Schweizer Börse weiterhin deutlich im Minus

Der Schweizer Aktienmarkt verzeichnet am Freitag zur Mittagszeit weiter klare Verluste.
02.12.2016 13:00
Heute wieder mal runter: Der Kurs der Actelion-Aktie wurde in den vergangenen Tag stark von Gerüchten bewegt (im Bild der Hauptsitz von Actelion in Allschwil BL).
Heute wieder mal runter: Der Kurs der Actelion-Aktie wurde in den vergangenen Tag stark von Gerüchten bewegt (im Bild der Hauptsitz von Actelion in Allschwil BL).
Bild: ZVG

Am Sonntag stehen mit dem Verfassungsreferendum in Italien und der österreichischen Bundespräsidentenwahl wichtige politische Ereignisse auf der Agenda, die schon seit Tagen für Zurückhaltung unter europäischen Anlegern sorgen. Beide Abstimmungen könnten Rechtspopulisten und Europakritikern Auftrieb verleihen, so eine Meinung am Markt. Eine Regierungskrise in Italien könnte zudem der ohnehin schwer angeschlagenen Wirtschaft des Landes weiter schaden - mit Folgen für die gesamte europäische Währungsunion.

Während sich vor diesem Hintergrund die potenziellen Käufer von Aktien weiter zurückhielten, bekämen bereits Investierte kalte Füsse. Die Vorsicht an den Finanzmärkten sei angesichts der Überraschungen bei vergangenen Wahlen und Abstimmungen allerdings durchaus nachvollziehbar, heisst es weiter. Zuvor steht am Freitagnachmittag auch noch der US-Arbeitsmarktbericht für November im Fokus. Die Erwartung einer weiteren Zinserhöhung im März - nach einer Anhebung im Dezember - sei in den vergangenen Tagen gestiegen, sagt ein Experte mit Blick auf jüngste Konjunkturzahlen. In der neuen Woche am Donnerstag steht zudem noch der nächste Zinsentscheid der EZB an.

Der SMI verliert gegen Mittag 0,9% auf 7708 Punkte. Bereits am Vortag gab er deutlich ab und das Wochenminus beläuft sich derzeit auf 2,2%. Im bisherigen Tagestief am Morgen fiel der SMI kurzzeitig gar unter 7700 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, fällt um 0,9% auf 1232 Zähler, und der breite SPI um 0,8% auf 8457 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen bis auf 2 Titel alle im Minus.

Actelion ziehts wieder nach unten

Am Tabellenende stehen mittlerweile Actelion (-2,1%). Hier geht das Rätselraten weiter, ob es zu einem Deal mit dem US-Konzern Johnson & Johnson (J&J) kommen könnte. Actelion-Chef und Grossaktionär Jean-Paul Clozel werde keinesfalls das Steuer aus der Hand geben wollen, wird am Markt am Freitag erneut spekuliert. Selbst eine gemeinsame Gesellschaft mit J&J sei für den engagierten Manager nicht unbedingt das Gelbe vom Ei.

Auch am Vortag gaben die Titel des Pharmakonzerns leicht nach. Seit den ersten Gerüchten über eine mögliche Übernahme durch J&J stehen die Titel allerdings noch 23% im Plus. Auch auf Jahressicht sind sie die grössten Gewinner unter den Bluechips.

Hierzulande sorgen allerdings besonders die Schwergewichte Roche (-1,4%) und Novartis (-1,3%) für die SMI-Schwäche. Defensive Sektoren standen bereits am Vortag europaweit auf den Verkaufslisten.

Nestlé (-0,1%) können sich dagegen besser halten. Am Morgen bestätigte Goldman Sachs für die Aktien des Lebensmittekonzerns die Kaufempfehlung - wie auch für Aryzta (-0,6%). Unter dem Strich sehen die Analysten für den Konsumgütersektor allerdings weiterhin Risiken.

Grossbankentitel stark unter Druck

Besonders unter Druck stehen des weiteren die Bankentitel CS (-1,9%) sowie UBS (-1,8%) und Julius Bär (-0,5%) etwas weniger. Dabei bestätigt Vontobel für UBS die Kaufempfehlung. Auch für Credit Suisse trudeln vor dem Wochenende zahlreiche Analysen im Vorfeld des am Mittwoch anstehenden Investorentags ein. Das Management hatte bereits ein Update des Kostenplans und weiteres angekündigt, sodass die Erwartungen an den Anlass am Markt bereits seit der Zahlenvorlage zum dritten Quartal relativ hoch sind.

Deutlich unter Druck sind ausserdem Clariant (-1,6%), Lafarge-Holcim (-1,5%) sowie die Luxusgüterwerte Richemont (-1,5%) und Swatch (-1,3%).

Einzig zulegen können hingegen Syngenta (+0,3%), während Swiss Re (unv.) am Investorentag mittlerweile unverändert notieren. Der Rückversicherer bestätigte die Ziele und will unter anderem weiteres Kapital an Aktionäre zurückführen.

AMS nach schlechten Nachrichten zu Apple im Verkauf

Am breiten Markt sind Barry Callebaut (-1,9%) von einer Rating-Herabstufung auf "Sell" von Goldman Sachs belastet. Und AMS (-3,4%) bekommen den Verkaufsdruck unter Halbleiterlieferanten zu spüren - nach einem negativen Medienbericht zu Apple.

Fester tendieren hingegen Meyer Burger (+1,2%) - der Titel ist derzeit vorübergehend vom Handel ausgesetzt - am Tag der ausserordentlichen GV, an der über eine geplante Kapitalerhöhung abgestimmt wird.

(AWP)