Schweizer Konjunktur - KOF-Barometer sinkt im Mai deutlich

Das Konjunkturbarometer der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich ist im Mai unerwartet deutlich gefallen.
30.05.2017 09:30
Schlechte Aussichten für Teile der Schweizer Industrie - unter anderem für die Papierindustrie - lassen das KOF-Konjunkturbarometer im Mai «abstürzen».
Schlechte Aussichten für Teile der Schweizer Industrie - unter anderem für die Papierindustrie - lassen das KOF-Konjunkturbarometer im Mai «abstürzen».
Bild: Pixabay

Es nahm um 4,7 Punkte auf 101,6 Zähler ab, wobei der April-Wert um 0,3 Punkte auf 106,3 Zähler nach oben revidiert wurde.

Im Mai sei das Konjunkturbarometer nach wie vor leicht über seinem langfristigen Durchschnitt gestanden, allerdings sei der Rückgang gegenüber dem April ausgeprägt gewesen, teilte die KOF am Dienstag mit. Dieser sei insbesondere das Resultat deutlich negativer Beiträge von der Industrie. Aber auch die Indikatoren für die Exportentwicklung und für den inländischen Konsum sowie jene aus dem Finanzsektor und dem Baubereich hätten für negative Impulse für die Dynamik des Barometers gesorgt.

Der ausgewiesene Wert liegt weit unter den Schätzungen. Von AWP befragte Ökonomen hatten für das Barometer einen Stand zwischen 104,5 und 106,5 Punkten prognostiziert.

Schwieriges Umfeld für Schweizer Industrie

Innerhalb des verarbeitenden Gewerbes wurde der eingetrübte Ausblick vor allem in den Branchen Papier, Metall und Elektronik sichtbar. Diese negativen Tendenzen wurden dem KOF zufolge durch einen etwas verbesserten Ausblick in der Nahrungsmittelindustrie leicht abgeschwächt.

Insgesamt scheine das Umfeld für die Schweizer Industrie schwieriger geworden zu sein, heisst es weiter. Die deutlich schlechtere Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe spiegle sich hauptsächlich in einer skeptischeren Beurteilung der Auftragslage und der Wettbewerbsfähigkeit. Dagegen würden die Indikatoren zur Lagerhaltung für einen etwas günstigeren Verlauf sprechen.

Das KOF-Konjunkturbarometer ist ein Frühindikator für die Entwicklung der Schweizer Konjunktur. Es handelt sich um einen Sammelindikator, der sich aus 272 Einzelindikatoren zusammensetzt. Diese werden über statistisch ermittelte Gewichte zu einem Gesamtindikator zusammengefasst.

(AWP)