Schweizer Grossbank nennt vier «einmalige Kaufgelegenheiten»

Die Grossbank UBS macht im europäischen Aktienbereich vier Kaufgelegenheiten aus, welche sich so schnell nicht noch einmal bieten dürften.
16.11.2016 08:24
Von Lorenz Burkhalter
Zählt zu den europäischen Unternehmen mit den besten Dividendenaussichten: Der Lebensversicherungskonzern Swiss Life.
Zählt zu den europäischen Unternehmen mit den besten Dividendenaussichten: Der Lebensversicherungskonzern Swiss Life.
Bild: ZVG

"Alles bleibt anders", wusste schon der bekannte deutsche Musiker Herbert Grönemeyer zu singen. Und tatsächlich: Die Finanzmärkte stehen gefühlt seit Wochen im Zeichen der Veränderung. Denn obschon die Europäische Zentralbank (EZB) noch immer Monat für Monat Anleihen und verbriefte Schuldforderungen im Gegenwert von nicht weniger als 80 Milliarden Euro aufkauft, steigen die Zinsen plötzlich. Das sorgt dafür, dass auch an den europäischen Aktienbörsen die Karten neu gemischt werden.

Anleger werden vor veränderte Tatsachen gestellt und müssen sich nun erst einmal neu orientieren. Die Strategen der UBS Investmentbank nehmen dies zum Anlass, um vier einmalige Kaufgelegenheiten vorzustellen:

Gedrückte Unternehmensgewinne: Die Experten vergleichen die aktuelle Ertragssituation vieler europäischer Publikumsgesellschaften mit jener japanischer Unternehmen Ende der Neunzehnachtzigerjahre. Sie rechnen nun damit, dass Europa innerhalb der nächsten fünf Jahre zur Gewinnentwicklung der Jahre vor der Finanzkrise von 2007/08 zurückfinden wird.

So lässt sich das Thema umsetzen: Die Schweizer Grossbank traut den Bergbau- und den Energieunternehmen sowie den Banken die stärkste Gewinnerholung zu. Dementsprechend sollten die Aktien aus diesen Wirtschaftszweigen überdurchschnittlich gut abschneiden.

Vernachlässigte Substanzaktien: Auf Basis bankeigener Berechnungen haben sich amerikanische Substanzaktien den Strategen zufolge seit 2009 um 37 Prozent besser als solche aus Europa entwickelt. Zudem konzentriere sich das Kapital in hiesigen Breitengraden auf ein paar wenige mittlerweile teure Aktien, so die Experten.

So lässt sich das Thema umsetzen: Die UBS setzt auf zurückgebliebene europäische Substanzaktien wie jene der Credit Suisse, Generali, Alstom, Renault, Sanofi, Gas Natural oder Vodafone.

Günstige Aktien, teure Anleihen: Wie die Strategen schreiben, liess sich mit europäischen Anleihen in den letzten 10 Jahren fast doppelt soviel verdienen wie mit europäischen Aktien. Auf keinem anderen Kontinent geht diese Schere auch nur annähernd so weit auseinander wie in Europa. Für die Experten steht fest, dass sich diese Lücke in den nächsten Jahren zumindest verringern wird.

So lässt sich das Thema umsetzen: Da man bei der Schweizer Grossbank die zukünftige Unternehmensgewinnentwicklung als treibende Kraft für eine Aufholjagd europäischer Aktien auf die Anleihen sieht, wird auch hier zu Aktien aus den Bereichen Bergbau, Energie und Banken geraten.

Steigende Dividenden dank höheren Zinsen: Bankeigenen Schätzungen zufolge sind in Europa Unternehmen aus dem Finanzsektor für einen Viertel der gesamten Dividendensumme verantwortlich. Zum Vergleich: In den USA sind es gerademal 12 Prozent. Vor dem Hintergrund der zuletzt höheren Zinsen erhoffen sich die Strategen davon positive Impulse für die zukünftige Dividendenentwicklung in Europa.

So lässt sich das Thema umsetzen: Für die UBS stehen dividendenstarke Finanzwerte wie jene von Swiss Life, Allianz, Generali, ING oder Crédit Agricole im Vordergrund. Namentlich erwähnt werden aus Schweizer Sicht aber auch die Aktien von Roche, Novartis und SGS.