Schweizer Finanzprofis sehen positiven Konjunkturverlauf

Die Erwartungshaltung von Ökonomen und Analysten in Bezug auf den Schweizer Konjunkturverlauf in den kommenden sechs Monaten hat sich im November leicht verbessert.
16.11.2016 11:30
Gute Aussichten für die Schweizer Konjunktur.
Gute Aussichten für die Schweizer Konjunktur.
Bild: Bloomberg

So ist der sogenannte ZEW-Indikator im Berichtsmonat gegenüber dem Vormonat um 3,7 auf +8,9 Punkte gestiegen. Die grosse Mehrheit (73,5%) der befragten Finanzanalysten erwartet in den nächsten sechs Monaten allerdings keine Veränderung der Konjunkturlage. Der ZEW-Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten "Verbessern" und "Verschlechtern" (17,7% - 8,8% = +8,9).

Die aktuelle Wirtschaftslage in der Schweiz wird von den Analysten wenig verändert gesehen. 85,3% der Befragten bewerten sie als "normal", 14,7% als "gut", wie die Credit Suisse und das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), die den Index auf monatlicher Basis berechnen, am Mittwoch mitteilen.

Bezüglich der Konjunkturlage erwartet die Mehrheit der Analysten in den nächsten sechs Monaten keine wesentliche Veränderung für die Euro-Zone (63%) und die USA (56%). Für die USA-Wirtschaft hat jedoch die Skepsis spürbar zugenommen: Die Zahl der Analysten, die mit einer Verbesserung rechnen, hat abgenommen, jene, die eine Verschlechterung erwarten, hingegen zugenommen.

Inflationserwartung auf Mehrjahreshoch

Deutlich gestiegen ist die Inflationserwartung. Inzwischen erwarten knapp 62% der Analysten (+8 Prozentpunkte) für die Schweiz eine steigende Inflationsrate, 38% eine unveränderte und keiner eine sinkende. So hoch seien die Inflationserwartungen zuletzt im April 2011 gelegen, heisst es in der Mitteilung. Über die Höhe der erwarteten Inflation könnten jedoch keine Aussagen gemacht werden.

Bei den Zinsen erwartet kurzfristig kaum jemand eine Veränderung. Bei den langfristigen Zinsen geht nach wie vor eine Mehrheit (59%) von steigenden Werten aus.

Optimistisch für Aktien

Die Erwartungen der Analysten für die Aktienkurse in der Schweiz, der Euro-Zone und in den USA haben sich deutlich aufgehellt. Der Saldo von rund 40 Zählern entspricht laut den Angaben etwa dem langjährigen Schnitt. Am stärksten verbessert habe sich die Aktienmarkterwartung für die USA. Das Plus von 26 Punkten sei der grösste Anstieg seit der Einführung des Indikators im Jahr 2008. Die Experten erklären sich dies mit dem Ausgang der US-Präsidentschaftswahl.

Eine deutliche Veränderung gibt es ausserdem bei der Einschätzung des fairen EUR/CHF-Wechselkurses. Am wahrscheinlichsten liegt er nun gemäss der Umfrage zwischen 1,10 und 1,20. Im August, als diese Frage zum letzten Mal gestellt wurde, war noch die Bandbreite von 1,00 bis 1,10 als am wahrscheinlichsten erachtet worden.

Die Erwartungen hinsichtlich des EUR/CHF-Wechselkurses haben sich den Angaben zufolge im November leicht zugunsten einer Frankenabwertung verschoben. Weiter geht jedoch die Mehrheit (62%) von einem unveränderten Wechselkurs aus. Beim Duo USD/CHF erwarten 47% der Analysten eine Abwertung des Frankens, 38% keine Veränderung und 15% eine Aufwertung.

Die Umfrage wurde vom 31. Oktober bis 14. November durchgeführt, 36 Analysten nahmen daran teil.

(AWP)