Schweizer Börse zum Wochenstart im Rückwärtsgang

Die Schweizer Börse gibt zum Wochenanfang leicht nach. Vor der mit Spannung erwarteten Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwoch wollten sich die Anleger nicht unnötig Risiken aussetzen, sagen Händler.
12.12.2016 10:00
Nach bestätigten Kaufgesprächen am Montag im Fokus der Investoren: Lonza.
Nach bestätigten Kaufgesprächen am Montag im Fokus der Investoren: Lonza.
Bild: ZVG

Das Geschäft sei bei meist geringen Kursausschlägen uneinheitlich. Der SMI sinkt gegen 10 Uhr um 0,3 Prozent auf 8074 Zähler. Am Freitag hatte der Leitindex um 1,8 Prozent höher geschlossen.

Unterstützung erhalte der Markt vom gestiegenen Ölpreis, der dank Einigung der Opec mit einigen anderen Exportländern auf eine Begrenzung der Fördermengen den höchsten Stand seit eineinhalb Jahren erreichte. Dies schüre Spekulationen auf eine anziehende Inflation und steigende Zinsen, sagen Aktienhändler. Davon profitierten vor allem Finanzwerte, heisst es weiter.

Im Zentrum des Interesses stehen die Aktien von Lonza, die 3,2 Prozent einbüssen. Der Life-Sciences-Konzern bestätigte Gespräche zum Kauf des US-Unternehmens Capsugel. Lonza befinde sich in Schlussverhandlungen mit dem Eigentümer KKR. Der Konzern bestätigte damit einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. Als Kaufpreis seien mehr als fünf Milliarden Dollar im Gespräch, sagen mehrere mit der Sache vertraute Personen zu Reuters. Lonza zufolge würde Capsugel ausgezeichnet zum bestehenden Geschäft passen. Es gebe allerdings keine Gewissheit, dass es zu einer Transaktion komme.

Pharmawerte im Verkauf

Die Aktien von Actelion sinken um 0,4 Prozent. Die Biotechnologiefirma befindet sich in nicht näher definierten Gesprächen mit dem US-Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson.

Die wenig konjunktursensitiven Schwergewichte Novartis und Roche verlieren 0,3 und 0,6 Prozent. Die ebenfalls schwergewichtigen Aktien des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé ermässigen sich um 0,4 Prozent.

Die Anteile der Banken rutschen nach anfänglich positiver Tendenz etwas ab. Die Papiere der Grossbank UBS halten sich noch knapp im Plus, wogegen diejenigen der Rivalin Credit Suisse um 0,4 Prozent nachgeben. Julius Bär sind ebenfalls gut gehalten.

Die Assekuranztitel büssen gegen ein halbes Prozent ein. Bâloise sinken um 0,2 Prozent. Der Versicherer erhöht den am Investorentag im Oktober 2016 angekündigten Rückkauf eigener Aktien auf drei Millionen von einer Million. Der Versicherer wirkt damit einer Verwässerung der Erträge pro Aktie entgegen, die wegen einer im November 2016 fällig gewordenen Wandelanleihe entsteht.

Meyer Burger finden keinen Boden

Bei den Aktien zyklischer Firmen fallen die Titel des Elektrotechnikkonzerns ABB mit plus 0,9 Prozent auf. Dagegen verlieren die Anteile der Luxusgüterhersteller je gut 1 Prozent.

Am breiten Markt stechen die Aktien von Meyer Burger mit einem Kurssturz um 2,3 Prozent auf. Die Marktteilnehmer nützen weiterhin Arbitragechancen im Rahmen des Bezugsrechtehandels.

(Reuters/cash)