Schweizer Uhrenexporte brechen deutlich ein

Das Leiden in der Schweizer Uhrenindustrie geht weiter, der Abwärtstrend hat sich zuletzt gar wieder beschleunigt.
21.07.2016 09:45
Vor allem das Segment der Schweizer Luxusuhren war im Juni im Ausland weniger gefragt.
Vor allem das Segment der Schweizer Luxusuhren war im Juni im Ausland weniger gefragt.
Bild: cash

So brachte der Juni den bislang stärksten Rückgang der Uhrenexporte im bisherigen Jahresverlauf. Dabei zeigten alle relevanten Absatzmärkte ein Minus.

Insgesamt verringerte sich das Exportvolumen im Juni verglichen mit dem Vorjahresmonat um 314 Millionen bzw. 16,1% auf 1,64 Milliarden Franken. Real betrug das Minus 20,9%, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) und der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH) am Donnerstag mitteilten. Arbeitstagsbereinigt ergibt sich ein Rückgang von nominal 16,0% bzw. real 20,8%.

Gegenüber den Vormonaten hat sich der Rückgang damit wieder beschleunigt. So waren die Uhrenexporte im Mai nominal um 9,7% (real -9,8%), im April um 14% (11%) sowie im März um 16% (21%) gesunken.

Im ersten Semester 2016 wurden kumuliert Uhren im Wert von 9,48 Milliarden Franken exportiert - ein Minus von nominal 10,6%. Die Zahlen belegen die Schwierigkeiten, mit denen die Industrie nun schon seit vielen Monaten konfrontiert sei, schreibt der Uhrenverband.

Weniger exportierte Luxusuhren

Stark rückläufig waren auch im Juni wieder die Exporte von Edelmetall-Uhren. In Stückzahlen gemessen sank das Volumen um knapp 25% und in Franken gar um über 31% auf 491 Millionen Franken. Deutlich weniger stark rückläufig präsentierten sich die exportierten Stahluhren. Die Stückzahl sank hier um 9%, die Umsätze um gut 6% auf 642 Millionen. Gold-Stahluhren wurden in Stück 12,5% und wertmässig 5,4% weniger exportiert.

Nach Preissegmenten betrachtet, verminderten sich erneut die Exporte von Uhren mit Exportpreisen von 200 bis 500 Franken am stärksten. Deren Volumen nahm sowohl in Stück wie in Franken um knapp 20% ab. Ebenfalls wieder stark war der Rückgang bei den sehr teuren Uhren im Wert von 3000 Franken und mehr (Stückzahl: -10%; Franken: -19,5%), sowie bei den Uhren in der billigsten Kategorie bis 200 Franken (-16,5%; -12%). Lediglich die Uhren in der Preisklasse von 500 bis 3000 Franken konnten einen zweistelligen Rückgang vermeiden (-3,4%; -6,5%).

Hongkong erneut stark rückläufig

Alle relevanten Märkte waren im Juni rückläufig. Erneut regelrecht eingebrochen ist die Nachfrage im wichtigsten Absatzmarkt Hongkong. Die Ausfuhren dorthin verminderten sich um über 29% auf noch 185,5 Millionen Franken. Einen starken Rückgang verzeichneten auch Italien (-28%), Grossbritannien (-26%), Russland (-25,5%) und Belgien (-26%).

Etwas besser lief es dagegen in den wichtigen Märkten USA (-8,5%), Japan (-4%) und China (-6,5%).

(AWP)