Schwergewichte drücken SMI ins Minus

Die Schweizer Börse hat am Montag nachgegeben. Trotz der guten Arbeitsmarktzahlen vom Freitag aus den USA.
08.08.2016 17:32
Der Hauptsitz von Nestlé in Vevey: Die Aktien des Nahrungsmitelmultis gaben am Montag nach.
Der Hauptsitz von Nestlé in Vevey: Die Aktien des Nahrungsmitelmultis gaben am Montag nach.
Bild: Bloomberg

Zwar griffen die Anleger Händlern zufolge zu zyklischen und Finanzaktien. Doch Kursverluste der Index-Schwergewichte aus der Nahrungsmittel- und Pharmabranche wogen stärker. Der SMI verlor 0,3 Prozent auf 8169 Punkte. Am Freitag war der Leitindex um 1,4 Prozent gestiegen.

Für einen Ausbruch nach oben fehlen einem Händler zufolge die Impulse. "Die Firmenergebnisse waren bisher im grossen und ganzen gut. Aber nicht so gut, dass der Markt deswegen um fünf Prozent höher sein müsste." Zudem bauche es für einen Ausbruch nach oben auch die "Mithilfe" der als krisenresistent geltenden Schwergewichte. Er sieht den SMI weiterhin bei 8200/50 Punkten gedeckelt und im Bereich um 8000 Zähler gut unterstützt.

Schwergewichte im Minus

Die als defensiv geltenden Index-Schwergewichte Nestle, Novartis und Roche, die für 60 Prozent der SMI-Kapitalisierung stehen, gaben um ein, 0,8 und 1,2 Prozent nach. 0,4 Prozent schwächer waren die Aktien der Biotechnologiefirma Actelion. Nahrungsmittel- und Pharmatitel verzeichneten europaweit Kursabschläge - die Branchenindizes verloren jeweils rund ein Prozent. "Die Anleger scheinen risikoarme gegen risikoreichere Anlagen zu tauschen", sagte ein Händler. "Das heisst, sie sind positiv für die Börsenentwicklung eingestellt."

Auch die Titel der beiden Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch liessen die Anleger links liegen. Andere Zykliker dagegen waren gefragt. Den stärksten Kursanstieg unter den Standardwerten verzeichnete LafargeHolcim mit einem Plus von 3,7 Prozent. Der Zementkonzern hatte am Freitag einen besser als erwarteten Quartalsbericht veröffentlicht. Exane BNP Paribas hob die Empfehlung auf "Outperform" von "Neutral" an.

Die Adecco-Aktien lagen 0,5 Prozent im Plus. Der Personalvermittler legt am Mittwoch Quartalszahlen vor. Die Anteile der Anlagenbauer ABB und Sulzer, der Sanitärtechnikfirma Geberit sowie des Aromen- und Riechstoffherstellers Givaudan zogen an.

Bankenwerte gesucht

Auch zu Bank- und Versicherungswerten griffen die Anleger. Im Einklang mit den europäischen Konkurrenten gewannen die Anteile der UBS 1,4 Prozent und die der Credit Suisse legten 0,9 Prozent zu. Julius Bär stiegen um 1 Prozent. Der europäische Bankenindex rückte 1,3 Prozent vor.

Die Aktien von Swiss Life und Zurich Insurance wurden um ein Prozent höher bewertet. Beide Gesellschaften wollen am Donnerstag Zwischenberichte veröffentlichen. Swiss Re und Baloise zogen ebenfalls um gut ein Prozent an. Der europäische Versicherungsindex rückte 1,5 Prozent vor.

Am breiten Markt waren EFG International um 4,4 Prozent fester. Der Vermögensverwalter hat im laufenden Jahr mehr als die Hälfte an Wert eingebüsst.

Bei Belimo, Dorma Kaba, Ypsomed oder Adval Tech, die vor kurzem Höchstkurse erreicht hatten oder kräftig gestiegen waren, strichen die Anleger Gewinn ein. Die Aktien von Schmolz+Bickenbach Stiegen um 4,4 Prozent. Der Stahlproduzent legt am Donnerstag den Quartalsbericht vor. Die Analysten der ZKB erwarten knapp sechs Prozent mehr Umsatz.

(Reuters)