Schweizer Börse weiter im Trump-Hoch

Die Schweizer Börse setzt am Donnerstag den Aufwärtstrend fort und legt auf breiter Front zu. Die Erleichterungsrally setze sich fort, sagen Händler.
10.11.2016 10:50
Eitel Sonnenschein an der Schweizer Börse am Donnerstag nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten.
Eitel Sonnenschein an der Schweizer Börse am Donnerstag nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten.
Bild: cash

Wider erwarten hatten die Märkte am Vortag mit steigenden Kursen auf die überraschende Wahl von Donald Trump zum 45. Präsidenten der USA reagiert. "Wir waren lange gehemmt wegen der Wahlen. Nun ist der Bann gebrochen", sagt ein Händler. Diese Ungewissheit sei nun endlich ausgeräumt. Zudem habe Trump in seiner Rede nach der Wahl versöhnliche Töne angeschlagen und die Börsianer besänftigen können.

Der SMI legt bis 10.45 Uhr 1 Prozent auf 7980 Punkte zu. Am Mittwoch war der Leitindex bereits um 2 Prozent gestiegen.

Stark gefragt sind die Aktien der Banken. Die Kurse der Credit Suisse und der UBS schiessen um 6,8 Prozent nach oben. Julius Bär ziehen um 4,4 und Leonteq um 7,1 Prozent an. Der europäische Bankaktienindex rückt um 3,5 Prozent vor.

Händler sagten, die Aussicht auf mehr Inflation und höhere Zinsen lasse die Anleger nach Bankwerten greifen. Zudem gebe es Hoffnungen, die neue Regierung könnte die Regulierungsregeln für die Finanzbranche nicht weiter verschärfen, sondern eher wieder etwas lockern.

Zurich für gute Quartalszahlen belohnt

Die Versicherungsaktien werden 1 bis 2 Prozent höher bewertet. Zurich notieren nach einem besser als erwarteten Quartalsabschluss um 1,9 Prozent fester. Der Versicherer stellte zudem eine stabile Dividende von 17 Franken in Aussicht.

Im Aufwind sind die Anteile aus dem Gesundheitsbereich, die den Markt am Vortag angeführt hatten. Novartis gewinnen 1,2 Prozent und Roche legen 1,4 Prozent zu, während Actelion 1,2 Prozent höher sind.

Mit einem Kurssprung um knapp 10 Prozent stechen Cosmo heraus. Der Arzneimittelhersteller hat eine spätklinische Studie mit dem Kontrastmittel Methylen-Blau erfolgreich abgeschlossen und will das Mittel nun in den USA und Europa registrieren lassen.

Hoffnung auf Konjunkturschub lässt Zykliker haussieren

Gesucht sind auch Aktien zyklischer Firmen. Händler sagen, sie hofften auf einen Konjunkturschub durch Steuersenkungen und schuldenfinanzierte Infrastrukturausgaben. Die Titel des Personalvermittlers Adecco, des Elektrotechnikkonzerns ABB, des Zementriesen Lafarge-Holcim und der Anlagenbauer Oerlikon und Sulzer oder des Autozulieferers Autoneum legen kräftig zu.

Die Aktien von Sunrise, der zweitgrössten Telekommunikationsfirma der Schweiz, verlieren 3,4 Prozent. Der Quartalsbericht sei allerdings etwas besser als erwartet ausgefallen, sagt ein Händler. Die Titel von Rivalin Swisscom sinken um 1,1 Prozent.

Im Angebot liegen auch die Aktien von Lebensmittelherstellern: Nestlé verlieren 1,4 Prozent und Barry Callebaut büssen 2,7 Prozent ein. Lindt & Sprüngli verlieren 0,8 Prozent.

Die Titel von Givaudan fallen um 4,2 Prozent. Citigroup hat die Aktie des Aromen- und Riechstoffherstellers auf "Sell" von "Neutral" umgestuft.

(Reuters)