Schweizer Zulieferaktien im Bann des «Galaxy Note 7»

In den letzten Tagen wurden die Aktien der Samsung-Zulieferer an der Börse Schweizer für den Produktionsstopp beim «Galaxy Note 7» in Sippenhaft genommen. Zu recht?
14.10.2016 08:19
Von Lorenz Burkhalter
Stand des Samsung-Zulieferers VAT Group an der Semicon West in San Francisco.
Stand des Samsung-Zulieferers VAT Group an der Semicon West in San Francisco.
Bild: ZVG

Schon seit Wochen heisst es im Flugzeug jeweils vor dem Start: "Wenn Sie ein Galaxy Note 7 Smartphone haben, schalten Sie dieses bitte den ganzen Flug über aus. Es ist nicht gestattet, das Gerät während des Fluges aufzuladen!".

Diese Vorsichtsmassnahme ist nicht unbegründet, gingen aufgrund brennender Akkus doch schon unzählige dieser Geräte in Flammen auf. Erst vor wenigen Tagen entschied sich der Hersteller Samsung deshalb dazu, dieses Modell ganz vom Markt zu nehmen.

Das kostet nicht nur den koreanischen Technologiekonzern schätzungsweise 3 Milliarden Dollar, sondern ist auch für die Zulieferer äusserst ärgerlich. An der Schweizer Börse SIX sind das der Vakuumventilhersteller VAT Group sowie AMS, einer der führenden Hersteller von Sensoren.

VAT Group gibt Entwarnung

Die Aktien beider Unternehmen standen in den vergangenen Tagen denn auch unter starkem Verkaufsdruck. Jene von AMS büsste alleine am Mittwoch und Donnerstag rund 6 Prozent ein. Und das trotz ermutigenden Rückmeldungen aus der Wertschöpfungskette von Apple, dem zweiten bedeutenden Kunden des Unternehmens.

Kursentwicklung der Aktien von AMS (rot) und VAT Group (grün) in den letzten 12 Monaten, Quelle: www.cash.ch

Während sich die Aktionäre von AMS noch bis zum 24. Oktober gedulden müssen, dann wird der Sensorhersteller nämlich das Quartalsergebnis vorlegen und eventuell sogar auf den produktseitigen Rückschlag bei Samsung eingehen, können jene der VAT Group aufatmen.

Der Hersteller von Vakuumventilen liess gegenüber Analysten bereits durchblicken, dass der Produktionsstopp für das Galaxy Note 7 das Tagesgeschäft nicht beeinträchtige. Wie einem Kommentar der UBS Investmentbank entnommen werden kann, ist eine Reduktion der Investitionen in die OLED-Produktion durch Samsung zwar nicht völlig abwegig. Allerdings erachtet der Autor eine solche als unwahrscheinlich, weshalb er die Aktie der VAT Group weiterhin mit einem 12-Monats-Kursziel von 83 Franken zum Kauf empfiehlt.

Die Folgen des Rückrufs bleiben überblickbar

Dem Aktienkurs half dieses Dementi aber herzlich wenig. Dieser tauchte vorübergehend auf 76,50 Franken und damit auf den tiefsten Stand seit Mitte September. Im Wochenvergleich resultiert ein Minus von über 5 Prozent.

Anders als für den Hersteller Samsung halten Beobachter die Auswirkungen des produktseitigen Rückschlags mit dem "Galaxy Note 7" für die Zulieferer für überblickbar. Dabei kommt sowohl AMS als auch der VAT Group zugute, dass sie auch Apple beliefern. Eigentlich wollte Samsung mit dem Galaxy Note 7 nämlich den amerikanischen Rivalen und sein iPhone 7 angreifen. Dazu wird es nun voraussichtlich nicht kommen, womit die Gefahr von Marktanteilsverlusten bei Apple wohl vom Tisch ist.