Schweizer Uhrenhersteller sehen Silberstreif am Horizont

Schweizer Uhrenhersteller erwarten nach fast zwei Jahren sinkender Exportzahlen 2017 zumindest eine Stabilisierung ihrer Umsätze.
18.01.2017 08:58
Les Ambassadeurs in Luzern: Hier kaufen die asiatischen Touristen Uhren.
Les Ambassadeurs in Luzern: Hier kaufen die asiatischen Touristen Uhren.
Bild: cash

In den wichtigen Märkten China und USA gebe es Zeichen für eine Trendwende, sagten Branchenmanager am Dienstagabend auf der Uhren- und Schmuckmesse SIHH in Genf. "Wir hoffen auf ein Jahr der Stabilisierung und Konsolidierung", sagte Nicolas Bos, Manager bei der Richemont -Marke Van Cleef&Arpels. "Gegen Ende des vergangenen Jahres hat sich eine etwas bessere Entwicklung abgezeichnet."

Die Verkäufe im wichtigsten Markt Hongkong waren stark zurückgegangen wegen der Antikorruptionsbemühungen in China, wo teure Uhren als Bestechungsgeschenke aus der Mode gekommen sind, und aufgrund der monatelangen Unruhen in der Sonderzone. Zudem vergraulten Terroranschläge in Europa die kauffreudigen Touristen aus dem Nahen und Fernen Osten. Auch in den USA, einem weiteren wichtigen Markt, waren die Verkäufe ins Stocken geraten. Seit 17 Monaten befinden sich die Schweizer Uhrenexporte im Sinkflug.

Ungewissheit als Risiko

"In unserer Branche ist Ungewissheit der schlimmste Feind", sagte Van Cleef&Arpels-Chef Bos. Kunden kauften keine außergewöhnlichen Stücke, wenn sie nicht in Stimmung seien. Dies sei auch im Zuge der US-Präsidentenwahlen zu spüren gewesen. Erst im Dezember hätten die Verkäufe wieder angezogen.

Vergangene Woche hatte der hinter LVMH zweitgrößte Luxusgüterkonzern Richemont, zu dessen Sortiment unter anderem der Uhren- und Schmuckhersteller Cartier und die Edeluhrenmarke Vacheron Constantin zählen, ein erfreuliches Zwischenergebnis veröffentlicht. Im Weihnachtsquartal hatten sich die Verkäufe besser entwickelt als erwartet. LVMH-Chef Jean-Claude Biver sagte: "Das Schlimmste scheint hinter der Schweizer Uhrenindustrie zu liegen." China dürfte sich 2017 wahrscheinlich gut entwickeln, aber in Hongkong sei keine rasche Erholung zu erwarten: Die Händler verfügten hier noch über große Lager und würden daher weniger neue Zeitmesser bei den Herstellern ordern. Zudem gingen weniger reiche Chinesen zum Einkaufen in die Sonderzone.

(Reuters)