Schweizer Börsendebütant lässt UBS kalt

Als erste Bank überhaupt analysiert die UBS die VAT Group. Heiss ist die Grossbank jedoch nicht auf die Aktie, welche sie erst kürzlich an die Börse gebracht hat.
24.05.2016 08:14
Von Lorenz Burkhalter
Die VAT Group wird seit Mitte April an der Schweizer Börse gehandelt.
Die VAT Group wird seit Mitte April an der Schweizer Börse gehandelt.
Bild: ZVG

Gut fünf Wochen ist es her, dass sich die VAT Group dem Publikum öffnete. Rückblickend darf der Gang an die Schweizer Börse SIX als ein Erfolg bezeichnet werden. Denn obschon die Aktie des Vakuumventil-Herstellers mit 45 Franken am oberen Ende der Preisspanne von 39 bis 46 Franken ausgegeben wurde, kletterte sie schon in den ersten Handelstagen auf 55 Franken.

Bei UBS und Credit Suisse, den beiden federführenden Banken bei diesem Börsengang, darf man sich jedenfalls zufrieden gegenseitig auf die Schulter klopfen.

Nun nimmt die UBS als erste Bank überhaupt die Erstabdeckung der VAT Group auf. Das Urteil des für die Schweizer Grossbank tätigen Analysten fällt unerwartet kühl aus: Die Aktie des Börsendebütanten wird nur mit "Neutral" eingestuft. Mit 53 Franken liegt das 12-Monats-Kursziel sogar unter dem Schlusskurs von gestern Montag.

Attraktionen sind bereits eingepreist

Gefallen findet der Experte vor allem an der starken Nischenposition des Unternehmens. Mit 41 Prozent liege der weltweite Marktanteil um das Achtfache höher als jener des nächstgrösseren Rivalen MKS, so schreibt er. Aufgrund der hohen Entwicklungszeiten von durchschnittlich 2 bis 3 Jahren - und in einigen Fällen sogar von bis zu 7 Jahren - sieht er hohe Eintrittsbarrieren für andere Anbieter.

Auch an der finanziellen Situation der VAT Group hat man bei der UBS nichts auszusetzen. Berechnungen des Analysten zufolge sollte der diesjährige operative Gewinn (EBITDA) die Nettoverschuldung decken können. Für die darauffolgenden Jahre erwartet er dann eine kontinuierlich rückläufige Verschuldung. Dennoch hält der Experte diese Attraktionen mittlerweile für eingepreist. Er verweist dabei auf das optisch hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19 auf Basis seiner diesjährigen Schätzungen sowie auf den Bewertungsaufschlag des Unternehmens von rund 20 Prozent gegenüber ähnlich aufgestellten Anbietern.

Für ein Börsendebütant mit Private Equity Firmen als Vorbesitzer, Verkäufer waren die Partners Group und Capvis, verfügt die VAT Group über eine erstaunlich solide Bilanz. Nicht selten werden die Unternehmen vor der Publikumsöffnung regelrecht finanziell ausgehöhlt. Das ist im vorliegenden Fall nicht so.

Die zurückhaltende Titelstudie der UBS reicht vermutlich nicht aus, um der schon seit Wochen zwischen 52 und 55 Franken hin und her pendelnden Aktie neues Leben einzuhauchen. Allerdings ist gut möglich, dass schon in den nächsten Tagen weitere Banken mit optimistischeren Einschätzungen aufwarten.