Schweizer Rückversicherer - Swiss-Re-Aktie rutscht nach Quartalsbilanz leicht ab

Die Aktien der Swiss Re verzeichnen am Donnerstagmorgen in einem kaum verändert tendierenden Gesamtmarkt leicht tiefere Notierungen.
02.11.2017 10:05
Die Anleger trauen den Quartalszahlen von Swiss Re nicht ganz, die Aktie gibt nach (im Bild der Hauptsitz deRückversicherers am Zürcher Mythenquai).
Die Anleger trauen den Quartalszahlen von Swiss Re nicht ganz, die Aktie gibt nach (im Bild der Hauptsitz deRückversicherers am Zürcher Mythenquai).
Bild: cash

Der Rückversicherer musste aufgrund hoher Kosten für Naturkatastrophen wie erwartet für die ersten neun Monate 2017 einen Verlust ausweisen, sieht sich aber gut genug kapitalisiert, um ein weiteres Aktienrückkaufprogramm starten zu können.

Um 10 Uhr notieren Swiss Re um 0,3% tiefer bei 93,60 Franken, während der Gesamtmarkt gemessen am SMI praktisch unverändert ist. Händlern zufolge hatten die Papiere von Swiss Re in den letzten Wochen einen überraschend guten Lauf. Anfang September, als noch nicht klar war, wie hoch die Kosten für die Hurrikane ausfallen würden, lag der Kurs unterhalb der Marke von 83 Franken.

Der Verlust der Swiss Re nach neun Monaten sei geringer ausgefallen als befürchtet, schreibt Stefan Schürmann von der Bank Vontobel. Mit ein Grund dafür sei, dass Swiss Re auf Kapitalanlagen wohl mehr Gewinne realisiert hat als angenommen. Die Schwachstelle sei das Erstversicherungsgeschäft von Corporate Solutions. Dies werfe hinsichtlich der nachhaltigen Wertschöpfung der Sparte Fragen auf.

Verluste durch Reserven aufgefangen

Die hohen Verluste aus Naturkatastrophen habe Swiss Re teilweise durch die Auflösung von Reserven für Geschäfte aus früheren Jahren aufgefangen, relativiert Georg Marti von der ZKB das über den Erwartungen liegende Ergebnis. Eine gute Entwicklung habe die Lebensversicherung gezeigt. Dort sei das Ergebnis von einem guten Anlageerfolg getragen worden.

Laut Nadine van der Meulen von Morgan Stanley überrascht der Reinverlust nach neun Monaten nicht. Insgesamt sei das Reinergebnis sogar etwas weniger schwach als erwartet ausgefallen. Enttäuscht zeigt sich aber auch die Morgan-Stanley-Analystin von der Schwäche im Bereich Corporate Solutions. Dass das Aktienrückkaufprogramm durchgeführt wird, erachtet van der Meulen als positiv.

Das Festhalten am Aktienrückkauf wird insgesamt am Markt als Zeichen der Stärke gesehen. Längst nicht alle Experten hatten damit gerechnet, dass Swiss Re nach den verheerenden Naturkatastrophen das von der Generalversammlung genehmigte Programm starten wird.

Weiter geht Swiss Re davon aus, dass die Rückversicherungspreise steigen werden und sich entsprechend Chancen zu Wachstum bieten. Auch Stefan Schürmann geht von steigenden Preisen aus, allerdings dürften sie in der Januar-Erneuerungsrunde nur schrittweise und verhalten zulegen, glaubt er.

(AWP)