Schweizer Börse weiterhin deutlich im Plus

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Mittwochmittag weiterhin klar im Plus. Getragen von positiven Vorgaben aus Übersee sowie erneut festen Bankenwerten ist der SMI bereits zu Handelsbeginn mit Aufschlägen gestartet.
07.12.2016 12:55
Weiterhin in bestem Licht: Die Schweizer Börse am Mittwochmittag.

Er hat damit nahtlos an die relativ starke Entwicklung der beiden Vortage angeknüpft. An die zuletzt im Oktober erreichte Marke von 8000 Zähler ist er zwischenzeitlich bis auf etwa 30 Punkte herangekommen, zuletzt ist allerdings etwas der Schwung verlorengegangen. Einen Kurssprung legt die Aktie der Credit Suisse hin, die nun so hoch wie zuletzt Anfang Februar notiert.

Anleger setzten darauf, dass die Europäische Zentralbank am morgigen Donnerstag ihr Anleihenkaufprogramm verlängern werde, wird in Händlerkreisen als Grund für die gute Stimmung unter den Investoren angeführt. Nach dem Nein beim Italien-Referendum und den möglichen Folgen für die italienische Wirtschaft und jener der Euro-Zone insgesamt bleibe der Zentralbank wohl nichts anderes übrig, als nochmals eins draufzulegen. Makroseitig blieb es am Berichtstag bislang ruhig und auch im weiteren Tagesverlauf sind von dieser Seite keine grossen Impulse zu erwarten.

Der SMI gewinnt gegen Mittag 0,5% auf 7953 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,8% auf 1279 Zähler zu und der breite SPI 0,4% auf 8685. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 17 im Plus, 12 im Minus und Lonza unverändert.

Kursrakete für die CS-Aktie

Obenaus schwingt die Aktie der Credit Suisse mit einem Plus von 8,2%, die wegen des heutigen Investorentages in London im Mittelpunkt steht. Die Grossbank hat zwar einen Teil der Mittelfristziele in den Kernbereichen gesenkt. Analysten hatten aufgrund des schwierigeren Umfelds allerdings mit einem solchen Schritt gerechnet. Gut voran kommt CEO Tidjane Thiam hingegen mit den Sparmassnahmen. Die angestrebten Netto-Einsparungen von 1,6 Millarden Franken im laufenden Jahr dürften übertroffen werden, so die Bank. Auch bezüglich Personalabbau ist die Credit Suisse schneller unterwegs als geplant. Die vor einem Jahr angestossene Strategie funktioniere, und ab 2018 würden die Früchte der Massnahmen erwartet, heisst es.

Die Titel der Konkurrentin UBS legen im Schlepptau 1,8% zu, Julius Bär 2,0%. Bereits am Vortag hatten sich die Titel überdurchschnittlich entwickelt. Schub hatten Zinshoffnungen in den USA gegeben, von denen sich Anleger höhere Transaktionen und damit höhere Einnahmen im Wealth Management in Amerika erhofften, wie es heisst. Auch Zurich Insurance (+2,2%) liegen zur Wochenmitte gut im Markt, nachdem die Analysten von RBC die Einstufung erhöht haben.

Einen starken Lauf haben auch Galenica mit +3,3%. Der Gesundheitskonzern hat positive Studienresultate zu seinem wichtigen Eisenpräparat Ferinject vorgelegt. Daneben hat die UBS für die Aktie eine Kaufempfehlung ausgesprochen. Die beiden Medikamente Veltassa und Ferinject würden unterschätzt, so die Meinung der zuständigen Analysten. Galenica gehören auf Jahressicht allerdings zu den grössten Verlierern unter den hiesigen Bluechips.

Auch viele Zykliker im Aufwind

Mit Swatch (+2,7%), Lafarge-Holcim (+1,5%), Adecco (+1,3%), Dufry (+1,1%) und Richemont (+1,1%) sind auch Vertreter aus dem Segment der Zykliker vorne mit dabei.

Die beiden Pharmaschwergewichte Novartis (+0,1%) und Roche (-0,2%) entwickeln sich dagegen unterdurchschnittlich. Beide Konzerne legten zwar positive Daten zu Medikamenten vor, für die Kursentwicklung sind diese allerdings nicht sehr relevant.

Grösste Verlierer sind weiterhin Actelion mit -2,2%, was in Händlerkreisen auf Gewinnmitnahmen und eine technische Gegenreaktion zurückgeführt wird. Am Vortag hatte der Titel dank neuen Übernahmegerüchten um knapp 4% zugelegt. Seit vor wenigen Wochen die Gerüchte hochkochten legte die bislang Aktie rund 40% zu.

Grössere Verluste verzeichnen auch die Zykliker SGS (-1,1%), die im bisherigen Jahresverlauf allerdings vergleichsweise gut abschneiden. Auch Sonova (-1,0%) fallen etwas deutlicher zurück, nachdem Jefferies das Kursziel unter das aktuelle Niveau gesenkt hat.

Meyer-Burger-Aktie um Bezugsrechte gekürzt

Im breiten Markt stechen Meyer Burger mit einem im Vergleich zum Vortag um 61% tieferen Kurs von 0,95 Franken ins Auge. Der Grund ist technischer Natur: Der Titel wird am Berichtstag ohne Bezugsrechte gehandelt. Davon unabhängig hat das Unternehmen einen weiteren Investor gefunden, der sich im Rahmen der laufenden Kapitalerhöhung zur Übernahme von Aktien verpflichtet hat.

Schwächer notieren u.a. Comet (-0,5%) nach Bekanntgabe eines CEO-Wechsels. Bei den Gewinnern fallen nachrichtenlos SHL (+5,7%), EFG (+3,1%) und Leonteq (+2,6%) auf.

(AWP)