Schwergewichte ziehen SMI ins Minus

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Donnerstagmittag etwas deutlicher im Minus als noch in der ersten Handelsstunde.
19.01.2017 12:30
Der Hauptsitz von Novartis in Basel: Die Aktien ziehen den SMI am Donnerstag ins Minus.
Der Hauptsitz von Novartis in Basel: Die Aktien ziehen den SMI am Donnerstag ins Minus.
Bild: Bloomberg

Verantwortlich für die negative Performance des SMI sind vor allem die Schwergewichte Novartis und Roche sowie in etwas geringerem Masse auch Nestlé. Nach dem starken Start ins neue Jahr haben die bisherigen Verluste in der laufenden Woche den SMI auf einen Stand von noch gut einem halben Prozent über dem Schluss von Ende 2016 zurückfallen lassen.

Geprägt wird die Stimmung von Zurückhaltung im Vorfeld der heutigen EZB-Sitzung sowie der Inauguration von Donald Trump am morgigen Freitag. Auch die jüngsten Aussagen der Fed-Chefin Janet Yellen hallen nach, welche einen rascheren Zinsanstieg als ursprünglich gedacht suggerieren. Die Europäische Zentralbank EZB dürfte anlässlich ihrer Zinssitzung keine Änderung der Geldpolitik bekanntgeben, so lautet zumindest die am weitesten verbreitete Meinung unter Beobachtern. Bei der Sitzung des geldpolitischen Rates dürfte die jüngste Entwicklung der Konsumentenpreise das Hauptthema sein und die Frage, ob sich die bisher skeptische Einschätzung des EZB-Rates zum Inflationsausblick verändert hat.

SMI unter 8300 Punkten

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 11.50 Uhr 0,49% tiefer bei 8'271,61 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,17% auf 1'318,19 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,41% auf 9'042,89 Punkte. Die 30 wichtigsten Titel stehen in etwa je hälftig höher und tiefer.

Grösste Verlierer sind weiterhin Galenica (-1,8%). Der Berner Gesundheitskonzern ist im Geschäftsjahr 2016 erneut stark gewachsen und liegt mit den vorgelegten Umsatzzahlen im Rahmen der Analystenerwartungen. Einzelne Beobachter hatten für die wichtigen Franchisen Veltassa, Ferinject/Injectafer, Mircera und Velphoro eine etwas bessere Performance erwartet. Weiter wurde in Marktkreisen die bekanntgegebene Managementstruktur für Vifor Pharma als "leicht verwirrend" bezeichnet. Angaben dazu, wann genau die Aufspaltung in einen Pharma- und einen Apotheken-/Logistikteil über die Bühne gehen soll, machte Galenica noch keine.

Den Hauptteil zur negativen SMI-Performance tragen Novartis (-1,5%) bei. Zwar hat das US-Institut Morgan Stanley das Kursziel für die Aktie etwas erhöht, das Rating im Vorfeld der Jahreszahlen von kommender Woche aber mit "Underperform" bestätigt. Insgesamt zeigt sich das Institut gegenüber der Pipeline von Novartis etwas zurückhaltend.

Dahinter geben auch Roche (-1,0%) klar nach, während die Abgaben in Swisscom (-0,8%), Dufry (-0,7%) und Nestlé (-0,5%) bereits etwas moderater ausfallen. Nestlé wird gemäss einem Medienbericht Interesse am US-Unternehmen Mead Johnson nachgesagt.

An der Spitze der Bluechips-Tabelle liegen derzeit Swiss Life (+1,3%) nach einer Bestätigung des Ratings "Buy" durch die UBS, welche gleichzeitig das Kursziel um über 10% erhöht hat.

Auch Adecco (+1,2%) erhalten Support von einem Analystenkommentar. So hat JPMorgan das Rating "Overweight" bestätigt und das Kursziel erhöht.

In der Spitzengruppe finden sich weiter Swatch (+0,8%) und CS (+0,7%). Die Bank hat am Vorabend die Finalisierung des kurz vor Weihnachten bekanntgegebenen Vergleichs mit den US-Behörden im Hypothekenstreit bekanntgegeben. Demnach zahlt die CS für die Beilegung des Streits wegen des Verkaufs fauler Hypothekenpapiere wie bekannt insgesamt 5,28 Mrd USD. Die Gewinne der Aktie in den ersten zwei Handelswochen des laufenden Jahres wurden über die vergangenen drei Handelstage zum grossen Teil mitgenommen, so dass nach drei schwachen Tagen nun wieder Aufwärtspotential besteht.

Unterstützung erhalten die Banken aber vor allem auch von den sich verfestigenden Aussichten auf weiter steigende Zinsen. So stehen auch UBS (+0,4%) nach drei schwachen Tagen wieder etwas höher.

Im breiten Markt fallen Arbonia (-3,3%) etwas deutlicher zurück. Das Industrie-Unternehmen hat wie die übernommene Looser Holding (ungehandelt) die Umsatzdaten zum vergangenen Geschäftsjahr publiziert und dabei die Erwartungen nicht ganz erreicht. Am Vortag wurde angesichts eines Plus der Arbonia-Aktie von über 5% offenbar noch auf eine positive Überraschung spekuliert.

Stark zeigen sich LLB (+3,1%) nach ersten Angaben zum Geschäftsjahr 2016.

(AWP)