Investoren von der Verlängerung der Angebotsfrist von Chemchina bis 13. September. Die Aktie steigt nur um 0,7% auf 372 Franken. Chemchina hatte im März das offizielle Kaufangebot für Syngenta vorgelegt und bietet 465 Dollar in bar je Namenaktie zuzüglich einer Dividende von 16 Franken pro Papier. Für Analysten ist die aktuelle Kursentwicklung eine Enttäuschung. "Die Zweifel, ob es wirklich zur Übernahme kommt und ob die Behörden ihren Segen erteilen werden, sind offensichtlich nach wie vor gross."

Allzeithoch für Nestlé-Aktie

Bei den Schwergewichte schneiden Novartis (+0,9%) etwas besser ab als Roche (+0,8%) und Nestlé (+0,5%). Letztere haben intraday gleichwohl ein Allzeithoch erreicht und damit ihre relativ gute Entwicklung seit Anfang Jahr bestätigt, meinen Händler.

Neben Givaudan notieren bei den Bluechips einzig ABB im Minus, und zwar mit -1,7% oder 0,32 Franken. Die Papiere werden am Berichtstag jedoch ex Dividende (0,74 Franken) gehandelt. "Es ist eine starke Leistung, dass schon mehr als die Hälfte des Dividendenabgangs aufgeholt wurden", so ein Analyst.

Am breiten Markt gibt es Applaus für Interroll (+5,2%) nach ersten Angaben zum Geschäftsverlauf im ersten Semester. Myriad (+0,9%) fallen nach Zahlen nicht gross auf. Ausserdem gibt es eine Heraufstufung für AMS (+3,4%)durch ZKB auf "Übergewichten". Huber+Suhner notieren 2,8% im Plus. CEO Urs Kaufmann hat sich in einem Interview mit AWP zuversichtlich zum Geschäftsgang geäussert.

(AWP)