Schweizer TourismusLogiernächte nehmen im ersten Halbjahr deutlich zu

Der Schweizer Tourismus scheint sich vom Frankenschock langsam zu erholen. Die Anzahl Logiernächte hat jedenfalls im ersten Halbjahr 2017 gegenüber dem Vorjahr deutlich zugenommen.
07.08.2017 11:45
Besser ausgelastet im ersten Halbjahr: Schweizer Hotels (im Bild der Eingang zum Hotel Des Balances in Luzern).
Besser ausgelastet im ersten Halbjahr: Schweizer Hotels (im Bild der Eingang zum Hotel Des Balances in Luzern).
Bild: cash

Der Anstieg ist allerdings vor allem den Besuchern aus Asien und den inländischen Gästen zu verdanken. Die Anzahl Besucher aus Europa stagniert dagegen weiterhin mehr oder weniger.

Insgesamt haben die Schweizer Hotelbetriebe in der Periode Januar bis Juni 2017 mit 17,6  Millionen Übernachtungen ein Plus von 4,4% (738'000 Logiernächte) verzeichnet, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag mitteilte. Die ausländische Nachfrage stieg um 4,7% auf 9,5  Millionen, die inländische um 4,0% auf 8,1  Millionen Übernachtungen.

Nur Februar negativ

Der Juni war dabei mit einem Plus von 9,5% auf 3,42  Millionen Übernachtungen prozentual der klar beste Monat im ersten Halbjahr, gefolgt vom Januar (+5,2%), dem Mai (+4,5%) und den Monaten März/April (+4,3%) - letztere wegen der Vergleichbarkeit (Ostertage) zusammengenommen. Einziger Monat mit einer Minusrate war der Februar (-1,5%).

Die Anzahl Übernachtungen im Halbjahr ist die höchste bisher im laufenden Jahrzehnt. 2010 waren es noch 17,5  Millionen gewesen, dann sanken die Zahlen aufgrund der allgemeinen Finanz- und Wirtschaftskrise und der sich bald darauf immer stärker manifestierenden Frankenstärke auf bis zu 16,8  Millionen (2012), stagnierten danach, bis sie nun in diesem Jahr auf 17,6  Millionen erstmals wieder deutlich anstiegen.

Deutschland klar grösster Einzelmarkt

Die Zunahme bei den ausländischen Touristen im Berichtshalbjahr 2017 war laut BFS vor allem den Gästen aus Asien zuzuschreiben, die insgesamt einen Anstieg von 287'000 Übernachtungen (+15,4%) verzeichneten. Indien konnte ein Plus von 81'000 Logiernächten (+23,8%) verbuchen, gefolgt von China (ohne Hongkong, +57'000/+12,0%) und der Republik Korea (+52'000/+35,0%).

Der amerikanische Kontinent registrierte eine Zunahme um 119'000 Logiernächte (+10,4%). Die Vereinigten Staaten wiesen dabei laut BFS mit einem Plus von 83'000 Logiernächten (+10,0%) die deutlichste absolute Zunahme aller ausländischen Herkunftsländer auf.

Die Nachfrage aus dem europäischen Kontinent (ohne Schweiz) nahm mit einem Plus von 21'000 Logiernächten (+0,4%) dagegen nur leicht zu. Deutlich mehr Übernachtungen gab es von Touristen aus Belgien, Russland, Spanien und den Niederlanden, während etwa Gäste aus Grossbritannien, Frankreich oder Italien deutlich weniger in der Schweiz übernachteten. Die Nachfrage der deutschen Kundschaft blieb derweil praktisch unverändert (-1700/-0,1%). Das nördliche Nachbarland bleibt dabei mit einem Anteil von 19% an den ausländischen Gästen klar der wichtigste Einzelmarkt für den Schweizer Tourismus.

10 von 13 Regionen im Plus

Unter den 13 Tourismusregionen der Schweizer verzeichneten zehn mehr Logiernächte als in der entsprechenden Vorjahresperiode. Die Region Bern wies mit einem Plus von 159'000 Logiernächten (+7,4%) den grössten absoluten Anstieg auf, gefolgt von der Region Zürich (+127'000/+4,9%), vom Wallis (+126'000/+6,8%), Graubünden (+107'000/+4,4%) und dem Tessin (+74'000/+8,0%). Demgegenüber verbuchte die Region Aargau einen Rückgang um 3200 Logiernächte (-0,9%).

(AWP)

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