Schweizer Börse weiter klar im Minus

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Montag zur Mittagszeit weiter mit klaren Verlusten.
12.09.2016 12:55
Finanzwerte wie die Aktien der beiden Schweizer Grossbanken am Zürcher Paradeplatz haben am Montag an der Börse einen schweren Stand.
Finanzwerte wie die Aktien der beiden Schweizer Grossbanken am Zürcher Paradeplatz haben am Montag an der Börse einen schweren Stand.
Bild: cash

Die wichtigsten Indizes waren nach sehr schwachen US-Vorgaben bereits mit deutlichen Einbussen gestartet, danach passierte per Saldo nicht mehr allzu viel. Besonders unter Druck stehen vor allem die Bankenwerte, während die defensiven SMI-Schwergewichte etwas dagegenhalten. Belastet wird die allgemeine Stimmung laut Händlern von neuen Befürchtungen, dass die US-Zinsen nun doch schneller als zuletzt erwartet steigen könnten.

Der regionale Notenbankchef von Boston, Eric Rosengren, hatte sich am Freitag nämlich gegen eine zu lang anhaltende lockere Geldpolitik ausgesprochen. Ansonsten drohe die US-Wirtschaft zu überhitzen, was eine umso raschere Zinsstraffung durch die Notenbank erfordern könne. Die Äusserungen von Rosengren kamen für die Märkte relativ überraschend und führten beim Dow Jones Industrial zum grössten Tagesverlust seit dem Brexit-Votum. Weiter im Fokus sind entsprechend die weiteren anstehenden Reden von Fed-Mitgliedern. Am Berichtstag sind es gleich mehrere, wobei die Rede von FOMC-Board-Mitglied Lael Brainard (19.15 Uhr) besonders Beachtung finden werde.

Der SMI verliert zur Mittagszeit 1,2% auf 8169 Punkte (Tagestief 8138). Die Volatilität gemessen am VSMI hat derweil massiv zugenommen (+20%). Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 1,5% auf 1240 und der breite SPI 1,1% auf 8876 Punkte ein. Die 30 wichtigsten Titel notieren zur Berichtszeit alle im Minus.

Wenig Unternehmens-News

Nachrichten von Unternehmensseite gibt es nur wenige. Aus dem SMI-Bereich hat einzig Swiss Re (-1,0%) anlässlich einer Branchenveranstaltung in Monte Carlo über die erwartete Preisentwicklung informiert. Laut Marktkreisen gab es am Treffen allerdings keine grosse Überraschungen.

Unter deutlichem Druck stehen weiterhin die Bankwerte im SMI. Sowohl die Papiere der Grossbanken CS (-3,1%) und UBS (-3,0%), wie auch diejenigen des Vermögensverwalters Julius Bär (-2,2%) sind jedenfalls bei den grössten Verlierern. Besonders wenig gefragt sind ausserdem diverse konjunktursensitive Titel wie etwa Adecco (-3,2%), Lafarge-Holcim (-2,5%) oder Dufry (-2,4%).

Auch die Titel des Gesundheitskonzerns Galenica (-2,0%) büssen überdurchschnittlich an Wert ein. Präsident Etienne Jornod gab sich in der Sonntagspresse zuversichtlich, dass der zum Verkauf stehende 20%-Anteil des Grossaktionärs Sprint in gute Hände kommt. Man werde aber nicht selber als Käuferin auftreten, stellte er klar.

Defensive als leichte Stütze

Die defensiven SMI-Schwergewichte geben dem Markt eine leichte Stütze, indem sie unterdurchschnittlich an Wert einbüssen. Zumindest Novartis und Nestlé (je -0,7%) zeigen sich verhältnismässig stabil, während Roche GS (-1,0%) etwas stärker verkauft werden. Hier laste weiterhin der bald erwartete Verkauf des Inhaber-Paketes, das der Konkurrent Novartis seit vielen Jahren hält, auf den Papieren.

Am stabilsten zeigen sich aber Syngenta (-0,4%), die weiter vom laufenden Übernahmeangebot von Chem China gestützt werden. Nur relativ geringe Verluste gibt es ausserdem für Schindler PS (-0,4%) oder Givaudan (-0,7%).

Nach stabilem Beginn etwas zurückgefallen sind Swatch (-1,2%). Einige der angelsächsischen Leerverkäufer hätten kalte Füsse gekriegt und ihr Glück daher in Deckungskäufen versucht, hiess es im frühen Handel dazu. Die Konkurrentin Richemont (-1,9%), die am Mittwoch Fünfmonatszahlen veröffentlichen wird, büsst deutlich mehr ein.

Kudelski nach Sieg vor Gericht gefragt

Im breiten Markt sind Kudelski (+1,3%) bei den Top-Werten. Der Westschweizer Konzern hat vor einem US-Gericht in einem Rechtsstreit mit der chinesischen Gotech um Produktpiraterie einen Erfolg erzielt und eine Schadenersatzzahlung von 101 Millionen Dollar zugesprochen erhalten. Relativ stark präsentieren sich ausserdem New Venturetec (+6,3%), Investis (+2,8%) oder Calida (+2,0%), während Edisun (-4,9%), AMS (-4,5%) oder Schmolz+Bickenbach (-4,4%) deutlicher unter die Räder geraten.

Für etwas Gesprächsstoff sorgt ausserdem eine IPO-Ankündigung. Das Biopharmazie-Unternehmen Adienne will den Gang an die SIX wagen, wobei allerdings ausser der Absichtserklärung noch keine Details genannt wurden.

(AWP)