Schwergewichte lasten auf der Schweizer Börse

Der Schweizer Aktienmarkt präsentiert sich am Dienstagmittag schwach. An anderen europäischen Märkten siehts bedeutend besser aus.
22.11.2016 13:05
Die schwergewichteten Aktien der Basler Pharmariesen Novartis und Roche lasten am Dienstagmittag stark auf dem SMI.
Die schwergewichteten Aktien der Basler Pharmariesen Novartis und Roche lasten am Dienstagmittag stark auf dem SMI.
Bild: cash

Der Leitindex SMI hatte zum Handelsstart zunächst noch an die freundlichen Vorgaben aus Übersee angeknüpft. Kursverluste insbesondere bei den Indexschwergewichten führten dann aber zu einem Richtungswechsel des Gesamtmarktes. Die Stimmung unter den Investoren sei allerdings gar nicht so schlecht, heisst es im Handel. In Frankfurt oder London ziehen die Kurse denn auch deutlich an.

Für Zuversicht würden die auf ein Dreiwochenhoch gestiegenen Ölpreise sowie erneute Spekulationen auf eine konjunkturelle Belebung der US-Wirtschaft durch den neuen Präsidenten Donald Trump sorgen. Am Vortag erreichten die wichtigsten US-Leitbörsen Rekordhöhen. Dass die Wall Street trotz der Erwartung einer Zinsanhebung der US-Notenbank im Dezember steigen kann, zeige, dass der Markt einen solchen Schritt mittlerweile gut vertragen würde, heisst es.

Der SMI büsst gegen Mittag 0,5% auf 7812 Punkte ein, kurz darauf fiel er sogar leicht unter die 7800er Marke. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,2% auf 1237 und der breite SPI 0,4% auf 8559 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 16 im Minus, 12 im Plus und 2 unverändert.

Aktien der Uhrenhersteller nach Exportzahlen unter Druck

Die prozentual grössten Kursverluste verzeichnen weiterhin die Aktien der beiden Uhrenhersteller Swatch (-3,4%) und Richemont (-3,0%), nachdem die jüngsten Uhrenexportdaten der Eidgenössischen Zollverwaltung keine Anzeichen für eine Markterholung gaben. Im Gegenteil: Die weltweite Nachfrage nach Schweizer Uhren ist weiterhin rückläufig und die Exporte brachen im Oktober so stark ein wie im ganzen Jahr nicht. Die Daten seien "klar schlechter als erwartet", so das Urteil bei der ZKB.

Ausgeprägtere Abgaben sind auch bei Aryzta (-2,2%) und Sonova (-1,3%) zu sehen, wobei Letztere bereits in den vergangenen Wochen schlecht im Markt lagen. Eine erhebliche Belastung sind die beiden defensiven Schwergewichte Novartis und Roche, die um 1,1% bzw. 1,0% nachgeben und zusammen rund 30 Punkte zum SMI-Minus von knapp 40 Punkten beitragen.

Lafarge-Holcim trotz drohender Rating-Abstufung gesucht

Bei den Gewinnern führen Lafarge-Holcim (+1,6%) das Feld an. Die Aktie erholt sich damit von den seit dem Investorentag am vergangenen Freitag erlittenen Verlusten. Dem Zementhersteller droht allerdings die Abstufung seiner Kreditbewertungen durch Moody's. Die Rating-Agentur prüft alle Ratings des Unternehmens auf eine mögliche Senkung um einen "Notch". Der Grund sei die vom Konzern anlässlich des Investorentags gemachte Ankündigung, das Pay-Out-Ratio erhöhen und eigene Aktien zurückkaufen zu wollen, so die Rating-Experten.

Unter den klassischen Zyklikern verzeichnen noch Adecco (+0,7%) nennenswerte Aufschläge. Die Aktie hat nahtlos an die Kursgewinne vom Vortag angeknüpft, als eine Kaufempfehlung aus dem Hause HSBC den Titel des Personalvermittlers angeschoben hatte und als Tagessieger schliessen liess.

Gesucht sind daneben vor allem Finanzwerte, allen voran Zurich mit +1,5%. Dahinter folgen Julius Bär (+1,1%), Swiss Life (+1,0%) und Swiss Re (+0,8%). Die beiden Grossbankenwerte UBS (+0,5%) und CS (+0,4%) können nicht ganz mithalten. Am Vortag hatten sie allerdings noch zu den grossen Verlierern gehört.

Burckhardt dank steigenden Ölpreisen im Hoch

Am breiten Markt fallen unter anderem SHL (-3,7%), Coltene (-3,3%), Myriad (-2,4%) oder die Überflieger Dottikon ES (-2,2%) etwas deutlicher zurück. Aevis Victoria halten sich mit -0,6% vergleichsweise gut. Das Klinik- und Hotelunternehmen hat in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres weniger umgesetzt. Auf vergleichbarer Basis ergibt sich allerdings ein Umsatzplus.

Bei den Gewinnern stechen Burckhardt Compression mit Aufschlägen von 3,3% ins Auge, was Händler mit den weiter steigenden Erdölpreisen erklären. Für die Winterthurer ist die Öl- und Gasindustrie ein wichtiger Markt.

Zu den Gewinnern zählen auch die Aktien des Spezialkunststoffherstellers Gurit (+0,5%), der eine Vertragserneuerung mit der deutschen Diehl Aircabin im Volumen von 30 Millionen Franken bekannt gab. Weitere Industriewerte wie Komax (+1,9%), Burkhalter (+1,5%), Ems (+1,3%), Feintool (+1,3%) und Rieter (+1,3%) rücken etwas deutlicher vor.

(AWP)